Vallon
Herkunft des Namens Vallon
Das Dorf erscheint um 1200 in der Form « Valum ». Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt.[1]
Gründung von Vallon
Vallon liegt auf den letzten Ausläufern des Vully über der Broye-Ebene, und zur Gemeinde gehört der Weiler Carignan. Vom 1. bis 5. Jahrhundert stand hier eine grosse gallorömische Villa. Im 5. Jahrhundert erhob sich auf dem Molassesporn darüber ein Mausoleum, das im 6. Jahrhundert durch die Kirche Saint-Pierre de Carignan ersetzt wurde, zu deren Pfarrei Vallon stets gehörte. Im 12. und 13. Jahrhundert bildete Vallon eine kleine Herrschaft unter den Herren von Estavayer. Der Bauernweiler entwickelte sich in die Länge, auf einer leichten Anhöhe entlang einer Nebenstrasse ohne Durchgang.[1][2]
Geschichte von Vallon
Spätbronzezeit und Hallstatt. Einige Einzelfunde aus dem Übergang von der Spätbronzezeit zur Hallstattzeit gelangen in den Boden.[1]
1.-5. Jahrhundert. Eine gallorömische Villa mit über vierzig Räumen steht auf dem Gelände. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts zerstört sie ein Brand teilweise.[1]
5. Jahrhundert. Die Villa wird nur noch teilweise bewohnt, im Zusammenhang mit einem Mausoleum auf dem Molassesporn.[1]
6. Jahrhundert. Die Kirche Saint-Pierre de Carignan ersetzt das Mausoleum.[1]
Um das Jahr 1000. Die Kirche von Carignan wird neu gebaut.[1]
12.-13. Jahrhundert. Vallon bildet eine kleine Herrschaft, die von den Herren von Estavayer abhängt.[1]
1338. Die Leute von Payerne brennen das Dorf nieder.[1]
1475. Vallon kommt unter Freiburger Herrschaft.[1]
1536. Das Dorf wird der Landvogtei Estavayer zugeteilt.[1]
1798. Vallon kommt zum Distrikt Payerne. Es folgen die Bezirke Montagny 1803, Dompierre 1831 und Broye 1848.[1]
1965-1983. Im Dorf betreiben die Union des fédérations agricoles (Futtermittel) und die Schweizerische Verwertungsgenossenschaft für Eier und Geflügel (Geflügelzucht) ein Versuchszentrum.[1]
1985. Am 30. Mai entdecken zwei Ausgräber auf einem für ein Wohnquartier vorgesehenen Gelände das erste Mosaik der römischen Villa.[3]
1995. Die Stiftung Pro Vallon wird gegründet.[1]
2000. Das Römermuseum wird auf dem Gelände der Villa errichtet.[1][3]
Anfang 21. Jahrhundert. Die Bauerngemeinde entwickelt sich zum Wohnort, vor allem entlang der Kantonsstrasse.[1][2]
Bevölkerung von Vallon
Quellen und Referenzen: [1][4]
| 1811 | 129 |
| 1850 | 150 |
| 1900 | 175 |
| 1950 | 212 |
| 1970 | 166 |
| 2000 | 267 |
| 2025 | 537 |
Historische Orte in Vallon
Römermuseum Vallon. Das am Standort der Villa errichtete Museum übernimmt deren L-förmigen Grundriss und zeigt die beiden Mosaiken an ihrem Fundort. Der grössere Saal ist direkt begehbar, den kleineren sieht man durch eine grosse Glaswand.[1][3]
Kirche Saint-Pierre de Carignan. Die Pfarrkirche von Vallon auf dem Sporn über der Villa folgte im 6. Jahrhundert auf ein Mausoleum und wurde um das Jahr 1000 neu gebaut.[1]
Überreste in Vallon
Gallorömische Villa. Die Villa hatte über vierzig Räume in drei Gebäudeteilen, mit Säulenportikus, Speicher, Garten, einem Lararium mit Bronzestatuetten und Wandmalereien. Das Mosaik von Bacchus und Ariadne stammt aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts, das der Venatio, einer Tierhatz im Amphitheater, aus dem frühen 3. Jahrhundert.[1]
Münzschatz von Carignan. Im Chor der Kirche von Carignan wurde ein Münzschatz aus dem 15. Jahrhundert entdeckt.[1]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Vallon » (Marianne Rolle, version du 27.12.2014)
- Service des biens culturels du canton de Fribourg, Recensement cantonal des sites construits (SCRoL), district de la Broye, « Vallon » (février 2026)
- Musée romain de Vallon, « Du site au musée »
- Service de la statistique du canton de Fribourg (SStat), « Population des communes, de 1900 à 2025 » (T01-02-03), population résidante permanente au 31.12.2025
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