Champ de bataille de Morat (1476)
Herkunft des Namens Champ de bataille de Morat (1476)
Die Schlacht ist nach Murten, französisch Morat, benannt, der Stadt, die der Herzog von Burgund belagerte, als ihn das eidgenössische Heer angriff.[1]
Gründung von Champ de bataille de Morat (1476)
Nach seiner Niederlage bei Grandson im März 1476 sammelt Herzog Karl der Kühne von Burgund sein Heer in Lausanne und plant einen neuen Angriff auf Bern durch das Broyetal. Murten, wo seit Oktober 1475 eine Besatzung liegt, versperrt ihm den Weg. Der Herzog belagert die Stadt ab dem 9. Juni und errichtet seinen Befehlsstand im Bois Domingue, auf dem Hügel im Süden. Das eidgenössische Entsatzheer greift am 22. Juni die burgundischen Stellungen auf dem Plateau östlich der Stadt an und schlägt das herzogliche Heer in die Flucht.[1][2]
Geschichte von Champ de bataille de Morat (1476)
März 1476. Karl der Kühne erleidet bei Grandson am Neuenburgersee seine erste Niederlage und verliert dort eine reiche Beute.[2]
April 1476. Bern und Freiburg verstärken Murten: 1'500 Mann unter Adrian von Bubenberg (oder 2'000 Mann) und 100 unter Wilhelm von Affry.[1][2]
Ende Mai 1476. Das burgundische Heer, über 20'000 Soldaten und über 3'000 Frauen im Tross, verlässt Lausanne.[1][2]
9. Juni 1476. Die Belagerung Murtens beginnt. Karl errichtet seinen Befehlsstand im Bois Domingue.[1][2][3]
17. Juni 1476. Die Verteidiger schlagen einen burgundischen Sturm zurück.[1]
22. Juni 1476. Fast 24'000 Eidgenossen, darunter über 1'400 Reiter, stellen sich in drei gestaffelten Haufen aus Spiessträgern, Halbartieren und Büchsenschützen auf. Der Angriff beginnt gegen Mittag nach starken Regenfällen. Überrascht sieht Karl seine Artilleriestellungen auf dem Grünhag überrannt und flieht zu Pferd. Die Burgunder verlieren 8'000 bis 20'000 Mann, die Eidgenossen einige hundert Tote und Verwundete.[1][2][3]
Oktober 1476. Bern veranstaltet eine zehntägige « Romfahrt », die Tausende Ablasssuchende anzieht. Alle Orte stiften Messen für die Gefallenen der Schlacht.[1]
5. Januar 1477. Nach seiner Flucht über die Freigrafschaft und Lothringen stirbt Karl der Kühne in Nancy.[1][2]
1477. Freiburg feiert den 22. Juni mit einer öffentlichen Theateraufführung.[1]
1486. Freiburg und Bern lassen ein Beinhaus mit Kapelle für die Gebeine der Burgunder bauen. Es wird 1506 erweitert.[1]
1798. Französische Truppen zerstören das Beinhaus.[1][2]
1822. Die Freiburger Regierung errichtet an seiner Stelle, in Meyriez, einen rund 18 m hohen Obelisken.[1][3]
1834. Der Jahrestag der Schlacht verschmilzt mit dem Schulschlussfest, der Murtner Solennität. Grosse Gedenkfeiern finden 1876, 1926 und 1976 statt.[1]
1893-1894. Louis Braun malt das Panorama der Schlacht, ein Rundgemälde, das 2002 im obersten Geschoss des Monolithen auf der Arteplage Murten der Expo.02 gezeigt wird.[1][4]
Historische Orte in Champ de bataille de Morat (1476)
Bois Domingue. Hügel südlich von Murten, auf dem Karl der Kühne seinen Befehlsstand hatte. Dort steht eine Informationstafel, und man sieht ihn vom Tournaletta-Turm der Stadtmauer aus.[2][3]
Obelisk von Meyriez. Rund 18 m hohes Denkmal, 1822 vom Kanton Freiburg an der Stelle des Beinhauses errichtet.[1][2][3]
Schlachtweg. 16 km lange Wanderung, die an der Stadtmauer von Murten beginnt, dem See entlang bis Muntelier führt, zum Aderahubel und nach Burg steigt, das Kampfplateau quert und den Bois Domingue erreicht, vor der Multimediaschau im Museum Murten.[2][3]
Überreste in Champ de bataille de Morat (1476)
Beinhaus der Burgunder. 1486 von Freiburg und Bern mit einer Kapelle erbaut und 1506 erweitert, bewahrte es die Gebeine der burgundischen Soldaten als Denkmal der Schlacht. Französische Truppen rissen es 1798 ab.[1][2]
Sagen von Champ de bataille de Morat (1476)
Der Spruch von den drei Niederlagen. Ein von Generation zu Generation überlieferter Spruch fasst das Schicksal des Herzogs zusammen: In Grandson verlor er das Gut, in Murten den Mut und in Nancy das Blut.[2]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Morat, bataille de » (Regula Schmid Keeling), version du 12.08.2026
- Fribourg Région, « Battle of Murten » (contes et légendes)
- Fribourg Région, « The Battle of Murten » (randonnée thématique)
- Association des Anciens d'Expo.02, « Le Panorama de la bataille de Morat »
Weitere Dörfer in der Nähe von Champ de bataille de Morat (1476)
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