Arconciel

Stadt Kanton Freiburg · Bezirk: Sarine · 1'044 Einwohner (2020, ehemalige Gemeinde Arconciel, letzte Zahl vor der Fusion)
Gehört zur Gemeinde Bois-d'Amont

Herkunft des Namens Arconciel

Der Name erscheint 1082 in der Formel « castrum Arconciacum », die bereits die Burg bezeichnet. Auf Deutsch hiess der Ort früher « Ergenzach ». Die Bedeutung des Namens ist nicht geklärt.[1]

Gründung von Arconciel

Das erste Arconciel ist ein Burgstädtchen am rechten Ufer der Saane. 1082 überträgt Kaiser Heinrich IV. die Burg und ihr Gut an Konrad von Oltingen, den Bruder des Bischofs Burkhard von Lausanne. Konrad errichtet gegenüber die Festung Illens, sodass der Flussübergang von beiden Seiten gehalten wird. Die Herrschaft Arconciel-Illens geht danach an den Ritter Ulrich aus dem Haus Glâne, dann an die Grafen von Neuenburg und deren Zweig Aarberg. Das heutige Dorf entstand auf einer Terrasse oberhalb des mittelalterlichen Städtchens. Es lebt von Viehzucht, Käserei und Kiesgruben. Arconciel liegt heute in der Gemeinde Bois-d'Amont (Fusion von 2021).[1][2]

Geschichte von Arconciel

7200-4850 v. Chr.. Gruppen von Jägern, Sammlern und Fischern folgen einander im Abri La Souche in einer Flussschleife der Saane. Sie hinterlassen Werkzeuge, Abfälle der Steinbearbeitung und über eine halbe Million Knochenreste.[1][5]

Spätbronzezeit. Ein Schwert vom Typ Rixheim aus dem Beginn dieser Epoche wurde auf dem Gemeindegebiet gefunden.[1]

1.-4. Jahrhundert. Ein römischer Gutshof liegt in der Flur Es Nés, und am Pré de l'Arche entsteht ein Gräberfeld.[1]

550-670. Die Bewohner des Frühmittelalters bestatten ihre Toten auf einer Anhöhe von Es Nés, nördlich des Gutshofs. Die Grabungen von 2002 legten dort 164 Gräber frei.[1][3]

1082. Kaiser Heinrich IV. übergibt das « castrum Arconciacum » und sein Gut an Konrad von Oltingen.[1][2]

1148. Ein Pfarrer wird erwähnt. Die Kirche Saint-Jacques geht auf das 12. Jahrhundert zurück.[1]

1251. Ulrich von Aarberg anerkennt die Oberhoheit Peters II. von Savoyen über das Städtchen und sein Lehen.[2]

1271. Das Städtchen erhält einen Freiheitsbrief nach dem Vorbild der Freiburger Handfeste.[1][2]

1292. Die Herrschaft wird an einen Freiburger Bürger verkauft, was die Entwicklung des Städtchens beendet.[2]

1377. Burg und Häuser des Städtchens liegen in Trümmern.[2]

Mitte 15. Jahrhundert. Das bereits verfallene Städtchen wird verlassen. Seine Hausteine wandern in Landkirchen und Gebäude der Stadt Freiburg.[6]

1475. In den Burgunderkriegen erstürmen Bern und Freiburg die Herrschaft Illens-Arconciel, die bis dahin eine einzige Herrschaft bildete.[2]

1484. Arconciel wird den Freiburger Alten Landschaften angegliedert (oder schon 1475).[1][2]

1558. Nach einem Brand wird die Kirche neu gebaut.[1]

1784-1789. Ein weiterer Neubau gibt der Kirche Saint-Jacques ihre heutige Gestalt.[1]

1798-1848. Die Gemeinde gehört zum Bezirk La Roche, ab 1803 zum Bezirk Freiburg.[1]

1835. Die Brücke von La Tuffière überspannt die Saane.[1]

1975. Ein Zonenplan öffnet den Weg für die Wohnbauentwicklung.[1]

2020. Am 9. Februar nimmt Arconciel die Fusion mit 317 Ja gegen 52 Nein an.[7]

2021. Am 1. Januar bilden Arconciel, Ependes und Senèdes die Gemeinde Bois-d'Amont.[1][7]

Bevölkerung von Arconciel

Quellen und Referenzen: [1]

Bevölkerung von Arconciel
1811259
1850285
1900392
1950378
1970326
2000656
2010771
20201'044

Historische Orte in Arconciel

Ruinen von Städtchen und Burg. Auf dem Molassesporn sieht man noch die in den Fels gehauenen Mulden, die die Häuser trugen, drei aufrecht stehende Gebäudeteile und Mauerreste. Der Verein Arconciacum kümmert sich um ihre Erhaltung.[1][6]

Kirche Saint-Jacques. Im 12. Jahrhundert gegründet, 1558 nach einem Brand neu gebaut und 1784 bis 1789 wieder errichtet.[1]

Brücke von La Tuffière. 1835 über die Saane gebaut.[1]

Verwaltung von Bois-d'Amont. Der Sitz der Fusionsgemeinde ist in Arconciel, Place de l'Arche 1.[8][9]

Überreste in Arconciel

Abri La Souche. Zwischen 7200 und 4850 v. Chr. von den letzten Jägern, Sammlern und Fischern der Region aufgesucht, lieferte er Werkzeuge und über eine halbe Million Knochenreste, die in den Cahiers d'Archéologie fribourgeoise untersucht werden.[1][5]

Gutshof Es Nés und Gräberfeld Pré de l'Arche. In Es Nés stand ein römischer Gutshof. Das Gräberfeld am Pré de l'Arche wurde vom 1. bis 4. Jahrhundert benutzt.[1]

Friedhof Es Nés. 2002 ausgegraben, umfasst er über 1'000 m² und 164 Gräber aus der Zeit zwischen 550 und 670. Etwa ein Viertel enthielt Beigaben, darunter das Grab eines achtjährigen Kindes mit Gürtelgarnitur, Messer und Sax.[1][3]

Schmiede des Städtchens. Die Grabungen von 2024 legten eine Schmiede in der Mitte des Städtchens frei, dazu Keramik, eiserne Pfeilspitzen und Teile eines Kettenhemds.[4]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Arconciel (commune) » (Marianne Rolle, version du 10.06.2021)
  2. Association Arconciacum, « Histoire » du bourg castral d'Arconciel
  3. Association Arconciacum, « Médiéval » (bourg castral et cimetière d'Es Nés)
  4. Association Arconciacum, page d'accueil (fouilles de 2024)
  5. Service archéologique de l'État de Fribourg, « Cahiers d'Archéologie fribourgeoise 22/2020 » (Arconciel/La Souche)
  6. Fribourg Région, « Arconciacum » (bourg médiéval d'Arconciel)
  7. Conseil d'État du canton de Fribourg, message 2019-DIAF-37 accompagnant le projet de décret relatif à la fusion des communes d'Arconciel, Ependes et Senèdes (10.03.2020)
  8. Convention de fusion des communes d'Arconciel, Ependes et Senèdes (commune de Bois-d'Amont)
  9. Commune de Bois-d'Amont, page d'accueil

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