Lentigny
Herkunft des Namens Lentigny
Lentigny erscheint 1142 in der Form « Lintiniei ». Der Name soll von einem lateinischen Personennamen, Lentinius, mit der Endung -acum, später -y, stammen. Auf Deutsch hiess der Ort früher Lentenach.[1][2]
Gründung von Lentigny
Lentigny liegt auf einer Anhöhe inmitten einer sumpfigen Ebene, abseits der grossen Strassen. Im 12. Jahrhundert erben die Herren von Glâne Land in der Gegend von ihren angeheirateten Verwandten, den Vilar Walbert. Das Dorf gehört damals zur Herrschaft Montagny. Es untersteht zuerst der Pfarrei Onnens, und nach der Trennung ernennt die Abtei Hauterive den Pfarrer. Lentigny liegt heute in der Gemeinde La Brillaz (Fusion von 2001).[1][2]
Geschichte von Lentigny
1142. Das Dorf wird unter dem Namen « Lintiniei » erwähnt.[1]
12. Jahrhundert. Die Herren von Glâne erben Land um Lentigny, das zur Herrschaft Montagny gehört.[1]
Vor 1173. Im Dorf besteht bereits eine Kapelle.[1]
1447. Freiburg brennt Lentigny im Konflikt mit Savoyen nieder.[1]
1478. In den Burgunderkriegen an Freiburg gekommen, wird das Dorf der Vogtei Montagny eingegliedert.[1][2]
1588. Lentigny trennt sich von Onnens und wird eine Pfarrei, deren Kollatur der Abtei Hauterive gehört.[1][2]
1639. Eine neue Kirche ersetzt die Kapelle.[1][2]
1798. Die Gemeinde gehört zum Bezirk Payerne, 1803 zum Bezirk Montagny, dann von 1815 bis 1848 zum Bezirk Freiburg.[1]
1837-1840. Die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens ersetzt die von 1639.[1][2]
1848. Der Saanebezirk vereint erstmals Lentigny, Lovens und Onnens.[1][2]
1869. Auf dem Gebiet von Autigny entsteht eine Ziegelei. Sie wird rund hundert Personen beschäftigen.[1][2]
1894. Abbé Ambroise Villard, Pfarrer von Farvagny, entwirft die Kapelle von Pellevoisin, die aus Ziegeln von Lentigny gebaut wird. Ihre Statue wird am 5. Oktober 1902 gesegnet.[2]
1901. Das Schulhaus wird in der Dorfmitte gebaut, mit getrennten Eingängen für Mädchen und Knaben. Die Gemeinde nimmt 46'000 Franken auf.[2]
1905. Der Ton an Ort und Stelle geht zur Neige. Eine Seilbahn verbindet Lovens mit Lentigny, um den Ton aus dem Moor von Nex heranzuführen.[2]
1909. Auf eine erste Entwässerung der Sümpfe folgen weitere 1937 und 1945-1946. Bis 1945 wird dort Torf gestochen.[1]
1931. Die Ziegelei zieht nach Corbières um.[1][2]
1946. Eine Feinkeramikfabrik nimmt den Betrieb auf und stellt von 1954 bis 1961 Porzellan her. Ein Brand zerstört das Gebäude am 13. August 1962.[1][2]
1990er Jahre. Lentigny wird zur Wohngemeinde.[1][2]
2001. Am 1. Januar bilden Lentigny, Lovens und Onnens die Gemeinde La Brillaz, aufgrund eines Dekrets vom 16. November 2000.[1][3]
Bevölkerung von Lentigny
Quellen und Referenzen: [1]
| 1811 | 201 |
| 1850 | 246 |
| 1900 | 408 |
| 1950 | 440 |
| 2000 | 638 |
Historische Orte in Lentigny
Kirche Saint-Pierre-aux-Liens. Von 1837 bis 1840 erbaut, trägt sie einen barocken Zwiebelturm nach österreichischem oder süddeutschem Vorbild.[1][2]
Kapelle von Pellevoisin. 1894 aus Ziegeln von Lentigny nach Plänen von Abbé Ambroise Villard, Pfarrer von Farvagny von 1869 bis 1903, errichtet, erinnert sie an die Wallfahrt von Pellevoisin im Departement Indre.[2]
Überreste in Lentigny
Jungsteinzeit. Funde aus der mittleren und jüngeren Jungsteinzeit wurden entdeckt.[1]
Grabhügel. Zwei Grabhügel stammen aus der Hallstattzeit.[1]
Gallorömische Reste. Gallorömische Überreste, vielleicht eines Gutshofs oder einer Töpferwerkstatt, und römische Münzen wurden gefunden.[1][2]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Lentigny » (Marianne Rolle, version du 15.05.2006)
- Commune de La Brillaz, « Historique » (Jean-Marie Barras et Christine Barras, octobre 2023)
- État de Fribourg, « Liste chronologique des fusions, divisions et changements de nom des communes » (RSF 141.1.2), législation fribourgeoise
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