Wappen von Obergesteln

Obergesteln

Kanton Wallis · Bezirk: Goms · 195 Einwohner (2000, ehemalige Gemeinde Obergesteln, letzte Zahl vor der Fusion)
Gehört zur Gemeinde Obergoms
Ansicht von Obergesteln
Foto: André Schild, CC BY 2.5, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Obergesteln

Erstnennungen 1322 in der Form « castellione » und 1415 in der Form « obergestillen ». Der frühere französische Name lautete Châtillon-le-Haut. Die Etymologie ist ungeklärt.[1]

Gründung von Obergesteln

Obergesteln (Châtillon-le-Haut) liegt auf einer Stirnmoräne des Rhonegletschers rechts der Rhone auf 1'353 m. Ursprünglich von Ligurern und Kelten bewohnt, später romanisiert, wurde es im 8. und 9. Jahrhundert durch über die Grimsel einwandernde Alemannen germanisiert. Im Mittelalter und im Ancien Régime war es eines der neun Viertel des Zenden Goms und eine wichtige Station mit Sust und Zollstelle an der Verkehrsachse vom Berner Oberland nach Norditalien. Säumerei sowie Vieh- und Alpwirtschaft waren die Haupterwerbsquellen. 1515 regelte eine Bauernzunft die Nutzung von Alpen, Gemeingütern und Weiden von Obergesteln, Unterwassern und Oberwald. Die ersten Burgerstatuten stammen von 1647. Zunächst Teil der Grosspfarrei Münster, wurde Obergesteln 1493 selbstständige Pfarrei. Später entwickelte sich der Tourismus, mit der Feriensiedlung Schlüsselacker (500 Betten), einem Modellfall der Parahotellerie, und einem 1999 eröffneten Golfplatz. Seit dem 1. Januar 2009 bildet Obergesteln mit Oberwald und Ulrichen die Gemeinde Obergoms.[1]

Geschichte von Obergesteln

8.-9. Jahrhundert. Über die Grimsel einwandernde Alemannen germanisieren eine romanisierte ligurisch-keltische Bevölkerung.[1]

1211. Die historisch umstrittene Schlacht bei Ulrichen soll auf Obergesteler Gebiet stattgefunden haben.[2]

1309. Eine St. Martinskapelle wird als Zentrum des Rektorats erwähnt.[1]

1322. Erstnennung in der Form « castellione ».[1]

1415. Erwähnung in der Form « obergestillen ».[1]

um 1425. Fresken der alten Kapelle, von denen im als Friedhofskapelle erhaltenen Chor Fragmente bestehen.[1]

1435-1467. Streit mit Ulrichen um die Blasalp (1435, 1444, 1467).[2]

1493. Obergesteln wird selbstständige Pfarrei.[1]

1515. Bauernzunft für Alpen, Gemeingüter und Weiden von Obergesteln, Unterwassern und Oberwald.[1]

1647. Erste Burgerstatuten.

1693. Weihe der neuen Kirche.[1]

1720. Eine Staublawine zerstört die westliche Dorfhälfte und fordert 84 Tote.[1]

1860-1861. Bau der Strasse Fiesch-Oberwald.[1]

1868. Dorfbrand; Wiederaufbau in Stein statt in Holz.[1]

1915. Anschluss an die Furka-Oberalp-Bahn.[1]

1972. Kindergarten und Primarschule werden gemeinsam mit Oberwald und Ulrichen geführt.[1]

1982. Eröffnung des Furkabasistunnels; das Dorf richtet sich auf den Tourismus aus.

1999. Eröffnung eines Golfplatzes im Talgrund.[1]

2009. Am 1. Januar fusioniert Obergesteln mit Oberwald und Ulrichen zur Gemeinde Obergoms.[1][2][3]

Bevölkerung von Obergesteln

Quellen und Referenzen: [1]

Bevölkerung von Obergesteln
1850249
1900242
1950240
2000195

Historische Orte in Obergesteln

Pfarrkirche. 1693 geweiht, ersetzt sie die alte St. Martinskapelle, 1309 Zentrum des Rektorats und ab 1493 der selbstständigen Pfarrei.[1]

Steindorf. Nach dem Brand von 1868 wurde Obergesteln in Stein statt in Holz wiederaufgebaut.[1]

Feriensiedlung Schlüsselacker. Auf der linken Talseite gelegen, gilt die Feriensiedlung mit 500 Betten als Modellfall der Parahotellerie.[1]

Überreste in Obergesteln

Friedhofskapelle. Der als Friedhofskapelle erhaltene Chor der alten St. Martinskapelle bewahrt Freskenfragmente aus der Zeit um 1425.[1]

Quellen

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, « Obergesteln » (Robert Walpen, version du 05.01.2017, version allemande)
  2. Dictionnaire historique de la Suisse, « Ulrichen » (Alois Grichting, trad. Florence Piguet, version du 05.01.2017)
  3. Office fédéral de la statistique, Répertoire officiel des communes, mutation n° 2756 (01.01.2009)
  4. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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