
Stalden (VS)
Herkunft des Namens Stalden (VS)
Der Ort hiess früher « Morgi », eine 1213 belegte Form; 1224 findet sich « Staldun ». Die Etymologie von Stalden ist noch nicht geklärt.[1]
Gründung von Stalden (VS)
Acht Armspangen aus der Latènezeit und der alte Name « Morgi » deuten darauf hin, dass die Seduner diese Verzweigung von Matter- und Saastal besiedelten. Andere Ortsnamen alemannischen Ursprungs weisen auf eine Germanisierung im 8. und 9. Jahrhundert hin. Im 13. Jahrhundert wohnen in Stalden mehrere Herrenfamilien, darunter die Embda. Sie besitzen Eigengüter und halten adelige oder kirchliche Lehen. Bis 1798 bildet Stalden mit Staldenried, Embd, Törbel und Grächen ein Viertel des Zendens Visp, das abwechselnd die Amtsträger des Zendens stellt. Die heutige Gemeinde vereint drei ehemalige Gemeinden: Stalden (Dorfmark), Chinegga und Niederrusen, heute Neubrück. Die Bewohner lebten vor allem von Ackerbau und Viehzucht.[1]
Geschichte von Stalden (VS)
1213. Erwähnung als « Morgi ».[1]
1215. Erwähnung der Kapelle von Merjen.[1]
1224. Erwähnung als « Staldun ».[1]
13. Jahrhundert. Mehrere Herrenfamilien wohnen in Stalden, darunter die Embda, die einen steinernen Wohnturm besitzen.[1]
1518, 1531 und 1589. Erlass von Ordnungen über die Nutzung der Wasser und der Alpen.[1]
1535. Stalden, bis dahin Filiale der Pfarrei Visp, wird eigene Pfarrei.[1]
1544-1545. Ulrich Ruffiner baut die Chibrücke (« Chibrigga »), eine beidseitig im Fels fundierte Stein-Bogenbrücke.[3]
1686. Törbel löst sich von der Pfarrei Stalden.[1]
1688. Die drei Gemeinden geben sich eine gemeinsame Ordnung (Bauernzunft).[1]
1750 und 1771. Grächen (1750) und danach Embd (1771) lösen sich von der Pfarrei.[1]
1777. Die Pfarrkirche St. Michael wird im spätbarocken Stil weitgehend umgestaltet.[1]
1805. Anschluss der ehemaligen Gemeinde Chinegga.[1]
1817. Anschluss der ehemaligen Gemeinde Niederrusen, heute Neubrück.[1]
1869. Staldenried löst sich von der Pfarrei.[1]
1890. Eröffnung des Bahnhofs der Linie Visp-Zermatt.[1]
1892. Eisten löst sich von der Pfarrei.[1]
1894. Die Gemeinde kauft die Alpe Pontimia im Zwischbergental.[1]
1951. Inbetriebnahme der Luftseilbahn nach Staldenried und Gspon.[1]
2000. Rund 65 % der Erwerbstätigen arbeiten ausserhalb der Gemeinde, vor allem in Visp und St. Niklaus.[1]
2023. Fertigstellung der Umfahrung im Oktober. Die Chinegga-Brücke (271 m) war am 29. November 2019 eingeweiht worden.[3]
Bevölkerung von Stalden (VS)
Quellen und Referenzen: [1][4]
| 1802 | 232 Einwohner |
| 1850 | 291 Einwohner |
| 1900 | 443 Einwohner |
| 1950 | 870 Einwohner |
| 2000 | 1'149 Einwohner |
| 2025 | 1'140 Einwohner |
Historische Orte in Stalden (VS)
Pfarrkirche St. Michael. 1777 im spätbarocken Stil weitgehend umgestaltete Kirche. Ihr Glockenturm ist wahrscheinlich ein ehemaliger mittelalterlicher Wehrturm.[1]
Kapelle von Merjen. Bereits 1215 erwähnte Kapelle am Ort Merjen.[1]
Brücken von Stalden. Als Ausgangspunkt der Strassen nach Embd, Saas, Törbel und Zermatt zählt die Gemeinde zahlreiche Brücken und Kunstbauten. Die Chibrücke (« Chibrigga »), eine Stein-Bogenbrücke, wurde 1544-1545 von Ulrich Ruffiner erbaut.[1][3]
Überreste in Stalden (VS)
Turm der Embda. Steinerner Wohnturm der Herrenfamilie Embda, Zeugnis der Adelsfamilien, die im 13. Jahrhundert in Stalden wohnten.[1]
Armspangen aus der Latènezeit. Acht Armspangen aus der Latènezeit, die zusammen mit dem alten Namen « Morgi » auf eine keltische Besiedlung vor der Germanisierung hindeuten.[1]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Stalden (VS) » (Bernard Truffer, trad. Florence Piguet, version du 10.01.2013)
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Stalden (VS) » (version allemande)
- Canton du Valais, Service de la mobilité (arrondissement 1, Haut-Valais), brochure « Umfahrung Stalden » (octobre 2023)
- Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
- geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
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