Les Forges

Kanton Jura · Bezirk: Delémont · Keine veröffentlichte Zahl für die Ortschaft; die Gemeinde Haute-Sorne zählt 7'532 Einwohner (31.12.2025)
Gehört zur Gemeinde Haute-Sorne

Herkunft des Namens Les Forges

Der Name bezeichnet den ehemaligen Eisenwerkskomplex: Das Bergwerk und die Giesserei von Undervelier, die 1599 vom Fürstbischof von Basel wieder in Betrieb genommen wurden, hiessen « les Forges ». Man findet ihn 1841 im Firmennamen der « Société des Forges d'Undervelier et Dépendances ».[1]

Gründung von Les Forges

Der Weiler entstand aus der Eisenindustrie. Fürstbischof Jacques-Christophe Blarer de Wartensee hatte als Ausgleich für den Verlust seiner Rechte in Basel das Laufental und die Täler um Delémont erhalten. Um die Verschuldung des Fürstentums zu begrenzen, nimmt er mehrere Bergwerke und Giessereien wieder in Betrieb, darunter jene von Undervelier. Sogleich werden hier ein grosses Gebäude für die Zentralverwaltung und ein Wohnhaus für die Besuche des Fürstbischofs errichtet. Der Ort liegt in einer Erweiterung der Klus der Sorne, etwa auf halbem Weg zwischen Undervelier und Berlincourt, auf einem flachen, von bewaldeten Felswänden gesäumten Talboden. Er gehörte zur Gemeinde Undervelier, die seit 2013 Teil von Haute-Sorne ist.[1][2]

Geschichte von Les Forges

1599. Der Fürstbischof von Basel Jacques-Christophe Blarer de Wartensee nimmt das Bergwerk und die Giesserei von Undervelier wieder in Betrieb: Entstehung von Les Forges.[1][2]

1600. Bau eines grossen Gebäudes für die Zentralverwaltung und eines Wohnhauses für die Besuche des Fürstbischofs.[1]

Dreissigjähriger Krieg. Die Eisenwerke werden geschlossen.[1]

1653. Wiedereröffnung der Eisenwerke.[1]

18. Jahrhundert. Bau des Herrenhauses (1780er Jahre) und Ausbau der Anlagen.[1]

1793. Les Forges gehen in private Hände über. Sie umfassen damals einen Hochofen, eine Frischerei und einen Hammer.[1][2]

1821. Erweiterung der Anlagen: Schmiedeofen, grosser Hammer und Spenglerwerkstatt.[1]

1841. Gründung der « Société des Forges d'Undervelier et Dépendances ».[1]

1871-1873. Die Siegfriedkarte zeigt den Industriekanal von Les Forges.[1]

1879. Die Gesellschaft Louis von Roll kauft die gesamte Anlage.[1]

1880. Von Roll stellt den Betrieb ein und reisst die Werkstätten ab.[1][2]

Nach 1880. Von Roll richtet kurzzeitig eine Werkstatt zur Herstellung von Gewehrschäften für die Schweizer Armee ein. Die Gebäude dienen danach als Ferienkolonie für seine Lehrlinge und werden später an einen Schreiner des Dorfes verkauft.[1]

Historische Orte in Les Forges

Herrenhaus. In den 1780er Jahren erbaut, auf quadratischem Grundriss mit zwei Geschossen, mit gebrochenem Walmdach, zweiläufiger Aussentreppe und Eckquadern. Es soll dem Bischof von Basel als Absteige gedient haben.[1]

Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. Langgestrecktes Gebäude parallel zur Strasse mit Wohnteil und Scheune, Satteldach, von weissem Kalkstein gerahmten Fenstern und grossem rundbogigem Scheunentor.[1]

Arbeiterwohnhaus und Brunnen. Dreigeschossiges Arbeiterwohnhaus mit Krüppelwalmdach und fünf Fensterachsen. Vor den Gebäuden ein Brunnen aus der Zeit Louis XVI mit kugelbekröntem Stock und ovalem Trog.[1]

ISOS-Ortsbild. Der Weiler gehört zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Eintrag « Cluses d'Undervelier ».[1]

Überreste in Les Forges

Werkstatt und Kanal. Die Eisenwerksanlagen (Hochofen, Frischerei, Hammer) sind verschwunden. Eine grosse, stark veränderte Werkstatt ist der einzige Überrest der ursprünglichen Industrietätigkeit. Der Kanal, der auf der Siegfriedkarte von 1871-1873 sichtbar ist, hat seine industrielle Funktion verloren.[1]

Quellen

  1. Inventaire fédéral des sites construits (ISOS), « Cluses d'Undervelier »
  2. Dictionnaire historique de la Suisse, « Undervelier »
  3. Statistique Jura, tableau JU-T.01.01.03, population résidante permanente au 31 décembre 2025
  4. Office fédéral de topographie swisstopo, map.geo.admin.ch

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