Pensier
Herkunft des Namens Pensier
Der Name des Dorfes blieb mit einem Zweig der Freiburger Patrizierfamilie von Gottrau verbunden, den Gottrau de Pensier, deren Lehen das Herrenhaus war.[2][5]
Gründung von Pensier
Pensier ist ein Dorf der ehemaligen Gemeinde Barberêche, am Westufer des Schiffenensees, heute in der Gemeinde Courtepin. Seine Geschichte ist eng mit dem Herrenhaus verbunden. Die Praroman sind seit dem 15. Jahrhundert in Pensier ansässig, und die Gottrau kaufen dort ab dem späten 16. Jahrhundert Land. Durch Käufe und Tausch vereinen diese im 17. Jahrhundert den grössten Teil des Gebiets und bauen das Herrenhaus. Zum Gut gehörten auch eine Kapelle, eine Mühle und eine Sägerei an der Sonnaz sowie zwei Höfe.[1][2][3]
Geschichte von Pensier
15. Jahrhundert. Die Familie von Praroman ist in Pensier ansässig.[2]
Ende 16. Jahrhundert. Die Gottrau beginnen, in Pensier Land zu erwerben (nach anderer Darstellung ging das Land im 16. Jahrhundert umgekehrt von den Gottrau an die Praroman).[2][3]
Ende 17. Jahrhundert. Das Herrenhaus wird gebaut. Es besteht damals nur aus dem heutigen Südflügel, zwei Geschosse niedriger.[2][3]
1854-1864. Das Gut geht von den Gottrau an die Boccard (oder Ende des 19. Jahrhunderts, durch Heirat und Erbschaft).[2][3]
1898. Pensier erhält einen Bahnhof an der Linie Murten-Freiburg.[1]
1903. Nach der zweiten Vertreibung der Ordensgemeinschaften aus Frankreich stellen die Boccard das Herrenhaus Dominikanerinnen aus Bar-le-Duc zur Verfügung, die sich Dominikanerinnen von Pensier nennen. Sie eröffnen das Institut Saint-Dominique, ein internationales Mädchenpensionat. Die Architekten Frédéric Broillet und Charles Albert Wulffleff stocken den Südflügel auf.[2][3]
1922-1924. Broillet und Augustin Genoud bauen den Mitteltrakt mit einer Kapelle im obersten Geschoss.[3]
1959. Die Kongregation wird zur Römischen Kongregation des heiligen Dominikus.[3]
1975. Die alternden Schwestern schliessen das Pensionat und empfangen fortan Exerzitien.[3]
2002. Nach der Jubiläumsmesse, die Nuntius Pier Giacomo De Nicolò am 28. April feiert, verlassen die letzten fünf Dominikanerinnen Pensier. Die Gemeinschaft Verbe de Vie, seit 1993 im Haus, übernimmt es.[3][4]
2021. Die Schwestern von Verbe de Vie ziehen weg. Die katholische Privatschule Saint-Nicolas belegt einen Teil des Hauses.[3]
2023. Im Juli erwirbt das Bistum das Haus, das zum Centre Saint-Dominique wird.[3]
Historische Orte in Pensier
Herrenhaus Pensier, Centre Saint-Dominique. Das Herrenhaus vom Ende des 17. Jahrhunderts, 1903 und 1922-1924 erweitert, überragt einen Terrassenpark. Die Südfassade trägt eine Pergola auf toskanischen Molassesäulen, wohl um 1840, und ein kleiner Keller bewahrt ein Portal in gotischem Stil.[2][3]
Kapelle des Herrenhauses. Die ursprüngliche Kapelle, in einer Reihe mit Wohnhaus und Stallungen am Ostrand der Terrasse, ist vollständig erhalten.[2]
Bahnhof Pensier. Station der Linie Murten-Freiburg, 1898 eröffnet.[1]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Barberêche » (Marianne Rolle), version du 15.09.2009
- Swisscastles, « L'ancien manoir de Pensier (à Barberêche) »
- Centre Saint Dominique, Pensier, « Histoire »
- cath.ch (APIC), « Pensier : les Sœurs dominicaines tournent une page après un siècle de présence » (28.04.2002)
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Schaller, de » (Hubert Foerster), version du 20.09.2010
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