Gurmels
Herkunft des Namens Gurmels
Der Name erscheint 1186 als « Cormulnes », dann 1228 als « Cormunec » und 1242 als « Cormugnes ». Die deutsche Form « Gurmols » ist ab 1240 belegt, der französische Name Cormondes setzt sich ab dem 15. Jahrhundert durch. Er dürfte vom romanischen « curtis », Hof oder Landbesitz, und einem germanischen Personennamen stammen, vermutlich « Mundo ».[1][3]
Gründung von Gurmels
Gurmels (Cormondes) entstand um die Kirche St. German, die im 9. und 10. Jahrhundert gegründet wurde und lange als einzige die Toten einer grossen Pfarrei bestatten durfte, zu der auch Cordast, Guschelmuth, Liebistorf, Kleinbösingen und Wallenbuch gehörten. Die Geschichte dieser Dörfer ist über Jahrhunderte mit den Herren von Vivers verbunden, auf die die Herren von Pont folgten, Lehensleute der Grafen von Thierstein. Diese verkauften das Ganze 1442 an Freiburg. Heute stellen Holzindustrie und Gewerbe die meisten Arbeitsplätze, und mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitet in Bern, Freiburg oder Murten. Seit 1978 hat die Gemeinde durch aufeinanderfolgende Fusionen Monterschu, Kleingurmels, Guschelmuth, Liebistorf, Wallenbuch, Cordast und auf den 1. Januar 2026 Ulmiz vereinigt.[1][2][3][4]
Geschichte von Gurmels
Mesolithikum. Jäger und Fischer leben in der Gegend. Der Dürenberg bleibt danach ohne Unterbruch bis in die Römerzeit besiedelt.[1][2]
1.-5. Jahrhundert. Eine römische Siedlung und ein Friedhof liegen auf dem Dürenberg.[2]
5.-10. Jahrhundert. Ein grosses Gräberfeld entsteht, und auf dem Dürenberg wird eine erste einfache Kirche gebaut.[1][2]
9.-10. Jahrhundert. Die Kirche St. German wird gegründet. Als Zentrum einer Grosspfarrei besitzt sie allein das Bestattungsrecht.[2]
1228. Die Chronik von Estavayer nennt die Pfarrei und ihre Kirche St. German.[1][2]
1293. Die Herren von Pont erben Gurmels vom letzten Ritter von Vivers, unter der Lehensherrschaft der Grafen von Thierstein.[2][3]
1339. Erste Erwähnung der Marienkapelle auf dem Dürenberg.[1][2]
1442. Die Grafen von Thierstein verkaufen Gurmels und die alte Pfarrei an Freiburg, das sie der Alten Landschaft im Spitalpanner zuteilt.[1][2][3]
1525. Ein Grossbrand zerstört einen Teil des Dorfes.[2][3]
1605. Erneut wütet das Feuer und vernichtet 34 Firste, darunter Kirche und Pfarrhaus. Die Kirche wird danach wohl weitgehend neu gebaut.[2][3]
1798-1848. Gurmels gehört bis 1803 zum Bezirk Murten, bis 1830 zum Bezirk Freiburg, dann zum Deutschen Bezirk, bevor es zum Seebezirk kommt.[1]
1830. Aus der alten Pfarrei gehen neun politische Gemeinden hervor, deren Zentrum Gurmels bleibt.[2]
1899-1900. Die Kirche St. German erhält ein dreischiffiges Langhaus.[2]
1902. Das Gemeindearchiv, das in einem Bauernhof lag, verbrennt mit den Akten aus der Zeit vor 1830.[2][3]
1978. Grossgurmels und Monterschu fusionieren aufgrund eines Dekrets vom 9. Februar 1978.[1][4][6]
2000. Mit Kleingurmels überschreitet die Gemeinde erstmals 1'500 Einwohner.[1][2][4][6]
2003. Guschelmuth, Liebistorf und Wallenbuch schliessen sich Gurmels an, das nun 2'579 Einwohner zählt.[1][2][4][6]
2005. Auch Cordast fusioniert mit Gurmels, rückwirkend auf den 1. Januar.[1][2][4][6]
2025. Am 9. Februar wird die Fusion mit Ulmiz in Gurmels mit 1'098 gegen 209 und in Ulmiz mit 145 gegen 116 Stimmen angenommen. Der Grosse Rat genehmigt sie am 23. Mai.[4][5]
2026. Ulmiz wird am 1. Januar Teil der Gemeinde Gurmels.[4]
Bevölkerung von Gurmels
Quellen und Referenzen: [1][2][8]
| 1850 | 420 |
| 1900 | 543 |
| 1950 | 723 |
| 1980 | 974 |
| 2000 | 1'521 (mit Kleingurmels) |
| 2003 | 2'579 (nach der Fusion) |
| 2025 | 5'139 (mit Ulmiz) |
Historische Orte in Gurmels
Kirche St. German. 1228 erwähnt, 1605 abgebrannt und danach weitgehend neu gebaut, erhält sie 1899-1900 ein dreischiffiges Langhaus. Aussen wird sie 1962-1963, innen 1972-1973 renoviert. Sie steht im Inventar der Kulturgüter von regionaler Bedeutung.[1][2][7]
Marienkapelle auf dem Dürenberg. 1339 bezeugt und zu einem viel besuchten Wallfahrtsort geworden, wurde sie 1982 bis 1985 restauriert. Auch sie steht im Inventar der Kulturgüter von regionaler Bedeutung.[1][2][7]
Überreste in Gurmels
Siedlung auf dem Dürenberg. Die Grabungen haben Spuren einer ununterbrochenen Besiedlung von der Mittelsteinzeit bis in die Römerzeit freigelegt, darunter eine römische Siedlung und einen Friedhof aus dem 1. bis 5. Jahrhundert.[1][2]
Merowingisches Gräberfeld. Ein grosser frühmittelalterlicher Friedhof mit reichen Grabbeigaben und Steinsärgen wurde auf dem Dürenberg entdeckt.[1][2]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Cormondes » (Olivier Aebischer, version du 12.12.2013)
- Commune de Gurmels, « Jahrzahlen Geschichte » (chronologie, PDF)
- Commune de Gurmels, « Gurmels » (histoire des villages)
- Conseil d'État du canton de Fribourg, message 2024-DIAF-28 du 15 avril 2025 accompagnant le projet de décret relatif à la fusion des communes de Gurmels et Ulmiz
- Grand Conseil du canton de Fribourg, affaire 2024-DIAF-28, « Fusion des communes de Gurmels et Ulmiz » (décret accepté le 23.05.2025)
- État de Fribourg, Recueil systématique (RSF 141.1.2), « Liste chronologique des fusions, divisions et changements de nom des communes »
- Office fédéral de la protection de la population, « Révision Inventaire PBC 2021 : liste cantonale, canton de FR » (état au 1.1.2026)
- Service de la statistique du canton de Fribourg (SStat), « Population des communes, de 1900 à 2025 » (T01-02-03), population résidante permanente au 31.12.2025
Ortschaften der Gemeinde mit eigener Seite
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