Abbaye d'Humilimont
Herkunft des Namens Abbaye d'Humilimont
Humilimont, auch Abtei Marsens genannt, war der Jungfrau Maria, dem heiligen Petrus und dem heiligen Martin geweiht. Der Name Humilimont selbst bleibt ungeklärt.[1]
Gründung von Abbaye d'Humilimont
Die Abtei entsteht zwischen 1136 und 1141, gegründet von Wilhelm II. von Corbières, der 1126 an der Gründung von Lac de Joux, der Mutterabtei Humilimonts, beteiligt war. Die nur in beglaubigten Abschriften überlieferte Gründungsnotiz ist wahrscheinlich gefälscht. Die von der Gemeinde Marsens aufgenommene Überlieferung schreibt die Gründung 1137 den Herren Anselm, Guy und Boucard von Marsens aus dem Haus Everdes-Vuippens zu, eine heute verworfene Annahme. Humilimont gehörte zur Zirkarie Burgund. Es war zunächst ein Doppelkloster für Prämonstratenser-Chorherren und -Schwestern.[1][3][4]
Geschichte von Abbaye d'Humilimont
1126. Wilhelm II. von Corbières wirkt an der Gründung der Abtei Lac de Joux mit, der späteren Mutterabtei Humilimonts.[1]
1136-1141. Wilhelm II. von Corbières gründet Humilimont (laut einer anderen Quelle zwischen 1137 und 1141).[1][4]
Um 1140-1148. Die Schwestern werden nach Posat verlegt, rund acht Kilometer entfernt. Siebenundvierzig Schwestern, darunter die Priorin Emma, stehen im Nekrolog, und das Haus verschwindet zwischen 1179 und 1228.[1][4]
Mitte 13. Jahrhundert. Bis dahin von Laienbrüdern bewirtschaftet, werden die Güter der Abtei fortan verpachtet.[1]
1338. Im Juli wird das Nekrolog der Abtei nach einer verlorenen älteren Vorlage abgeschrieben. Es wird bis zur Aufhebung weitergeführt.[1][4]
14.-15. Jahrhundert. Die Everdes-Vuippens und danach die Langin-d'Everdes sind Kastvögte der Abtei, die Beziehungen sind oft gespannt. Um 1450 beginnt der Niedergang.[1][3]
1475. Nach der Eroberung der Herrschaft Everdes geht die Kastvogtei an die Stadt Freiburg über.[1]
1482. Freiburg nimmt Humilimont in sein Burgrecht auf. Im 16. Jahrhundert gewinnt die Stadt immer mehr Einfluss auf die Abtwahlen.[1]
1580. Am 21. Februar hebt Papst Gregor XIII. auf Ersuchen des Nuntius Bonhomini und der Freiburger Regierung die Abtei trotz Protesten der Mönche und des Ordens auf. Am 21. Dezember nimmt Petrus Canisius in Marsens das Gut für die Jesuiten in Besitz.[1][2][3]
1641-1642. Die Jesuiten lassen die Kapelle Saint-Ignace, genannt « la Rotonde », errichten.[2]
1845. Ein Gedenkkreuz bezeichnet den ursprünglichen Standort der Abtei.[4]
1848. Die an den Staat Freiburg übergegangenen Ländereien der ehemaligen Abtei werden säkularisiert.[2][3]
1872-1880. Auf diesen Ländereien entsteht die kantonale psychiatrische Klinik. Die Irrenanstalt öffnet 1875.[2][3]
Historische Orte in Abbaye d'Humilimont
Kapelle Saint-Ignace, « la Rotonde ». Die 1641-1642 von den Jesuiten auf dem ehemaligen Gut der Abtei gebaute Kapelle ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.[2][5]
Kreuz von Humilimont. Seit 1845 erinnert ein Kreuz an den Ort, an dem die Abtei stand.[4]
Spital und Landwirtschaftsbetrieb. Im unteren Teil des einstigen Gutes liegt die kantonale psychiatrische Klinik, deren Gebäude der allgemeinen Dienste der ehemaligen Irrenanstalt im Kulturgüterinventar steht (Kategorie B). Das übrige Land bis Malessert in Sorens bildet einen Betrieb des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve.[3][5]
Überreste in Abbaye d'Humilimont
Güter und Kirchen. Die Abtei besass Äcker, Reben und Grangien in Marsens, Mollettes, Posat, La Bruyère, Hauteville und im Dézaley sowie die Kirchen von Vuippens und Villarvolard, die die Chorherren selten selbst betreuten.[1]
Das Nekrolog. Das Nekrolog von 1338 im Staatsarchiv Freiburg nennt rund 900 Personen, darunter 147 Laien, unter ihnen die Grafen von Gruyère und die Corbières. Es zeigt die soziale Vielfalt der Gemeinschaft und ihres Umfelds. Auch das Tagebuch von Claude Fracheboud, dem vorletzten Abt, ist erhalten.[1][4]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Humilimont » (Kathrin Utz Tremp, version du 22.01.2026)
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Marsens (FR) » (Alain-Jacques Czouz-Tornare, version du 17.09.2009)
- Commune de Marsens, « Histoire »
- Gilbert Coutaz, compte rendu de « Das Nekrologium der Prämonstratenser-Abtei Humilimont (Marsens) », Revue suisse d'histoire 74/1 (2024), p. 116
- Office fédéral de la protection de la population, « Révision Inventaire PBC 2021 : Liste cantonale Canton de FR » (état au 1.1.2026)
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