Glis
Herkunft des Namens Glis
Das Dorf wird 1230 erstmals als «Glisa» erwähnt. Der Name geht vermutlich auf lateinisch «ecclesia» (Kirche) zurück.[1][2]
Gründung von Glis
Glis ist eine ehemalige Gemeinde des Bezirks Brig und gehört heute zur Gemeinde Brig-Glis (Fusion von 1972). Zu ihr gehörten auch Holz und Gamsen. Der Kultort ist sehr alt: Um 500 stand hier eine frühchristliche Saalkirche mit Baptisterium und Nebenräumen. Im Mittelalter bildeten Glis, Holz und Gamsen einen Drittel des Gumpers (compra) Brig im Zenden Brig. Bis 1642 gehörte Glis zur Pfarrei Naters, führte aber schon im 12. und 13. Jahrhundert ein eigenes kirchliches Leben rund um seine Kirche Unserer Lieben Frau, die im 14. Jahrhundert zum Wallfahrtszentrum der Oberwalliser wurde.[1]
Geschichte von Glis
um 500. Eine frühchristliche Saalkirche mit Baptisterium und Nebenräumen steht in Glis.[1]
12.-13. Jahrhundert. Obwohl Glis zur Pfarrei Naters gehört, führt es bereits ein eigenständiges kirchliches Leben.[1]
1230. Erste Erwähnung des Dorfes als «Glisa».[1]
um 1320. Der Ortsteil Wickert wird Kastlanei des Sittener Domkapitels.[1]
14. Jahrhundert. Die Kirche Unserer Lieben Frau auf dem Glisacker wird Wallfahrtsziel der Oberwalliser.[1]
1519-1521. Ulrich Ruffiner entwirft 1519 die Pläne der neuen Kirche und baut danach den Nordeingang, die «Goldene Pforte», und die Seitenkapellen.[1][2]
1596. Im Gebiet Grund wird ein Eisenbergwerk eröffnet. Es geht 1636 an Kaspar Stockalper vom Thurm über.[1]
1642. Am 1. September wird die Kirche Pfarrkirche und Glis eine eigenständige, von Naters getrennte Pfarrei. Brig, Brigerbad, Ried-Brig, Termen, Gamsen und Eggerberg gehören dazu.[1][2]
Mitte 17. Jahrhundert. Die Prismeller Baumeister Peter und Christian Bodmer vollenden die Kirche nach Ruffiners Plänen (Werkvertrag 1653, Portal 1655-1656, Abschluss um 1668). Sie verbindet Renaissance-Elemente mit spätgotischen Formen.[1][2]
1696. Weihe der Pfarrkirche.[2]
1755. Ein Erdbeben beschädigt die Kirche, die 1757 repariert wird.[2]
1894. Gründung der Sprengstofffabrik in Gamsen, auf dem Gemeindegebiet.[1]
nach 1945. Das Bauerndorf wird zum Wohnquartier für Arbeitende, die vor allem in Brig beschäftigt sind.[1]
1967-1970. Restaurierung der Kirche, deren Turm 1968 sein romanisches Aussehen zurückerhält.[2]
1972. Glis schliesst sich mit Brig und Brigerbad zu Brig-Glis zusammen. Es bringt Baulandreserven und die Sprengstofffabrik ein.[1]
1984. Grabungen in der Kirche legen die frühchristliche Kirche und Teile von vier weiteren Kirchen frei.[1]
Bevölkerung von Glis
Quellen und Referenzen: [1]
| 1850 | 633 |
| 1900 | 1'093 |
| 1950 | 1'879 |
| 1970 | 3'389 |
Historische Orte in Glis
Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau (Glisacker). Pfarr- und Wallfahrtskirche, Mitte des 17. Jahrhunderts von Peter und Christian Bodmer nach den Plänen Ulrich Ruffiners vollendet und 1696 geweiht. Sie bewahrt einen romanischen Turm, Ruffiners «Goldene Pforte» (um 1519-1521), einen gotischen Chor und gotische Seitenkapellen, ein dreischiffiges Langhaus und zwei barocke Seitenaltäre von 1650, Werke von Giorgio Bernardi aus Domodossola.[1][2][3]
Überreste in Glis
Frühchristliche Kirche. 1984 unter der heutigen Kirche freigelegt: eine Saalkirche von um 500 mit Baptisterium und Nebenräumen. Die Grabungen brachten auch Teile von vier weiteren Kirchen zutage.[1]
Quellen
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Glis » (Bernard Truffer, version du 17.07.2013)
- Die Kunstdenkmäler des Kantons Wallis, Bezirk Brig, extrait « Glis (Gemeinde Brig-Glis) », mis en ligne par Pro Historia Glis
- Brig Simplon Tourismus (brig-simplon.ch), « Pilgrimage Church Glis »
- geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
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