Villa romaine de Vallon
Herkunft des Namens Villa romaine de Vallon
Die Villa trägt den Namen des Dorfes Vallon, auf dessen Gebiet sie in der Flur Sur Dompierre gefunden wurde.[4]
Gründung von Villa romaine de Vallon
Die Villa war ein gallorömisches Landgut wenige Kilometer von Avenches, dem antiken Aventicum, Hauptort des römischen Helvetien. Ein erstes, bescheidenes Gebäude entsteht zu Beginn des 1. Jahrhunderts, um die Jahrhundertmitte kommen zwei weitere hinzu. Im 2. Jahrhundert wird das Hauptgebäude vollständig neu gebaut und erhält das Mosaik von Bacchus und Ariadne, später werden Thermen und der Saal der Venatio eingerichtet. Auf ihrem Höhepunkt zählt die Anlage über vierzig Räume in drei Gebäudeteilen, mit Säulenportikus, Speicher, Garten und Lararium.[1][3][4]
Geschichte von Villa romaine de Vallon
Anfang 1. Jahrhundert. Ein erstes, bescheidenes römisches Gebäude wird errichtet.[4]
Mitte 1. Jahrhundert. Zwei Gebäude kommen hinzu.[4]
Zweite Hälfte 2. Jahrhundert. Das neu gebaute Hauptgebäude erhält das Mosaik von Bacchus und Ariadne.[1][4]
Anfang 3. Jahrhundert. Der grosse Saal der Venatio erhält sein Mosaik.[1]
Ende 3. Jahrhundert. Ein Brand zerstört einen Teil der Villa.[1][4]
5. Jahrhundert. Die Villa ist nur noch teilweise bewohnt, im Zusammenhang mit einem Mausoleum auf dem benachbarten Molassesporn, und wird dann allmählich verlassen.[1][4]
1985. Am 30. Mai gegen 11.30 Uhr entdecken zwei Ausgräber das erste Mosaik, etwa zwei Meter unter einem für ein Wohnquartier bestimmten Gelände.[2][3]
1986. Die Fundstelle wird als von nationaler Bedeutung eingestuft.[4]
1989. Das zweite Mosaik, jenes von Bacchus und Ariadne, wird freigelegt.[2][4]
1990. Das Venatio-Mosaik wird vollständig freigelegt.[4]
2000. Bundesrat Joseph Deiss weiht das Römermuseum ein, das über der Villa gebaut wurde, um die Mosaiken an Ort und Stelle zu zeigen, nach elf Grabungskampagnen.[1][3]
Historische Orte in Villa romaine de Vallon
Römermuseum Vallon. Das Museum übernimmt den L-förmigen Grundriss der Villa und umfasst 3'500 m². Seine Fassaden aus Holzlatten erinnern an die Tabakschuppen der Broye. Zwei klimatisierte Säle bergen die Mosaiken: Der grössere ist begehbar, den kleineren sieht man durch eine grosse Glaswand. Gezeigt werden auch restaurierte Fresken, Fundgegenstände und ein Modell der Villa auf ihrem Höhepunkt.[2][3][4]
Überreste in Villa romaine de Vallon
Venatio-Mosaik. Das im frühen 3. Jahrhundert verlegte Mosaik misst 97 m². Sein wabenförmiger Teppich mit pflanzlicher Bordüre trägt zehn Medaillons: Gladiatoren, ein von einem Hund angegriffener Hirsch, Bär, Stier und ein Bändiger, der einen Löwen zu einer Hirschkuh führt.[1][3][4]
Mosaik von Bacchus und Ariadne. Das kleinere Mosaik mit 26 m² stammt aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Drei Mittelmedaillons zeigen zwei Amoretten und einen Satyr, der Ariadne entdeckt, sechseckige Medaillons Theatermasken und Frauengesichter, die Apsis zwei Panther beidseits eines Kraters.[1][3][4]
Lararium und Wandmalereien. Das Lararium, der Hausaltar, war mit Bronzestatuetten ausgestattet. Die Grabungen lieferten fünfzehn Bronzestatuetten und rund 45'000 Fragmente bemalten Verputzes.[1][3]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Vallon » (Marianne Rolle, version du 27.12.2014)
- Musée romain de Vallon, « Du site au musée »
- Olivier Pauchard, « La mosaïque de Vallon a enfin un toit », swissinfo.ch, 28 octobre 2000
- Sylvain Gailloud, Archeoplus, « Vallon (FR) »
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