Villars-sur-Glâne
Herkunft des Namens Villars-sur-Glâne
Der Name erscheint 1143 in der Form « Vilar ». Er wird 1228 zu « Vilar lo Torel », 1366 zu « Vilar le Terriour » und auf Deutsch 1652 zu « Wyler ob der Glanen ». Ab 1789 schreibt man fast immer « Villars » oder « Villars-sur-Glâne ».[1]
Gründung von Villars-sur-Glâne
Villars-sur-Glâne liegt auf den Hängen über der Glâne, am südlichen Eingang von Freiburg, an einem Durchgang, der schon in gallorömischer Zeit unumgänglich war. Im Mittelalter führte die Strasse von Freiburg nach Bulle über die heutige Route du Platy, den Wald von Condoz, die Brücke von Sainte-Apolline und Froideville. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert gehört der Ort der Familie Villars-Achars, später einfach Villars genannt, deren Wappen die Gemeinde übernommen hat. Bis 1950 eine bedeutende Bauerngemeinde, verlor Villars-sur-Glâne bis 1906 mehrmals Land an die Stadt Freiburg. Seither haben sich seine Grenzen nicht mehr verändert.[1]
Geschichte von Villars-sur-Glâne
7. Jahrhundert v. Chr.. In der Hallstattzeit besteht in Châtillon eine befestigte Siedlung, und im Wald von Moncor wird ein hochrangiger Fürst bestattet.[1]
1143. Villars erscheint in den Urkunden als « Vilar ».[1]
1147. Die Kapelle Sainte-Apolline trägt im Innern diese Jahreszahl, die älteste im Bau festgestellte.[2]
Vor 1243. Bei Sainte-Apolline führt bereits eine Brücke über die Glâne.[2]
1386. Berner und Freiburger kämpfen bei Bertigny, einem strategischen Punkt der Gemeinde.[1]
1447-1448. Bernische und savoyische Truppen stossen bei Bertigny und Cormanon aufeinander.[1]
Um 1508-1509. Eine erste Steinbrücke ersetzt bei Sainte-Apolline wohl mehrere Holzbrücken.[2]
1566. Die Kapelle Sainte-Apolline wird neu gebaut, wie die aussen angebrachte Jahreszahl zeigt.[2]
1609. Für die alte Kirche wird eine Glocke von 470 Pfund gegossen.[4]
Um 1690. Abbé Candide Fivaz lässt an der Kapelle Sainte-Apolline Arbeiten ausführen und soll den Holzaltar in Auftrag gegeben haben.[2]
1805. Die baufällige Brücke von Sainte-Apolline wird repariert.[2]
1838-1840. Eine am 23. September 1838 getaufte Glocke von 600 Pfund ersetzt jene von 1609, die an einem Fronleichnamstag gesprungen war, und die von den Pfarreiangehörigen geschenkte grosse Glocke wird am 3. Mai 1840 geweiht.[4]
1847. Am 13. November, im Sonderbundskrieg, brechen Waadtländer Truppen aus dem Wald von Belle-Croix hervor und greifen die Freiburger Stellungen bei Les Dailles und Bertigny an.[1]
1853-1858. Die grosse Glânebrücke wird gebaut (nach einer anderen Angabe der Gemeinde schon 1852), und die Strasse nach Bulle verlässt den Übergang von Sainte-Apolline.[1][3]
1906. Die letzte Abtretung von Gebiet an die Stadt Freiburg legt die heutigen Gemeindegrenzen fest.[1]
1914-1916. Die Pfarrei lässt eine neue Kirche bauen, die am 8. Oktober 1916 geweiht wird. Die alte, zu klein und in sehr schlechtem Zustand, wird 1915 abgebrochen.[4]
1920-1930. Die nach Südosten gerichteten Hänge ziehen Familien an, die dort Villen bauen wollen.[1]
1950. Bis zu diesem Jahr bleibt Villars-sur-Glâne eine bedeutende Bauerngemeinde.[1]
1960-1980. Industriebetriebe siedeln sich an, die Quartiere Moncor und Villars-Vert entstehen, und die Bevölkerung wächst stark.[1]
Bevölkerung von Villars-sur-Glâne
Quellen und Referenzen: [5]
| 2025 | 12'644 |
Historische Orte in Villars-sur-Glâne
Kirche St. Peter und Paul. Kirche in modernisiertem romanischem Stil auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes, 1916 nach einem Vorprojekt des Architekten Broillet geweiht. Das Schiff misst 28 auf 13,80 m, der Turm mit achteckigem Helm 26 m. Die Seitenaltäre des heiligen Augustinus und der Muttergottes stammen von 1919, und alle Glasfenster wurden von Pfarreiangehörigen gestiftet. Im Turm hängen drei Glocken aus der alten Kirche.[4]
Kapelle Sainte-Apolline. Kapelle mit den Jahreszahlen 1147 im Innern und 1566 aussen, um 1690 umgestaltet, 1898 repariert und 1943 im Innern vollständig restauriert. Ihr Holzaltar geht wohl auf Abbé Candide Fivaz zurück.[2]
Brücke von Sainte-Apolline. Tuffsteinbrücke aus dem 16. oder 17. Jahrhundert mit einem einzigen überhöhten Bogen von 13 m Spannweite, 18 m lang, 2,80 m breit zwischen den Brüstungen und 8 m hoch. Vor dem Bau der grossen Brücke hiess sie « pont de la Glâne », und die Überlieferung sieht sie am Jakobsweg nach Santiago de Compostela.[2]
Glânebrücke. Vom Bündner Ingenieur La Nicca geplant, von den Freiburger Unternehmern Curty und Nein unter der Leitung von Ingenieur Kocher gebaut, überragt das Bauwerk den Fluss um 53 m. Es ist 178 m lang und 9 m breit und hat zwei Stockwerke mit je acht Gewölben von 13,50 m, aus Molasse der nahen Felswände auf Tuffsteinfundamenten.[3]
Überreste in Villars-sur-Glâne
Châtillon und das Fürstengrab von Moncor. Grabungen haben in Châtillon eine befestigte Siedlung und im Wald von Moncor das Grab eines hochrangigen Fürsten freigelegt, beide aus der Hallstattzeit, im 7. Jahrhundert v. Chr.[1]
Sagen von Villars-sur-Glâne
Die Zähne der heiligen Apollonia. Man bringt die Weihe der Kapelle mit kariösen Zähnen in Verbindung, die rund um den Bau gefunden wurden. Die heilige Apollonia, Jungfrau und Märtyrerin, soll 248 in Alexandria verbrannt worden sein, nachdem man ihr die Zähne ausgerissen hatte, und sie wird bei Zahnschmerzen angerufen.[2]
Quellen
- Commune de Villars-sur-Glâne, « Histoire »
- Commune de Villars-sur-Glâne, « Pont et chapelle de Sainte-Apolline » (d'après Victor Buchs, « Villars-sur-Glâne, la paroisse et la commune »)
- Commune de Villars-sur-Glâne, « Pont de la Glâne »
- Commune de Villars-sur-Glâne, « Église Saint-Pierre-et-Paul »
- Service de la statistique du canton de Fribourg (SStat), « Population des communes, de 1900 à 2025 » (T01-02-03), population résidante permanente au 31.12.2025
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