Versoix-Bourg
Herkunft des Namens Versoix-Bourg
Die Fundstelle soll nach Versoix-Bourg benannt sein, einem Quartier der Gemeinde Versoix am Seeufer. Woher kommt der Name? Das ist noch offen.
Gründung von Versoix-Bourg
Versoix-Bourg ist eine Ufersiedlung (Pfahlbaudorf) der Bronzezeit in der Gemeinde Versoix am Nordufer des Léman, etwa 170 m vom heutigen Ufer entfernt. Die Reste liegen bis fast fünf Meter unter Wasser. Damit gehört die Stätte zu den am tiefsten liegenden prähistorischen Fundstellen am Léman. Das Dorf bedeckte mehr als drei Hektaren. Ein auf 125 m beobachteter Weg aus Kieseln und Pfählen verband es mit dem alten Ufer. Das Fundmaterial, vor allem Keramik, zeigt eine Hauptbesiedlung in der Spätbronzezeit, doch ein Gegenstand aus poliertem Grüngestein könnte ins Endneolithikum gehören.[1][2]
Geschichte von Versoix-Bourg
Endneolithikum. Ein Gegenstand aus poliertem Grüngestein, eine Art durchbohrter Spitzhammer, gehört eher in diese Zeit.[1]
Spätbronzezeit. Hauptbesiedlung der Ufersiedlung, nach der Oberflächenkeramik und den gesammelten Gegenständen. Eine zweischalige Gussform aus Stein diente zum Giessen von Bronzeringen.[1]
1854. Erste Erwähnung der Fundstelle: Hippolyte Gosse stellt sie der Société d'histoire et d'archéologie de Genève vor.[1]
1960er Jahre. Ein Genfer Tauchclub sammelt Keramikscherben und andere Gegenstände auf dem erodierten Boden der Fundstelle, die durch ihre Tiefe lange vor Plünderungen geschützt war.[1]
1983. Letzte Beobachtungen: Der Plan der Station wird aufgenommen und Geländeprofile werden gemessen.[1]
2011. Eintragung ins UNESCO-Welterbe, unter den 56 Schweizer Ufersiedlungen.[1]
Historische Orte in Versoix-Bourg
Ufersiedlung Versoix-Bourg. Pfahlbaudorf von mehr als drei Hektaren, etwa 170 m vor dem heutigen Ufer: das grösste spätbronzezeitliche Ufersiedlungsdorf der Schweiz, von aussergewöhnlicher Tiefe unter den Stationen dieser Zeit am Léman. Wie die spätbronzezeitlichen Fundstellen von Auvernier und Bevaix könnte es im Petit-Lac eine regionale Rolle gespielt haben.[1]
Überreste in Versoix-Bourg
Pfähle und Steinschüttung. Mindestens 4'500 Pfähle sind an der Oberfläche noch sichtbar. Eine sehr dichte Steinschüttung (ténevière, vom Menschen herbeigebrachte Kiesel) nimmt die landseitige Hälfte der Fundstelle ein und schliesst an die Kiesel des Zugangswegs an.[1]
Gegenstände im Musée d'art et d'histoire de Genève. Ein 14 cm hohes Keramikgefäss und eine 19 cm hohe Hälfte einer zweischaligen Gussform aus Stein zum Giessen von Bronzeringen, beide der Spätbronzezeit zugeschrieben.[1]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Versoix - Bourg » (Pierre Corboud), version du 03.04.2019
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Versoix » (Françoise Dubosson), version du 03.04.2019
- geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (quartier Versoix-Bourg, coordonnées de la rive)
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