Môtier (Vully)

Kanton Freiburg · Bezirk: Lac · 228 Einwohner (1991)
Gehört zur Gemeinde Mont-Vully

Herkunft des Namens Môtier (Vully)

Das Dorf wird 1230 als « Mostier » erwähnt. Zwei Jahre zuvor, 1228, trug die Pfarrei noch den Namen Lugnorre.[1]

Gründung von Môtier (Vully)

Môtier ist ein Weinbau-Strassendorf am Nordufer des Murtensees. Seine Kirche Saint-Pierre, auf romanischen Fundamenten errichtet, gehörte zu einer Pfarrei, die Haut-Vully und Bas-Vully umfasste. Das Dorf war der Verwaltungsmittelpunkt der ehemaligen Gemeinde Haut-Vully. Patrizierfamilien bauten hier vom 17. bis zum 19. Jahrhundert Weinbauernhäuser. Seit 2016 gehört Môtier zur Gemeinde Mont-Vully.[1]

Geschichte von Môtier (Vully)

1228. Die Pfarrei wird mit dem Namen Lugnorre bezeichnet.[1]

1230. Das Dorf erscheint als « Mostier ».[1]

Anfang 16. Jahrhundert. Die Kirche Saint-Pierre wird erweitert.[1]

1530. Mit der Reformation geht die Kollatur der Kirche an Bern.[1]

17. Jahrhundert. In Môtier drehen sich zwei Mühlen.[1]

Um 1700. Eine Schule wird gebaut. Sie wird 1833 neu errichtet.[1]

1824. Das Kirchenschiff wird neu gebaut.[1]

1860. Oberst Friedrich Schwab entdeckt die jungsteinzeitliche Ufersiedlung südöstlich des Dorfes.[1][2]

1868-1891. Die erste Juragewässerkorrektion bringt Landgewinn am See.[1]

1892. Die Freie Evangelische Kirche baut ihre Kapelle.[1]

1944. Die Kirche wird restauriert.[1]

2011. Die Station Môtier I wird ins Unesco-Welterbe aufgenommen.[2][3]

2016. Mit Haut-Vully kommt Môtier zur Gemeinde Mont-Vully.[1]

Bevölkerung von Môtier (Vully)

Quellen und Referenzen: [1]

Bevölkerung von Môtier (Vully)
1558-155927 Feuerstätten
165750 Häuser
1811369 Einwohner
1860254 Einwohner
1991228 Einwohner

Historische Orte in Môtier (Vully)

Reformierte Kirche, ehemalige Kirche Saint-Pierre. Auf romanischen Fundamenten erbaute Kirche, Anfang des 16. Jahrhunderts erweitert, mit 1824 neu gebautem Schiff, 1944 restauriert. Im Kulturgüterinventar verzeichnet (B-Objekt).[1][3]

Kapelle der Freien Evangelischen Kirche. 1892 erbaute Kapelle.[1]

Patrizische Weinbauernhäuser. Das Dorf bewahrt patrizische Weinbauernhäuser aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert.[1]

Manoir Gatschet und Haus von W.J. Merz. Zwei Wohnsitze an der Route du Lac, Kulturgüter von nationaler Bedeutung (A-Objekte).[3]

Hôtel Richard und Haus En Chambaz. Zwei weitere Bauten an der Route du Lac, im Kulturgüterinventar verzeichnet (B-Objekte).[3]

Überreste in Môtier (Vully)

Ufersiedlung Môtier I. 1860 entdecktes jungsteinzeitliches Dorf, eine der 56 Schweizer Pfahlbaustationen im Unesco-Welterbe. Es erstreckt sich über rund 13'000 m² und etwa 200 m entlang des Ufers, und wohl folgten hier mehrere Dörfer aufeinander. Bohrungen zeigten eine sehr gut erhaltene Kulturschicht, stellenweise über 70 cm dick. Erhalten sind nur die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesammelten Funde, darunter zahlreiche geschliffene Steinbeile.[1][2][3]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Môtier » (Marianne Rolle), version du 03.04.2019
  2. Dictionnaire historique de la Suisse, « Haut-Vully - Môtier I » (Michel Mauvilly), version du 03.04.2019
  3. Office fédéral de la protection de la population, « Révision Inventaire PBC 2021 : liste cantonale, canton de FR » (état au 1.1.2026)

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