Wappen von Mund

Mund

Kanton Wallis · Bezirk: Brig · 574 Einwohner (2000, ehemalige Gemeinde Mund, letzte Zahl vor der Fusion)
Gehört zur Gemeinde Naters
Ansicht von Mund
Foto: CC0, Wikimedia Commons · Wappen: CC BY-SA 3.0

Herkunft des Namens Mund

Die älteste bekannte Erwähnung ist « Munt » von 1259. Bis um 1800 hiess das Dorf auch Wyler, ein Name, der 1850 zum letzten Mal belegt ist. Der Name soll vom frankoprovenzalischen « mont » oder « munt » stammen, aus lateinisch « mons » (Berg). Diese Herkunft ist nicht gesichert.

Gründung von Mund

Mund entstand am Nordhang des Rhonetals auf 1200 m Höhe, um ein Hauptdorf und Weiler wie Bodmen und Ferchen. Im 13. und 14. Jahrhundert liegen die Herrschaftsrechte bei den Familien von Mund, von Urnavas und von Raron. Die Gemeinschaft entsteht aus dem Loskauf dieser Rechte: Mund, Finnen, Bodmen und « auf dem Biel » kaufen Wilhelm von Raron die Herrschaftsrechte, Abgaben und Dienste ab und schliessen sich zum « Freigericht Finnen » zusammen. Danach gibt sie sich eine Waldordnung und eine Gemeindeordnung (Bauernzunft), wird von zwei Prokuratoren geleitet und bildet einen der « Gumper » des Zendens Brig. Kirchlich löst sich Mund mit der Gründung eines Rektorats von der Pfarrei Naters. Lange nur über einen Saumweg erreichbar, lebt das Dorf zu Beginn des 21. Jahrhunderts von einer von der Schafhaltung geprägten Landwirtschaft, die vor allem im Nebenerwerb betrieben wird.[1]

Geschichte von Mund

1259. Erste Erwähnung als « Munt ».[1]

13.-14. Jahrhundert. Die Herrschaftsrechte liegen bei den Familien von Mund, von Urnavas und von Raron.[1]

1348. Gründung eines Rektorats; Mund löst sich von der Pfarrei Naters.[1]

1395. Bau eines steinernen Speicherturms, des ältesten erhaltenen Gebäudes.[1]

1427. Mund, Finnen, Bodmen und « auf dem Biel » kaufen Wilhelm von Raron die Herrschaftsrechte ab und bilden das « Freigericht Finnen ».[1]

1437. Bau des hölzernen Zehntenstadels.[1]

1521. Waldordnung für den Munderberg.[1]

1538. Gemeindeordnung (Bauernzunft), 1591 ergänzt.[1]

um 1725. Bau der Kirche St. Jakob der Ältere.[1]

1727. Das Rektorat wird wahrscheinlich zur Pfarrei erhoben.[1]

1798. Bis zu diesem Jahr bildet Mund einen der « Gumper » des Zendens Brig.[1]

1799. Ein von den Franzosen gelegter Brand zerstört den östlichen Dorfteil.[1]

1854. Finnen gehört nicht mehr zu Mund.[1]

1863-1894. 135 Einwohner wandern nach Nord- oder Südamerika aus.[1]

1887. Bau der Wallfahrtskapelle Gstein, 1983-1984 abgebrochen und durch eine Grottenkapelle ersetzt.[1]

1951. Inbetriebnahme einer Luftseilbahn nach Gamsen, die bis 1984 fährt.[1]

1962-1964. Bau einer neuen Kirche, 2005-2007 umgebaut.[1]

1978. Eröffnung der Strasse von Naters.[1]

1979. Gründung der Safranzunft, die den Anbau wiederbelebt.[1][2]

2007. Eröffnung eines Safranmuseums im Zehntenstadel.[1]

2013. Mund wird in die Gemeinde Naters eingegliedert.[1]

Bevölkerung von Mund

Quellen und Referenzen: [1]

Bevölkerung von Mund
1811294 Einwohner
1850442 Einwohner
1900546 Einwohner
1950646 Einwohner
2000574 Einwohner

Historische Orte in Mund

Zehntenstadel und Safranmuseum. Hölzerner Stadel von 1437, eines der ältesten Gebäude des Dorfes. Seit 2007 beherbergt er ein Safranmuseum.[1]

Kirche St. Jakob der Ältere. Eine erste Kirche wird um 1725 gebaut. Sie wird 1962-1964 durch einen Neubau ersetzt, der 2005-2007 umgebaut wird.[1]

Safranfelder. Die 1979 gegründete Safranzunft hat diesen Anbau erfolgreich wiederbelebt. Mund ist der einzige Ort der Schweiz, an dem Safran traditionell angebaut wird; er soll im 15. Jahrhundert von heimkehrenden Söldnern eingeführt worden sein, was nicht gesichert ist.[1][2]

Grottenkapelle Gstein. Sie ersetzt die 1887 erbaute und 1983-1984 abgebrochene Wallfahrtskapelle Gstein.[1]

Suonen. Die Wiesen werden durch seit dem Mittelalter genutzte Suonen bewässert.[1]

Überreste in Mund

Speicherturm von 1395. Steinerner Speicherturm von 1395, mit dem Zehntenstadel von 1437 das älteste erhaltene Gebäude von Mund.[1]

Sagen von Mund

Die sagenhafte Schlacht von 1212. Ein Wappen mit der Jahreszahl 1212 soll an eine sagenhafte Schlacht oberhalb von Mund erinnern. Dieser Zusammenhang ist nicht gesichert.

Quellen

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, « Mund » (Philipp Kalbermatter, version de 2008, version allemande)
  2. Agroscope (Confédération suisse, DEFR), communiqué « Frischer Wind im Schweizer Safran-Anbau » (26.02.2015)
  3. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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