Wappen von Le Petit-Saconnex

Le Petit-Saconnex

Kanton Genf · 18'978 Einwohner (1930, ehemalige Gemeinde Le Petit-Saconnex, letzte Zahl vor der Fusion)
Gehört zur Gemeinde Genève
Ansicht von Le Petit-Saconnex
Foto: MHM55, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Le Petit-Saconnex

Der Ort erscheint 1265 in der Form « Saconay-Lo-Petit ». Die Bedeutung des Namens ist unbekannt.[1]

Gründung von Le Petit-Saconnex

Lange vor dem Weiler ist das rechte Seeufer bewohnt: Seit dem mittleren Neolithikum bestehen Ufersiedlungen in Les Pâquis. In römischer Zeit durchqueren drei vom Pont de l'Ile ausgehende Strassen das Gebiet, auf dem ein Gutshof liegt. Im Frühmittelalter entstehen Gräberfelder in Grand-Pré und Le Petit-Saconnex, und die Kirche Saint-Jean-hors-les-Murs, dem Kloster Ainay in Lyon geschenkt, wird ein Benediktinerpriorat. Der Ort gehört zur Herrschaft Gex, im 14. Jahrhundert savoyisch, dann zu Genève und bis zum Ende des Ancien Régime zum Mandement Peney. Die politische Gemeinde, unter französischer Herrschaft geschaffen, umfasste um den Weiler Le Petit-Saconnex als Hauptort die Quartiere Les Pâquis, Le Prieuré, Sécheron, Les Grottes, Grand-Pré, Varembé, Morillon, Beaulieu, Moillebeau, La Servette, Les Charmilles und Saint-Jean. Heute gehört sie zur Gemeinde Genève.[1][2]

Geschichte von Le Petit-Saconnex

3000-750 v. Chr.. Ufersiedlungen in Les Pâquis, vom mittleren Neolithikum bis zum Ende der Bronzezeit.[1]

6.-7. Jahrhundert. Ein Holzheiligtum geht der Kirche Saint-Jean-hors-les-Murs voraus. In Grand-Pré und Le Petit-Saconnex entstehen Gräberfelder.[1]

vor 1107. Bischof Guy de Faucigny schenkt Saint-Jean-hors-les-Murs dem Kloster Ainay in Lyon, das dort ein Benediktinerpriorat gründet, 1536 zerstört.[1]

1265. Erwähnung des Ortes in der Form « Saconay-Lo-Petit ».[1]

1355. Die Herrschaft Gex, zu der das rechte Ufer gehört, geht an Savoyen über.[1]

1458. Erste Erwähnung einer Ziegelei in Les Pâquis.[1]

1508. Herzog Karl III. von Savoyen schenkt die Weiden von Les Pâquis dem Pestspital in Plainpalais.[1]

1536. Bern überlässt Genève das Pays de Gex. Der Ort gehört danach bis zum Ende des Ancien Régime zum Mandement Peney.[1]

1590. Der Weiler wird im Krieg zwischen Genève und Savoyen niedergebrannt.[1]

1621. Der Ort, der zur Kirchgemeinde Saint-Gervais gehörte, bildet eine eigene Kirchgemeinde. Die Kirche wird 1624-1628 gebaut.[1]

1710. Die erste Indiennefabrik von Genève nimmt in Les Pâquis den Betrieb auf.[1]

1798. Gründung der politischen Gemeinde unter französischer Herrschaft, mit einem Maire, zwei Adjunkten und einem Munizipalrat.[1]

1850. Die Gemeinde verliert Les Pâquis, Montbrillant und Les Grottes an die Stadt Genève.[1]

1858. Eröffnung des ersten Bahnhofs Cornavin, 1927-1932 umgebaut.[1]

1894. Das erste elektrische Tram des Kantons verbindet den Weiler mit dem Zentrum von Genève.[1]

1904. Eröffnung des botanischen Gartens auf einer Parzelle des Ariana-Guts.[1]

1918-1919. Bau der Werkstätten in Sécheron.[1]

1930. Im Mai wird die Fusion mit der Stadt Genève mit 2'150 Ja gegen 186 Nein angenommen.

1931. Die Fusion wird am 10. Juli vollzogen: Le Petit-Saconnex wird bis 1958 ein Arrondissement der Stadt Genève. Danach lässt der Völkerbund im Ariana-Park seinen Palast errichten.[1][2]

Bevölkerung von Le Petit-Saconnex

Quellen und Referenzen: [1][3]

Bevölkerung von Le Petit-Saconnex
153023 Feuerstätten (Haushalte)
18501'106
19006'383
19109'310
192015'103
193018'978 (letzte Zahl vor der Fusion)

Historische Orte in Le Petit-Saconnex

Temple du Petit-Saconnex. Reformierte Kirche, 1624-1628 nach der Gründung der Kirchgemeinde 1621 erbaut und mehrfach umgebaut.[1]

Les Pâquis. Ehemalige Weiden, 1508 dem Pestspital geschenkt, wo die Schifffahrtsgesellschaft 1677 einen Schiessplatz und einen Hafen einrichtet und 1710 die erste Indiennefabrik von Genève den Betrieb aufnimmt. Das Quartier geht 1850 an die Stadt.[1]

Ariana-Gut. Grosses Gut, auf dem 1904 der botanische Garten eröffnet wird und auf dem der Völkerbund nach der Fusion von 1931 seinen Palast errichten lässt.[1]

Bahnhof Cornavin. Erster Bahnhof von Genève, 1858 auf dem Gemeindegebiet eröffnet und 1927-1932 umgebaut.[1]

Überreste in Le Petit-Saconnex

Prähistorische und römische Überreste. Ufersiedlungen in Les Pâquis (mittleres Neolithikum bis Ende der Bronzezeit) und Reste eines römischen Gutshofs, gefunden auf dem Gut der Bartholoni.[1]

Frühmittelalterliche Gräberfelder. In Grand-Pré und Le Petit-Saconnex freigelegte Friedhöfe des Frühmittelalters.[1]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Petit-Saconnex, Le » (version allemande lue)
  2. Ville de Genève, Compte rendu de l'administration municipale pendant l'année 1931 (1932)
  3. Bureau de statistique du canton de Genève, Rapport du Bureau de statistique pendant l'année 1931 (1932), tableau 4
  4. geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (coordonnées)

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