Zmutt

Kanton Wallis · Bezirk: Visp · Keine veröffentlichte Zahl für den Ort; die Gemeinde Zermatt zählt 6'112 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Gehört zur Gemeinde Zermatt

Herkunft des Namens Zmutt

Der Name des Weilers kehrt im Zmuttbach, im Zmuttgletscher und im Zmuttgrat des Matterhorns wieder, seine Bedeutung bleibt aber dunkel.[5][6]

Gründung von Zmutt

Zmutt liegt auf 1'930 m südlich des Dorfes Zermatt, wie Zum See und Furi. Der Weiler entstand im Wesentlichen zwischen etwa 1200 und 1600. Bis ins Spätmittelalter war er eine wichtige Station an einem Saumweg und einer Handelsroute über die Walliser Alpenpässe. 1798 bestand Zermatt noch aus elf bewohnten Weilern. Anfang des 21. Jahrhunderts sind die meisten zu einem grossen Ferienort zusammengewachsen, Zmutt aber bleibt abseits, wie Zum See und Furi im Süden, Findeln im Südosten und Ried im Norden.[1][2]

Geschichte von Zmutt

1212. Das Holz eines Hauses im Weiler wird dendrochronologisch auf dieses Jahr datiert.[1]

15. Jahrhundert. Zmutt erscheint in Urkunden.[1]

1595. Das «Weisse Haus» neben der Kapelle soll aus diesem Jahr stammen.[7]

1727. Jahreszahl an der Tür der Kapelle St. Katharina, wohl das Baujahr.[7]

1961-1964. Bau der Staumauer Zmutt, einer 74 m hohen Bogenmauer, die das Wasser des Zmuttgletschers und des Zmuttbachs staut.[4]

2019. Der Verein Alts Zermatt eröffnet den Kulturweg Zermatt-Zmutt.[1]

2021. Am 19. Juni segnet Pfarrer Stefan Roth den zweiten Abschnitt des Weges, der dem Weiler selbst gewidmet ist.[1][8]

Historische Orte in Zmutt

Alte Häuser. Fünf spätmittelalterliche Wohnhäuser und zahlreiche Scheunen bilden den Kern des Weilers. Das Haus von 1212 ist sein Glanzstück. Später hinzugekommene Bauten sind in Blockbauweise errichtet.[1]

Kulturweg. Der Abschnitt in Zmutt zählt 15 Stationen (nach einer anderen Quelle 14) über den Hausbau und das Leben der Bergbauern. Er führt an 13 historischen Häusern vorbei, in einer Scheune ist eine Ausstellung eingerichtet. Unterstützt haben ihn die Gemeinde Zermatt, die Kultur- und Sozialstiftung der Burgergemeinde, die kantonale Denkmalpflege und Zermatt Tourismus.[1][8]

Staumauer Zmutt. Die von der Grande Dixence SA betriebene Anlage fasst das Wasser, das auf 2'400 m gepumpt und durch Stollen zum Lac des Dix geleitet wird.[4]

Kapelle St. Katharina. Die der heiligen Katharina von Alexandrien, der zweiten Landespatronin, geweihte Barockkapelle hat ein kleines Glockentürmchen über dem Eingang, ein Schiff mit Holzdecke und einen Chor mit steinernem Gewölbe. Auf dem kleinen Altar hält die Heilige Schwert und zerbrochenes Rad, zwischen zwei Frauen mit Märtyrerpalmen, unter einer Schmerzensmutter. Die Kreuzwegbilder tragen Beschriftungen in altertümlichem Deutsch.[7]

Überreste in Zmutt

Alte Ackerterrassen. Rund um Zmutt steigen einstige Ackerstufen bis gegen 2'000 m empor.[3]

Quellen

  1. Alts Zermatt, « Eröffnung des zweiten Abschnitts des Kulturweg Zermatt » (zermatt.ch)
  2. Historisches Lexikon der Schweiz (version allemande du Dictionnaire historique de la Suisse), « Zermatt » (Bernard Truffer, version du 13.02.2014)
  3. Alfred Lüthi, « Alpwüstungen im Gebiet von Zermatt », Geographica Helvetica, vol. 26, 1971, p. 58-61
  4. Zermatt Tourismus (zermatt.swiss), « Staumauer Zmutt »
  5. Dictionnaire historique de la Suisse, « Cervin » (Alma Treyer, version du 29.01.2007)
  6. geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (Zmutt)
  7. Zermatt Tourismus (zermatt.swiss), « Chapelle de Mutt (Zmutt) »
  8. Alts Zermatt, « Zmutt Culture Trail opens » (zermatt.ch)

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