Selkingen
Herkunft des Namens Selkingen
Die Form « villa de Selgingen » ist 1374 belegt. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt.[1]
Gründung von Selkingen
Selkingen ist ein Haufendorf im Goms, rechts der Rhone am Walibach. Auch die heute verlassenen Weiler Zeit und Sechshäusern links der Rhone gehörten zur Gemeinde. Bis 1798 bildete Selkingen mit Biel einen Drittel des 1344 erstmals erwähnten Viertels Grafschaft, das eine eigene hohe Gerichtsbarkeit besass. 1510 war Wilhelm Gestiler der erste Ammann der Grafschaft aus Selkingen. Die älteste erhaltene Bauernzunft stammt von 1600; 1660 übernahm Selkingen die Bauernzunft von Biel. Kirchlich gehörte die Gemeinde bis zur Loslösung Biels 1678 zu Münster. Sie blieb dann bei Biel und kaufte sich 1836 endgültig von Münster los. Die Dorfkapelle, dem heiligen Theodul geweiht, stammt von 1678. Die im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts oberhalb des Dorfes erbaute Antoniuskapelle erinnert an die Gefahren von Lawinen und Hochwasser. 1827 forderte ein Lawinenunglück zwölf Tote. In der Viehzucht- und Käsereigenossenschaft ist Selkingen mit Biel verbunden. 2000 bildete Selkingen mit Biel und Ritzingen die Gemeinde Grafschaft. Diese wurde 2017 mit Blitzingen, Münster-Geschinen, Niederwald und Reckingen-Gluringen zur Gemeinde Goms vereinigt.[1][2][3]
Geschichte von Selkingen
1344. Erste Erwähnung des Viertels Grafschaft, von dem Selkingen mit Biel einen Drittel bildet.[1][2][3]
1374. Erwähnung der « villa de Selgingen ».[1]
1510. Wilhelm Gestiler ist der erste Ammann der Grafschaft aus Selkingen.[1]
1600. Datum der ältesten erhaltenen Bauernzunft.[1]
1660. Selkingen übernimmt die Bauernzunft von Biel.[1]
1678. Biel löst sich von der Pfarrei Münster, Selkingen bleibt bei Biel; Bau der St.-Theodul-Kapelle.[1][3]
18. Jahrhundert. Im dritten Viertel des Jahrhunderts wird oberhalb des Dorfes die Antoniuskapelle erbaut.[1]
1798. Ende des alten Viertels Grafschaft.
1827. Ein Lawinenunglück fordert zwölf Tote.[1]
1836. Selkingen kauft sich endgültig von der Pfarrei Münster los.[1]
1990. Die Gemeinde zählt 52 Einwohner.[1]
2000. Selkingen bildet mit Biel und Ritzingen die Gemeinde Grafschaft.[1][2][3]
2017. Grafschaft wird mit Blitzingen, Münster-Geschinen, Niederwald und Reckingen-Gluringen zur Gemeinde Goms vereinigt.[1][2][3]
Bevölkerung von Selkingen
Quellen und Referenzen: [1]
| 1802 | 130 |
| 1850 | 119 |
| 1900 | 109 |
| 1950 | 97 |
| 1990 | 52 |
Historische Orte in Selkingen
St.-Theodul-Kapelle. Dorfkapelle, dem heiligen Theodul geweiht und 1678 erbaut, im Jahr, in dem sich Biel von der Pfarrei Münster löste.[1]
Antoniuskapelle. Im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts oberhalb des Dorfes erbaute Kapelle. Sie erinnert an die Gefahren von Lawinen und Hochwasser, darunter das Lawinenunglück von 1827 mit zwölf Toten.[1]
Überreste in Selkingen
Verlassene Weiler Zeit und Sechshäusern. Diese beiden Weiler links der Rhone gehörten zur ehemaligen Gemeinde Selkingen; heute sind sie verlassen.[1]
Quellen
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Selkingen » (Bernard Truffer, version du 13.01.2017, version allemande)
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Grafschaft » (Bernard Truffer, version du 13.01.2017, version allemande)
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Biel (VS) » (Alma Treyer, version du 13.01.2017, version allemande)
- geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
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