Miéville

Kanton Wallis · Bezirk: Saint-Maurice · Keine veröffentlichte Zahl für den Ort; die Gemeinde Vernayaz zählt 1'978 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Gehört zur Gemeinde Vernayaz

Herkunft des Namens Miéville

Der Name könnte vom lateinischen « villa » abgeleitet sein, was auf eine Siedlung aus römischer Zeit hindeuten würde.[1]

Gründung von Miéville

Miéville, ein Weiler der Gemeinde Vernayaz am linken Rhoneufer, entstand als Etappenort an der Walliser Strasse, an einer Engstelle. Bekannt ist er auch durch ein heute verschwundenes Hospiz für Unheilbare, das rund 500 m nördlich lag. Seine Steinhäuser, dicht an Gassen und kleinen Terrassenplätzen gereiht, bilden ein einheitliches Ensemble.[1]

Geschichte von Miéville

Spätmittelalter. Der Grundriss des Weilers erhält im Wesentlichen seine heutige Form.[1]

Anfang 17. Jahrhundert. Der Handel über den Simplon bringt wohl einen Aufschwung, der die Bebauung prägt.[1]

1798-1912. Miéville gehört zur Gemeinde Salvan.[2][3]

1802. Bau des Gemeindebackofens, der heute nicht mehr benutzt wird.[1]

1859. Eine Eisenbahnlinie wird auf einem Damm gebaut. Sie trennt den Weiler vom Rhoneufer, ohne sein Bild stark zu verändern.[1]

1880. Die Siegfriedkarte zeigt eine Bebauung, die fast so ausgedehnt ist wie heute. Die Walliser Strasse führt damals durch die Hauptgasse.[1]

1912. Miéville trennt sich mit Vernayaz und Gueuroz von Salvan und bildet die Gemeinde Vernayaz.[2][3]

1928. Bau des Schulhauses.[1]

1947-1952. Die von Lonza und EOS kontrollierte Gesellschaft Salanfe SA baut das Wasserkraftwerk Miéville, gespeist aus den Becken von Salanfe und der Souffla.[1][2]

1960er-Jahre. Die Kantonsstrasse wird um den Weiler herumgeführt.[1]

um 1985. Bau der Autobahn, die den Verkehr weiter verringert.[1]

Historische Orte in Miéville

Wasserfall Pissevache. Ein als aussergewöhnliches Naturdenkmal geltender Wasserfall, dessen Wasser den Weiler und das Kraftwerk speist. Goethe beschrieb seine Lichtbrechung und seine Regenbogen.[1]

Wasserkraftwerk. Eines der produktivsten des Wallis, grösstenteils unterirdisch, einschliesslich der Turbinenhalle. An der Oberfläche stehen ein Verwaltungsgebäude, eine Transformatorenanlage, ein Unterwasserkanal und eine Nebenzentrale, die von einer Standseilbahn erschlossen wird.[1][2]

Ortskern. Enge Gassen, ein gedeckter Durchgang, ein Hof, ein gedeckter Brunnen mit Granittrog, der alte Gemeindebackofen, die Schule von 1928 und ein Bauernhaus um 1900.[1]

Quellen

  1. Inventaire fédéral des sites construits d'importance nationale à protéger en Suisse (ISOS), « Miéville (Vernayaz) », fiche 5023 (2e version, décembre 1995)
  2. Dictionnaire historique de la Suisse, « Vernayaz » (David Rey, version du 08.07.2013)
  3. Dictionnaire historique de la Suisse, « Salvan (commune) » (Gaëlle Bourguinet Eggs, version du 07.06.2013)
  4. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  5. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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