Wappen von Naters

Naters

Stadt Kanton Wallis · Bezirk: Brig · 10'788 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Ansicht von Naters
Foto: The original uploader was Summi at German Wikipedia., CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Naters

Naters erscheint erstmals 1018 als « Nares », als die Mauritiuskirche erwähnt wird. Die Bedeutung des Namens ist unbekannt.[1]

Gründung von Naters

Naters entstand am rechten Rhoneufer auf dem Schuttkegel des Kelchbachs. Sein Gebiet umfasst den ganzen Natischer Berg zwischen Kelchbach und Massa, vom Grund bis zu den Graten. Im frühen Hochmittelalter gehörte der Ort der Abtei Saint-Maurice. Der Hof (« curtis ») Naters wechselte danach mehrmals den Besitzer, dreimal allein nach der kaiserlichen Schenkung, bevor er endgültig an den Bischof von Sitten fiel. Naters wurde so bischöfliches Verwaltungszentrum des Zendens Brig: Der Viztum wohnte im Ornavassoturm, der Meier in der Burg Auf der Flüe. Die Mauritiuskirche war Zentrum einer grossen, wohl vor dem Jahr 1000 gebildeten Pfarrei, die den ganzen Zenden ausser Eggerberg und dem Gebiet von Gondo-Zwischbergen umfasste. Hegdorn, Geimen, Mehlbaum, Rischinen und Blatten waren im Mittelalter eigenständige Gemeinschaften. Naters und Rischinen waren zwei der sechseinhalb « Gumper » des Zendens. Im 19. Jahrhundert wanderten ganze Familien in Wellen nach Argentinien (San Jerónimo Norte) aus.[1]

Geschichte von Naters

vor dem Jahr 1000. Wahrscheinliche Bildung der grossen Pfarrei Naters.[1]

1018. Erste Erwähnung der Mauritiuskirche und des Namens « Nares ».[1]

1079. Kaiser Heinrich IV. schenkt den Hof (« curtis ») Naters dem Bischof von Sitten.[1]

1148. Das Bistum Sitten erhält den Besitz durch einen Schiedsspruch des Erzbischofs von Tarentaise endgültig.[1]

Ende 12. Jahrhundert. Wahrscheinlicher Bau der Burg Auf der Flüe (heute Supersaxo).[1]

1214. Das Meieramt geht an die Familie Manegoldi über.[1]

um 1260. Bau des Ornavassoturms, Wohnsitz des Viztums.[1]

1345. Das Viztumamt geht an die Familie Chevron-Villette über.[1]

1446. Bischof Wilhelm III. von Raron muss in der Burg Auf der Flüe die « Artikel von Naters » zugestehen, die seine weltliche Macht beschränken. Sie bleiben nur fünf Jahre in Kraft.[1]

1514. Ulrich Ruffiner baut das Beinhaus.[1]

1518. Das Zendengericht wird nach Brig verlegt.[1]

1617. Nach einer Pestepidemie schliessen sich Naters und Rischinen zusammen und geben sich gemeinsame Statuten, behalten aber bis 1852 getrennte Verwaltungen.[1]

1659-1664. Balthasar und Peter Bodmer aus Alagna und Riva (Prismell, Valsesia) bauen die Kirche neu, ausser dem Turm.[1]

1799. Beim Franzoseneinfall werden die meisten Weiler des Natischer Bergs niedergebrannt.[1]

1857. Die Furkastrasse wird dem südlichen Dorfrand entlang gebaut.[1]

1873-1876. Erste Rhoneverbauungen (danach 1899-1900), gefolgt von der Entsumpfung des Natischer Grunds.[1]

1898-1906. Der Bau des Simplontunnels (Ausbau 1912-1921) belebt die Wirtschaft. Das Barackenquartier im Feld beherbergt die meist italienischen Arbeiter.[1]

1957. Eine neue Furkastrasse wird weiter südlich gebaut.[1]

1978-1980. Private Investoren bauen das Feriendorf Tschuggen zwischen Blatten und Belalp.[1]

2013. Birgisch und Mund werden der Gemeinde Naters angeschlossen.[1]

Bevölkerung von Naters

Quellen und Referenzen: [1][2]

Bevölkerung von Naters
1798700 Einwohner (ungefähr)
1850763 Einwohner
19003'953 Einwohner
19503'243 Einwohner
20007'515 Einwohner
202510'788 Einwohner

Historische Orte in Naters

Mauritiuskirche. Seit 1018 erwähnt, Zentrum einer Pfarrei, die fast den ganzen Zenden Brig umfasste. Der romanische Turm stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert; der übrige Bau wurde 1659-1664 von Balthasar und Peter Bodmer neu errichtet.[1]

Beinhaus. 1514 von Ulrich Ruffiner erbaut, bewahrt es über 30'000 aufgeschichtete Schädel.[1]

Burg Auf der Flüe (Supersaxo). Wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, Sitz des Meiers; im 15. und 16. Jahrhundert zeitweise bischöfliche Residenz. Hier musste Bischof Wilhelm III. von Raron 1446 die « Artikel von Naters » zugestehen.[1]

Ornavassoturm. Um 1260 von den Herren von Augusta erbaut und dann durch Erbschaft an die Herren von Urnavas gelangt, war er Wohnsitz des Viztums.[1]

Bürgerhäuser im alten Dorf. Die Häuser Megetschen, Lergien und Michel Supersaxo zeugen vom Wohlstand der Bürgerfamilien.[1]

Blatten und Belalp. Blatten war im Mittelalter eine eigenständige Gemeinschaft. Das Skigebiet Belalp erstreckt sich von 2000 bis 3100 m.[1]

Sagen von Naters

Die heilige Kümmernis. Kümmernis, ein frommes Mädchen aus Naters, weigerte sich, den Herrn des Ortes zu heiraten, einen rohen Mann, der nie zur Kirche ging. Gegen ihren Willen versprochen, verbrachte sie vierzehn Tage im Gebet. Am Hochzeitstag hob der Herr ihren Schleier und entdeckte einen langen roten Bart. Als sie erklärte, Christus allein sei ihr Bräutigam, liess er sie ans Kreuz schlagen.[4]

Quellen

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, « Naters » (Anton Riva, version de 2008, version allemande)
  2. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  3. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
  4. Solandieu, Légendes valaisannes, 1919, « Sainte Kummernis, vierge et martyre »

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