Gletterens

Kanton Freiburg · Bezirk: Broye · 1'156 Einwohner (31.12.2025)

Herkunft des Namens Gletterens

Das Dorf erscheint 1239 in der Form « Lieterins ». Die Bedeutung des Namens ist unklar.[1]

Gründung von Gletterens

Gletterens liegt auf einer Hochfläche über dem Südostufer des Neuenburgersees, abseits der Strasse von Sugiez nach Estavayer-le-Lac. In der Jungsteinzeit folgten am Ufer mehrere Dörfer aufeinander, über einen Kilometer vom heutigen Dorf entfernt und etwa 50 m tiefer. Das mittelalterliche Dorf ist ab dem 14. Jahrhundert ein Lehen der Herrschaft Montagny. Lange Filiale der Pfarrei Carignan, besitzt es eine Kapelle, deren Patronat die Gemeinde innehat, bevor es 1858 Pfarrei wird. Um die Linde gruppieren sich Kirche, Pfarrhaus, Schule und Gasthof, und zwei Herrenhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert schliessen die Dorfstrasse ab.[1][2][3]

Geschichte von Gletterens

3286-3149 v. Chr.. Dörfer der Horgener Kultur besiedeln wohl ohne Unterbruch das Ufer von Les Grèves, nach jenen der Cortaillod-Kultur.[2]

Bronzezeit. Am Ufer entsteht die Station Gletterens-Ostende, wohl teilweise auf Waadtländer Boden von Chevroux.[1]

1239. Das Dorf wird in der Form « Lieterins » erwähnt.[1]

14. Jahrhundert. Gletterens ist ein Lehen der Herrschaft Montagny.[1]

1478. Die Freiburger Regierung teilt Gletterens der Landvogtei Montagny zu.[1]

1599. Eine erste Kapelle entsteht an der Stelle des heutigen Friedhofs. Sie wird 1642 erwähnt.[1][3]

1678. Pierre Dubey lässt das Herrenhaus bauen, das diese Jahreszahl trägt.[3]

1724. Verschiedene Feudalrechte werden von Jean-Jacques Dubey aus Grandcour zurückgekauft.[1]

1798. Gletterens gehört bis 1803 zum Distrikt Avenches, danach zum Bezirk Montagny und von 1830 bis 1848 zum Bezirk Dompierre.[1]

Mitte 19. Jahrhundert. Die Station Les Grèves wird entdeckt. Man findet dort Beilklingen aus grünem Gestein aus den Alpen und den Vogesen.[2]

1858. Gletterens wird zur Pfarrei erhoben.[1][3]

1877-1878. Die Kirche Mariä Himmelfahrt wird gebaut.[1][3]

Um 1940. Die letzten Fischer des Dorfes geben ihr Handwerk auf.[1]

1963. Ein Bootshafen mit 250 Plätzen wird angelegt. Das Ausheben seiner Zufahrt belebt die von Hanni Schwab geleitete Erforschung der Station Les Grèves neu.[1][2]

1970. Am See eröffnet ein Campingplatz.[1]

1980er-Jahre. Die Überbauung des Gebiets Les Grèves führt zu den ersten grossen wissenschaftlichen Grabungen in drei Zonen.[2]

1998. Das Pfahlbaudorf, eine Rekonstruktion zur Urgeschichte, öffnet seine Tore.[1]

2011. Die Station Gletterens-Les Grèves wird als eine der 56 Schweizer Ufersiedlungen ins Unesco-Welterbe aufgenommen.[1][2]

2024. Nachdem das Budget seit Dezember 2022 fünfmal abgelehnt worden ist, stellt der Staatsrat die Gemeinde auf Antrag des Oberamtmanns des Broyebezirks unter ausserordentliche Verwaltung.[4]

Bevölkerung von Gletterens

Quellen und Referenzen: [1][5]

Bevölkerung von Gletterens
1811160
1850251
1900235
1950251
1970176
1990328
2000536
2010789
20251'156

Historische Orte in Gletterens

Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption. Die 1877-1878 erbaute Kirche wurde 1951-1952 von Albert Cuony umgebaut, 1978-1979 restauriert und 1991 von René Chardonnens verändert.[1][3]

Herrenhaus Dubey. Das 1678 datierte, für Pierre Dubey erbaute Haus blieb mindestens bis 1971 in der Familie. Beim Umbau von 1907 unter Pierre Giacomotti verlor es seine Freitreppe, 1987 wurde es erneut verändert.[3]

Altes Herrenhaus. Seine spätgotischen Fenster stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es wurde um einen auf 1697 datierten Eingang erweitert, wohl ebenfalls für Pierre Dubey, und sein angebauter Wirtschaftsteil ist 1746 bezeugt.[3]

Gasthof Croix-Fédérale und Pfarrhaus. Der Gasthof war um 1800 ein Bauernhaus der Familie Guinnard, wurde im 19. Jahrhundert zum Gasthof umgebaut und 1995 renoviert. Das Pfarrhaus aus derselben Zeit gehörte der Gemeinde, die vor 1858 das Patronat der Kapelle hatte. Beide säumen den Platz bei der Linde.[3]

Pfahlbaudorf. Das 1998 am See eröffnete rekonstruierte Dorf zeigt die Urgeschichte.[1]

Überreste in Gletterens

Station Gletterens-Les Grèves. Die Ufersiedlung aus dem Mittel- und Spätneolithikum umfasst rund 2,6 ha, grösstenteils auf Land, das bei den Juragewässerkorrektionen (1868-1891 und 1962-1973) dem See abgewonnen wurde. Sie zählt vier oder fünf Siedlungsschichten, die zum See hin abfallen. Die Grabungen lieferten reiches Fundmaterial, viele Tierknochen, einige menschliche Knochen, darunter Schädelfragmente, und Pfeilspitzen aus Silex.[2]

Station Gletterens-Ostende. Bronzezeitliche Ufersiedlung, deren genaue Lage unsicher ist und die sich wohl teilweise auf Chevroux (VD) erstreckt.[1]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Gletterens » (Marianne Rolle, version du 03.04.2019)
  2. Dictionnaire historique de la Suisse, « Gletterens - Les Grèves » (Michel Mauvilly, version du 03.04.2019)
  3. Service des biens culturels du canton de Fribourg, Recensement cantonal des sites construits (SCRoL), district de la Broye, « Gletterens » (février 2026)
  4. Peter Aeschlimann, « Naufrage de la démocratie à Gletterens, sous administration exceptionnelle », Blick, 22 juillet 2024
  5. Service de la statistique du canton de Fribourg (SStat), « Population des communes, de 1900 à 2025 » (T01-02-03), population résidante permanente au 31.12.2025

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