Clèbes

Kanton Wallis · Bezirk: Conthey · Keine veröffentlichte Zahl für den Ort; die Gemeinde Nendaz zählt 7'352 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Gehört zur Gemeinde Nendaz

Herkunft des Namens Clèbes

Früher « Cleiby », « Cloiby » oder « Clouby » und in der Urkunde von 1434 « Glèbes » geschrieben, bleibt die Herkunft des Namens Clèbes dunkel.[2]

Gründung von Clèbes

Clèbes ist ein Dorf der Gemeinde Nendaz, auf 1'275 m am rechten Ufer der Printse, an der Grenze zu Veysonnaz. Hier wurden Armreifen aus der Latènezeit gefunden. Im Mittelalter haben die Edlen von Ayent und jene von Saxon hier Rechte, dann wird die Abtei Saint-Maurice Herrin des Ortes. Das Land von Clèbes bildet ein freies Eigen (Allod). Die Abtei lässt hier zweimal im Jahr, im Mai und im Oktober, ein allgemeines Gericht (plaid) unter dem Vorsitz des Viztums des Abtes abhalten, an dem über Verwaltung, Wälder, Suonen und Weiden beraten wird. In diesen beiden Monaten kann der Meier hier seine Rechte nicht ausüben. Die Leute von Clèbes zahlen dem Abt 15 Schilling am Gericht im Mai und 5 Schilling an jenem im Oktober, und ein Mistral zieht die Taille für den Einnehmer der Abtei ein. Für diese Untertanen besitzen die Äbte, die sich zuweilen « vidomne de Clèbes » nennen, ein kleines festes Haus in Vétroz.[1][2][3]

Geschichte von Clèbes

Latènezeit. In Clèbes wurden Armreifen aus dieser Zeit gefunden.[1]

1163. Bischof Amédée de la Tour erhält von Abt Burchard von Agaune die Pfarrei Saint-Léger de Nendaz und den unter anderem in Clèbes erhobenen Getreidezehnten.[2]

1289. Die Abtei Saint-Maurice erwirbt das Lehen Clèbes von François de Saxon und seiner Schwester Béatrice für 15 Mauriser Pfund und 10 Schilling. Im selben Jahr tritt ihr ein Nentherme d'Ayent seine Rechte ab oder schenkt sie ihr.[2]

1379. Ein Prozess zwischen dem Abt von Saint-Maurice und dem Kastlan von Conthey um das Viztumamt von Clèbes wird zugunsten des Abtes entschieden.[2]

1434. Am 31. Mai verleiht Aymon de Corbières in Conthey Perronet Cavelli das Amt der Meiereien Brignon, Clèbes und Heys.[2]

1707. Das Dorf erhält eine Kapelle, die Notre-Dame de la Visitation geweiht ist.[6]

1904. Am Nachmittag des 8. August zerstört ein Brand einen grossen Teil der damals meist hölzernen und dicht gedrängten Häuser. Auch die Kapelle brennt. Das Dorf wird ausschliesslich in Stein wieder aufgebaut und die Kapelle neu errichtet.[3][6]

1912. Zusammen mit Veysonnaz und Verrey verlässt Clèbes die Pfarrei Nendaz und bildet eine neue Pfarrei, deren Kirche in Veysonnaz von 1905 stammt. Clèbes und Verrey bleiben in der Gemeinde Nendaz, und die Einwohner erreichen, dass in ihrer Kapelle weiterhin drei Messen pro Woche gelesen werden.[6]

Historische Orte in Clèbes

Dorfkern. Seine Steinhäuser stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert, nach dem Brand.[3]

Kapelle Notre-Dame de la Visitation. Dorfkapelle, nach dem Brand wieder aufgebaut. Bis zum Bau der Kirche von Veysonnaz wurde hier regelmässig die Messe gefeiert, so dass die Einwohner nicht nach Basse-Nendaz hinuntergehen mussten.[6]

Scheunen. Das Dorf bewahrt kleine traditionelle Scheunen, in denen Heu, Stroh und Getreide gelagert wurden.[3][7]

Kreuzweg und Moränenweg. Ein Kreuzweg führt vom oberen Dorfende zur Suone von Vex. Am anderen Ende führt ein Weg auf einer Gletschermoräne zur Suone von Salins.[3][7]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Nendaz » (Pierre Carruzzo), version du 02.11.2010
  2. Lucien Lathion, « Nendaz au moyen âge », communication à l'assemblée de la Société d'histoire du Valais romand, Nendaz, 24 mai 1931, via RERO DOC
  3. Nendaz Tourisme, « Clèbes »
  4. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  5. geo.admin.ch, recherche de lieux (Nendaz)
  6. Veysonnaz Tourisme, « Clèbes Chapel »
  7. Nendaz Tourisme, « Hike Bisse de Salins - Bisse de Vex »

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