Wappen von Salgesch

Salgesch

Kanton Wallis · Bezirk: Leuk · 1'777 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Ansicht von Salgesch
Foto: Orphée (talk) 16:04, 23 October 2009 (UTC), CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Salgesch

Das Dorf erscheint im 11. Jahrhundert in der Form « Salconio », um 1225 als « Salquenum ». Auf Französisch heisst es Salquenen. Woher kommt der Name? Das ist noch offen.

Gründung von Salgesch

Salgesch (Salquenen), der westlichste deutschsprachige Ort des Wallis, liegt auf der rechten Seite des Rhonetals gegenüber dem Pfynwald, abseits der Talstrasse. Armringe und Fibeln aus Bronze, Eisen und Silber sowie römische Münzen aus Gräbern zeigen, dass der Ort mindestens seit der Eisenzeit bewohnt ist. Er lag im Gebiet der Seduner. Eine römerzeitliche Kultstätte auf dem Biel wurde später in eine Wallfahrtskapelle St. Johannes der Täufer umgewandelt. Seit dem frühen 13. Jahrhundert besass Salgesch ein Spital, das bis 1655 von einem Johanniterrektor verwaltet wurde und der Johanniterkomturei Conflans in Savoyen unterstand. Die Gemeinschaft gab sich 1520 eine erste schriftliche Bauernzunft und baute 1561 ihr Burgerhaus. Im Ancien Régime gehörte sie zum Tafelgut des Bischofs von Sitten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bauerndorf zu einem Weindorf.

Geschichte von Salgesch

Eisenzeit. Armringe, Fibeln und römische Münzen aus Gräbern beim Dorf und auf dem Biel belegen eine Besiedlung mindestens seit dieser Zeit. Der Ort liegt im Gebiet der Seduner.

Römerzeit. Auf dem Biel besteht eine Kultstätte. Sie wird später in eine Wallfahrtskapelle St. Johannes der Täufer umgewandelt.

11. Jahrhundert. Erste Erwähnung in der Form « Salconio ».

um 1225. Der Name erscheint in der Form « Salquenum ».

13. Jahrhundert. Seit Anfang des Jahrhunderts besitzt Salgesch ein Spital, das über 400 Jahre besteht, von einem Johanniterrektor verwaltet wird und der Komturei Conflans in Savoyen untersteht.

1412. Grenzbereinigung mit Varen, erneuert 1468 und 1664. Weitere folgen mit Siders (1484) und Leuk (1553 und 1804).

1520. Erste schriftliche Bauernzunft, 1575 um Regeln zur Nutzung des Pfynwalds ergänzt.

1537. Bau der Wallfahrtskapelle.

1561. Bau des Burgerhauses, Zeichen des Selbstbewusstseins der Burger.

1655. Kaspar Stockalper vom Thurm erwirbt die Johannitergüter im Wallis.

1680. Stockalper verkauft der Gemeinde die Wallfahrtskapelle und die Rechte in Salgesch.

1685. Salgesch löst sich von Leuk und wird eigene Pfarrei. Das Rektorat wird zum Pfarrhaus.

1687. Die gotische Wallfahrtskapelle wird erweitert und zur Pfarrkirche.

1808. Die Gemeinde kauft die bischöflichen Zehnten für 1'212 Kronen los.

1887. Bau der neugotischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer nach Plänen von Joseph de Kalbermatten.

nach 1945. Das Bauerndorf wird zum Weindorf mit über 40 Kellereien und 203 ha Reben.

1997. Am 17. Dezember stellt der Walliser Staatsrat das Gebiet von Pfyn (Siders, Salgesch, Varen und Leuk) unter Natur- und Landschaftsschutz.[2]

2006. Eröffnung der Oenothek « Der Hof ».

Bevölkerung von Salgesch

Quellen und Referenzen: [3]

Bevölkerung von Salgesch
1800250 Einwohner (um 1800)
1850406 Einwohner
1900671 Einwohner
19501'166 Einwohner
20001'198 Einwohner
20251'777

Historische Orte in Salgesch

Kirche St. Johannes der Täufer. Neugotische Pfarrkirche, 1887 nach Plänen von Joseph de Kalbermatten erbaut, als Ersatz für die 1687 erweiterte gotische Kapelle.

Der Biel und die Kapelle St. Johannes der Täufer. Hügel mit einer römerzeitlichen Kultstätte, die später in eine Wallfahrtskapelle umgewandelt wurde. Die Kapelle von 1537 wurde 1680 von Kaspar Stockalper an die Gemeinde verkauft.

Burgerhaus. 1561 erbaut, zeugt es vom Selbstbewusstsein der Burger von Salgesch.

Walliser Reb- und Weinmuseum. Ein Teil des Museums ist in einem der ältesten Häuser des Dorfkerns untergebracht.

Pfynwald. Wald, dessen Nutzung seit 1575 geregelt ist. Eine Dauerausstellung macht Salgesch zum Zentrum des Naturparks Pfyn-Finges.

Überreste in Salgesch

Gräber aus der Eisenzeit. Gräber beim Dorf und auf dem Biel, die Armringe und Fibeln aus Bronze, Eisen und Silber sowie römische Münzen lieferten.

Abri Mörderstein. Felsschutzdach im Pfynwald, wo 2002 bei Sondierungen für die Autobahn A9 Spuren einer der ältesten Siedlungen der Region um 4700 v. Chr. gefunden wurden, wobei die Datierung unsicher ist.

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse (version allemande), « Salgesch » (Anton Riva, version du 20.06.2012)
  2. Canton du Valais, Conseil d'Etat, « Entscheid betreffend den Schutz des Gebietes von Pfyn in Siders, Salgesch, Varen und Leuk » (17.12.1997), via LexFind
  3. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  4. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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