Nécropole de Saint-Hubert
Herkunft des Namens Nécropole de Saint-Hubert
Die Stätte ist nach der Kapelle Saint-Hubert benannt, die auf dem merowingischen Friedhof von Bassecourt errichtet wurde und ab 1400 erwähnt ist. Bassecourt ist 1160 als « Baressicort » belegt. Der alte deutsche Name « Altdorf » erscheint 1184. Die Etymologie ist ungeklärt.[2][3]
Gründung von Nécropole de Saint-Hubert
Das Gräberfeld ist ein frühmittelalterlicher, wahrscheinlich merowingischer Friedhof aus dem 6. und 7. Jahrhundert rund um den Standort der heutigen Kapelle Saint-Hubert in Bassecourt, einer ehemaligen Gemeinde, die heute zur Gemeinde Haute-Sorne gehört (Fusion vom 1. Januar 2013). Es soll mehrere hundert Gräber umfasst haben. Der Reichtum der Beigaben lässt auf eine wohlhabende Bevölkerung, ja eine Aristokratie schliessen: Bassecourt war wahrscheinlich der Hauptort des merowingischen Sornegaus, und manche Forscher sehen darin einen Verwaltungsposten des Frankenreichs. Die Beigaben zeigen fränkische, ja alamannische Einflüsse. Die Stätte wurde 1875-1876 beim Bau der Eisenbahnlinie Delémont-Porrentruy unter unbekannten Umständen entdeckt.[1][3]
Geschichte von Nécropole de Saint-Hubert
6.-7. Jahrhundert. Bestattungen in einem sehr reichen Gräberfeld: Waffen, Werkzeuge, Schmuck, Gürtelschnallen, Keramik und Münzen begleiten die Toten.[1][3]
7. Jahrhundert. Datierung zahlreicher tauschierter Gürtelbeschläge aus den Gräbern.[2]
1400. Erste Erwähnung der Kapelle Saint-Hubert, die auf dem merowingischen Friedhof errichtet wurde.[2]
1634. Die Leichen von 37 Personen, darunter 36 Pestkranke, wahrscheinlich aus Berlincourt, werden an einer Seite der Kapelle beigesetzt.[1]
1696-1697. Neubau der Kapelle Saint-Hubert; die Seitenaltäre stammen von 1697.[2]
1713. Aufstellung des Hochaltars der Kapelle.[2]
1875-1876. Entdeckung des Gräberfelds beim Bau der Eisenbahnlinie Delémont-Porrentruy.[1]
1876. Die Stätte wird ausgegraben und geplündert; der Ingenieur F. Mathey sammelt Gegenstände und verkauft sie an das Museum in Bern.[1]
um 1881. Henri Duvoisin, von den Jurassiern delegiert und späterer Direktor des Collège de Delémont, überwacht die Forschungen bis etwa zu diesem Zeitpunkt.[1]
1941. Die zunächst in der Schule aufbewahrte Sammlung wird in das Musée jurassien d'art et d'histoire in Delémont überführt.[1]
1942. Wissenschaftliche Ausgrabungen von Alban Gerster und André Rais, die zeigen, dass der damalige Boden erhalten war.[1]
1950. André Rais veröffentlicht « Les vestiges barbares de Bassecourt ».[1]
1954. Bei der Aussenrenovation erhält die Kapelle eine Vorhalle.[2]
1971. Die Architektin Jeanne Bueche bereitet die Restaurierung der Kapelle vor (Kostenvoranschläge, Ausschreibungen und Korrespondenz).[4]
1978. Innenrenovation der Kapelle.[2]
1995. Die nach Bern verkauften Gegenstände werden an die Section d'archéologie et paléontologie des Office de la culture in Porrentruy zurückgeführt.[1]
2002. Vincent Friedli veröffentlicht eine Studie über das Gräberfeld, « Das merowingische Gräberfeld von Bassecourt, Saint-Hubert JU ».[1]
Historische Orte in Nécropole de Saint-Hubert
Kapelle Saint-Hubert. Kleine Kapelle auf dem merowingischen Friedhof, ab 1400 erwähnt und 1696-1697 neu gebaut, mit Seitenaltären von 1697 und einem Hochaltar von 1713; 1954 erhielt sie eine Vorhalle, 1978 wurde das Innere renoviert. Früher ausserhalb der Siedlung gelegen, ist sie heute von Wohnquartieren umgeben. Sie birgt einen Grabstein aus dem Gräberfeld.[1][2]
Überreste in Nécropole de Saint-Hubert
Merowingische Gräber. Das sehr ausgedehnte Gräberfeld wurde am Standort der Kapelle und in ihrer Umgebung teilweise ausgegraben und zerstört. Die Ausgrabung gilt als abgeschlossen, ihre Auswertung jedoch nur als teilweise beendet. Die Grabungen von 1942 zeigten mit aufgerichteten Steinen markierte Gräber, Särge oder Holzkisten und Tote in Rückenlage, mit dem Kopf im Westen.[1]
Grabbeigaben. Waffen (Saxe, Schwerter, Franzisken, Schildbuckel und ein Dreizack), Schmuck (Halsketten aus mehrfarbigen Glas- und Bernsteinperlen, vergoldete Scheibenfibel, Goldanhänger mit Filigran, durchbohrte römische Münzen), eine Reihe oft tauschierter Gürtelschnallen und -beschläge, acht Gefässe, Beinkämme und Bronzehaken. Ein Gesamtinventar wurde nie erstellt. Die Gegenstände sind auf das Office de la culture in Porrentruy, das Musée jurassien d'art et d'histoire in Delémont und Museen in Basel und Zürich verteilt.[1]
Sagen von Nécropole de Saint-Hubert
Der Stein der Kapelle. Ein Grabstein aus dem Gräberfeld, der in der Kapelle Saint-Hubert aufbewahrt wird, galt lange fälschlich als Menhir. Die Überlieferung schreibt ihm heilende Kräfte zu.[1]
Quellen
- Office de la culture du Jura, Section d'archéologie et paléontologie, « Bassecourt, Saint-Hubert »
- Office de la culture du Jura, Répertoire des biens culturels, Bassecourt (chapelle Saint-Hubert, nécropole mérovingienne)
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Bassecourt »
- Archives de la construction moderne (EPFL), fonds Jeanne Bueche, « Chapelle St-Hubert, à Bassecourt »
- Office fédéral de topographie swisstopo, map.geo.admin.ch
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