La Praz
Herkunft des Namens La Praz
Erste Erwähnung 996/997 als «in villare Prata», dann «ad villam que vocatur li Pra» 1276, «Adeline de la Praa» 1282, «de la Praz» 1403, «villagium de Prata» und «hominibus de Lapra» um 1440, «villagii dez la Pra» 1553. Der Name ist die frankoprovenzalische Form des lateinischen «pratum», «Wiese». Das Vorhandensein des Artikels im Ortsnamen würde auf eine Gründung um das 10. Jahrhundert hinweisen (zu überprüfen); das Dorf ist jedenfalls seit 996/997 belegt.
Gründung von La Praz
Der Ort wurde seit der Urgeschichte aufgesucht, wie der nahe Cromlech und Schalensteine bezeugen. Das mittelalterliche Dorf, dessen Name eine Wiese bezeichnet, soll aus einer frühmittelalterlichen Rodung entstanden sein, der Form des Ortsnamens nach um das 10. Jahrhundert (zu überprüfen); es wird seit 996/997 erwähnt. Keine der konsultierten Quellen nennt einen Gründer. Im Mittelalter gehört La Praz zur Herrschaft des Klosters Romainmôtier und hat einen eigenen Meier (mayor), belegt seit 1330; diese Abhängigkeit setzt sich nach 1536 in der bernischen Landvogtei Romainmôtier fort. Kirchlich ist das Dorf eine Filiale der Pfarrei Mont-la-Ville, die vom Abt des Lac de Joux und nach der Reformation von der Landvogtei Yverdon abhing. Das Dorf, das sich von den Pestzügen des 14. Jahrhunderts nicht erholte, lebte stets von der Landwirtschaft (Getreide, Rinderzucht) und seinen Wäldern, die etwa die Hälfte des Gemeindegebiets bedecken.
Geschichte von La Praz
Urgeschichte. Spuren urgeschichtlicher Besiedlung und Schalensteine; wahrscheinliche Errichtung des Cromlechs im Wald südlich des Dorfes (Datierung nicht gesichert).
996/997. Erste Erwähnung als «in villare Prata».
1276. Erwähnung «ad villam que vocatur li Pra»; das Dorf gehört zum Kloster Romainmôtier.
1282. Erwähnung einer «Adeline de la Praa».
1330. Das Dorf zählt 24 Feuerstätten und hat einen eigenen Meier (mayor), der ab diesem Jahr belegt ist.
14. Jahrhundert. Das Dorf erholt sich nicht von den Pestzügen: 1529 zählt es nur noch 6 Feuerstätten.
1403. Der Name erscheint in der Form «de la Praz».
um 1440. Erwähnungen des «villagium de Prata» und der «hominibus de Lapra».
1536. Bernische Eroberung der Waadt: La Praz wird in die Kastlanei und die Landvogtei Romainmôtier eingegliedert (bis 1798).
1588. La Praz und Mont-la-Ville schliessen eine Vereinbarung über den Unterhalt des Friedhofs und der Glocken.
1745. Die im 18. Jahrhundert belegte Kapelle des Dorfes erhält eine Glocke.
1798. Unter der Helvetischen Republik gehört La Praz zum Kanton Léman und wird dem Bezirk Orbe zugeteilt (bis 2006), ab 1803 dann zum Kanton Waadt.
1841. Bau des Temple durch den Lausanner Architekten Henri Perregaux.
1871. Der Cromlech wird von P. Vionnet untersucht.
1881. Ein Brand zerstört zahlreiche Häuser des Dorfes.
1900. Der Cromlech wird als historisches Denkmal eingetragen (zu überprüfen).
1928. Annahme des Gemeindewappens, das an die ausgedehnten Wälder der Gemeinde erinnert.
1960. Der Temple wird als historisches Denkmal eingetragen.
1970. Demografischer Tiefpunkt (102 Einwohner) nach einer langen Zeit der Landflucht.
1984. Beginn der Güterzusammenlegung (Meliorationen).
2006. Auflösung des Bezirks Orbe: La Praz kommt zum Bezirk Jura-Nord vaudois.
2015. Die Käserei des Dorfes gewinnt den Mondial de la fondue in der Kategorie Profis.
Bevölkerung von La Praz
| 1330 | 24 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1529 | 6 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1550 | 8 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1764 | 104 |
| 1803 | 143 |
| 1850 | 247 |
| 1900 | 208 |
| 1950 | 139 |
| 1970 | 102 |
| 2000 | 117 |
| 2022 | 183 |
| 2023 | 206 |
| 2025 | 214 |
Historische Orte in La Praz
Temple von La Praz. Reformierter Temple, 1841 vom Lausanner Architekten Henri Perregaux erbaut, nach einem traditionellen Grundriss mit dreiseitigem Chorabschluss, der danach in anderen Waadtländer Kirchen übernommen wurde. Er wurde 1960 als historisches Denkmal eingetragen.
Käserei. Die Käserei des Dorfes, die die Milch der örtlichen Betriebe namentlich zu Gruyère AOP verarbeitet, veranschaulicht die Ausrichtung der Gemeinde auf die Milchwirtschaft.
Überreste in La Praz
Cromlech von La Praz. Im Wald zwischen La Praz und Mont-la-Ville bildet eine Gruppe grosser Blöcke, die im Kreisbogen oder als Fünfeck von etwa 8 Metern Durchmesser angeordnet sind, einen Cromlech, ein im Kanton seltenes megalithisches Denkmal. Der Südblock trägt etwa 170 Schälchen von 2 bis 7 cm Durchmesser und ein grösseres Schälchen (18 cm), von dem Rinnen ausgehen. Im 19. Jahrhundert (1871) ausgegraben oder untersucht, hat die Stätte keine datierbaren Funde geliefert; sie ist vom Kanton geschützt (Eintragung 1900 laut einer Quelle, Schutz seit 1989 laut einer anderen; zu überprüfen). Ihre genaue Funktion bleibt unbekannt.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « La Praz »
- Wikipédia, « La Praz »
- Wikipedia (de), « La Praz VD »
- Wikipedia (en), « La Praz »
- Feuille des avis officiels du canton de Vaud, « Alphabet des communes vaudoises : La Praz »
- Wikipédia, « Cromlech de La Praz »
- Archeoplus, « La Praz (VD) »
- Statistique Vaud, « Population résidante permanente au 31 décembre 2025 »
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