Villa romaine En Saules

Stätte Kanton Genf · Unbewohnte Stätte (Gemeinde Bernex)
Gehört zur Gemeinde Bernex

Herkunft des Namens Villa romaine En Saules

Die Stätte trägt den Namen der Flur En Saules, die swisstopo und der kantonale archäologische Dienst « En Saule » schreiben. Die Herkunft des Flurnamens ist bisher nicht geklärt.[2][4]

Gründung von Villa romaine En Saules

In der Flur En Saules, in der heutigen Gemeinde Bernex, entstand ein gallorömischer Gutshof. Keramik und Münzen sollen die Nutzung von der Regierungszeit des Augustus bis Ende des 5. Jahrhunderts belegen. Eine Umfassungsmauer begrenzte eine Anlage von etwa 230 m auf 123 m. Das Hauptgebäude wurde nicht gefunden: Die benachbarte Kirche Saint-Maurice soll wahrscheinlich auf seinen Resten stehen. Die römische Villa des 1. und 2. Jahrhunderts wurde 1968 entdeckt, zusammen mit Pfostenlöchern von Hütten aus dem Frühmittelalter. Die von Daniel Paunier geleiteten Grabungen dauerten bis 1971 (oder 1972, Datum unsicher). Der kantonale archäologische Dienst bezeichnet die Stätte als « établissement rural gallo-romain ».[1][2][3]

Geschichte von Villa romaine En Saules

Regierungszeit des Augustus. Wahrscheinlicher Beginn der Nutzung der Stätte, nach Keramik und Münzen.[3]

1.-2. Jahrhundert. Eine römische Villa steht in der Flur En Saules.[1]

Ende des 5. Jahrhunderts. Die Anlage soll bis in diese Zeit genutzt worden sein.[3]

Frühmittelalter. Auf dem Gelände werden Pfostenhütten errichtet.[1]

1968. Entdeckung der römischen Villa und der Pfostenlöcher frühmittelalterlicher Hütten.[1]

1968-1971. Grabungen im gallorömischen Gutshof unter der Leitung von Daniel Paunier, von 1968 bis 1971 (oder 1972, Enddatum unsicher).[2]

1971. Daniel Paunier veröffentlicht « L'établissement gallo-romain de Bernex (GE) » im Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte.[2]

2016. Vom 2. bis 12. Mai legt der kantonale archäologische Dienst vor einem Wohnbauprojekt sieben Sondierschnitte am Chemin de Saule 71 an. Sie liefern etwas römische Keramik und eine mittelalterliche Münze, und die Untersuchungen werden nicht fortgesetzt.[2]

Überreste in Villa romaine En Saules

Umfassungsmauer und Nebengebäude. Die Grabungen von 1968-1971 legten einen Teil der Umfassungsmauer mit einem 4,50 m breiten Tor sowie fünf Nebengebäude frei, darunter ein Wohnhaus mit zwei Herdstellen und einem Ofen und ein wahrscheinliches Lager. Ob diese Überreste heute sichtbar sind, ist nicht gesichert.[3]

Inschrift. Nahe dem Tor, ausserhalb der Umfassungsmauer, soll ein Inschriftfragment aus Kalkstein mit der Lesung « DIV FVLG C » die rituelle Bestattung eines Blitzes anzeigen.[3]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Bernex » (Jacques Barrelet), version du 15.01.2026
  2. République et canton de Genève, Service cantonal d'archéologie, Bernex, En Saule (Bx 01-02), rapport de campagne de sondages (Denis Genequand), 2016
  3. Ostia-antica.org, « Bernex » (Suisse, canton de Genève)
  4. geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (En Saule, Bernex, coordonnées du lieu-dit)

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