Belalp

Kanton Wallis · Bezirk: Brig · Keine veröffentlichte Zahl für den Ort; die Gemeinde Naters zählt 10'788 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Gehört zur Gemeinde Naters

Herkunft des Namens Belalp

Die Belalp, auf rund 2'137 Metern über Naters, trägt einen Namen, dessen Herkunft nicht geklärt ist.[3]

Gründung von Belalp

Die Belalp liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Naters, auf rund 2'137 Metern, am Nordrand der Alpenhauptkette. Der Ferienort ging aus einem Gasthaus hervor: 1858 baute Leopold Burcher-Anderledy hier ein erstes Holzgebäude. Gervas Klingele wurde 1861 Teilhaber, 1866 Alleinbesitzer und liess danach das grosse Steinhotel bauen. Von 1870 bis 1890 erlebte das Hotel seine besten Jahre, mit über 80 % englischen Sommergästen. John Tyndall, der die Aussicht von der Belalp «die schönste der Alpen» nannte, liess hier seine Villa bauen. Später machte die Erschliessung des Skigebiets zwischen 2'000 und 3'100 Metern den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für Naters.[1][2][3]

Geschichte von Belalp

1858. Leopold Burcher-Anderledy baut das erste Gasthaus aus Holz.[3]

1861. Am 13. August kommt John Tyndall zum ersten Mal auf die Belalp, sechs Tage bevor ihm die Erstbesteigung des Weisshorns gelingt. Das Gästebuch des Hotels beginnt in diesem Jahr.[2][3]

1866. Gervas Klingele wird Alleinbesitzer des Hotels und lässt danach das grosse Steinhotel bauen.[3]

1870-1890. Blütejahre des Hotels, das im Sommer zu über 80 % von Engländern besucht wird.[3]

1877. Im November ist Tyndalls Villa auf der Alp Lusgen oberhalb der Belalp bezugsbereit. Er verbringt dort seine Sommer bis 1893.[2][3]

1887. Naters macht Tyndall zum Ehrenbürger.[2][3]

1893. John Tyndall weilt im September und Oktober zum letzten Mal auf der Belalp. Er stirbt am 4. Dezember in Hindhead.[3]

1911. Am 27. August wird das Tyndall-Denkmal eingeweiht, ein Granitblock aus einem nahen Gletscher, den seine Witwe Louisa oberhalb der Villa aufstellen liess.[2][3]

1953. Inbetriebnahme der ersten Luftseilbahn Blatten-Belalp (laut einer anderen Quelle 1954), mit Kabinen für 10 Personen und 1'780 Metern Länge.[4][8]

1964. Sir Richard Proby, Neffe von Louisa Tyndall, verkauft die Villa Lusgen an einen Schweizer Käufer.[3]

1968. Nach über hundert Jahren übergibt die Familie Klingele das Hotel an die Familie von Therese Jaeger-Eggel.[3]

1972. Die erste Luftseilbahn wird abgebaut und durch eine neue Anlage ersetzt.[4]

1978-1980. Private Investoren bauen das Feriendorf Tschuggen zwischen Blatten und Belalp.[1]

1979. Die Luftseilbahn Blatten-Belalp wird auf zwei Spuren ausgebaut.[5]

2012. Renovation der Luftseilbahn, mit Kabinen für 70 Personen.[5]

Historische Orte in Belalp

Hotel Belalp. Grosses Steinhotel, nach 1866 von Gervas Klingele anstelle des Holzgasthauses von 1858 erbaut. Die Umrisse des für die englischen Gäste angelegten Tennisplatzes sind noch zu erkennen.[3]

Villa Lusgen. Villa von John Tyndall auf der Alp Lusgen, bezugsbereit seit November 1877. Eine Kapelle stammt aus derselben Zeit.[2][3]

Tyndall-Denkmal. Granitblock oberhalb der Villa Lusgen, von Louisa Tyndall errichtet und am 27. August 1911 eingeweiht.[2][3]

Skigebiet. Das Skigebiet erstreckt sich von 2'000 bis 3'100 Metern. Von Blatten führt die 1'767 Meter lange Luftseilbahn auf die Belalp.[1][5]

Quellen

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, « Naters » (Anton Riva, version du 04.01.2017)
  2. Historisches Lexikon der Schweiz, « Tyndall, John » (Bernard Truffer, version du 07.01.2014)
  3. Trevor Braham, « John Tyndall and Belalp », Alpine Journal, 1993, p. 195-198
  4. Bergbahnen.org, base de données, « Blatten-Belalp » (téléphérique de 1954)
  5. Bergbahnen.org, base de données, « 80-LPB Blatten-Belalp »
  6. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  7. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
  8. Office fédéral de la culture, ISOS (Inventaire fédéral des sites construits à protéger en Suisse), « Blatten (Naters) », n° 4821 (2e version, 05.1996)

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