Wappen von Brig-Glis

Brig-Glis

Stadt Kanton Wallis · Bezirk: Brig · 14'192 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Ansicht von Brig-Glis
Foto: CC0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Brig-Glis

Brig erscheint 1215 als « Briga » (französisch Brigue, italienisch Briga), Glis 1230 als « Glisa ». Brigerbad wird 1297 als « Baden, zum Bad » erwähnt. Auf Französisch hiess es früher Brigue-les-Bains. Die Herkunft der Namen Brig und Glis ist noch nicht geklärt.[3][4]

Gründung von Brig-Glis

Der Flecken Brig am Fuss des Simplonpasses wurde vermutlich vom Bischof von Sitten gegründet. Ein Turm des 12. Jahrhunderts mit Ringmauer und danach ein Turm des 13. Jahrhunderts (1970 abgebrochen) stehen wahrscheinlich am Ursprung der Siedlung. Die 1215 erwähnte Familie « de Briga » war wohl ein Zweig der 1181 in Naters bezeugten Mangoldi. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts dient eine Sust als Lager, Umschlagplatz und Zollstätte für den Simplonverkehr. Glis, zu dem auch Holz und Gamsen gehörten, bildete einen Drittel des « Gumper » (compra) von Brig. Es hat ab dem 12.-13. Jahrhundert ein eigenes kirchliches Leben, gehört aber bis 1642 zur Pfarrei Naters. Brigerbad in der Ebene zwischen Rhone und nördlichem Talhang unweit von Visp ist für seine Thermalquellen bekannt. 1972 fusionieren die drei Gemeinden: Glis bringt Baulandreserven und ein grosses Industrieunternehmen ein, die 1894 in Gamsen gegründete Schweizerische Sprengstoff-Gesellschaft. Heute befinden sich die Kanzlei und die meisten Gemeindedienste im Stockalperschloss, während Bauamt und Schulverwaltung in Glis untergebracht sind.[2][3][4]

Geschichte von Brig-Glis

Bronzezeit. Erste Spuren menschlicher Anwesenheit in Brig: Armring und Dolch; aus der La-Tène-Zeit folgen zwei Skelette, zwei Walliser Armringe und zwei Fibeln.[2]

2. Jahrhundert. Eine Fibel aus emailliertem Bronze dieser Zeit wurde in Gamsen gefunden, wo das gallorömische Dorf Brig-Glis/Waldmatte lag.

um 500. In Glis entsteht eine frühchristliche Saalkirche mit Baptisterium und Annexbauten.[3]

1215. Erste Erwähnung von Brig als « Briga » und der Familie « de Briga ».[2]

1230. Erste Erwähnung von Glis als « Glisa ».[3]

13. Jahrhundert. Ab der Mitte des Jahrhunderts dient eine Sust als Lager und Zollstätte für den Simplonverkehr. Die Rechte gehören bis ins 16. Jahrhundert dem Bischof von Sitten.[2]

1297. Erste Erwähnung von Brigerbad als « Baden ».[4]

1304. Gründung des Antoniusspitals in Brig, das bis 1908 besteht.[2]

14. Jahrhundert. Zu Beginn des Jahrhunderts sperrt eine Mauer das Rhonetal bei Gamsen, vermutlich gegen savoyische Einfälle.[3]

1471. Anton Walker (wieder)entdeckt die Thermalquellen von Brigerbad, die im 16. Jahrhundert ihre Blütezeit erleben.[4]

1518. Brig wird Hauptort des Zendens und Sitz seines Gerichts.[2]

1642. Glis wird eine eigenständige Pfarrei, von Naters losgelöst. Brig, Brigerbad, Ried-Brig, Termen, Gamsen und Eggerberg gehören dazu.[3]

1658-1678. Kaspar Stockalper vom Thurm lässt das Stockalperschloss mit drei Türmen, Arkadenhof und Park erbauen.[2]

1662. Eröffnung des Jesuitenkollegiums (Gebäude 1663-1673, Kirche 1673-1687).[2]

1799. Französische Truppen plündern Brig und verbrennen das Archiv.[2]

1801-1805. Bau der neuen Simplonstrasse.[2]

1906. Eröffnung des Simplon-Eisenbahntunnels (zweiter Tunnel 1921). Erste Überquerung des Simplons mit dem Automobil von Brig aus.[2]

1972. Fusion von Brig, Glis und Brigerbad zu einer Gemeinde, Brig-Glis.[3][4]

1991. Ein Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums und ein Institut für Mehrsprachigkeit ziehen ins Stockalperschloss ein.[2]

1993. Erneutes verheerendes Hochwasser der Saltina nach jenem von 1920, als auch die Rhone über die Ufer trat.[2]

Bevölkerung von Brig-Glis

Quellen und Referenzen: [2][5]

Bevölkerung von Brig-Glis
1798468 Einwohner (nur Brig)
1850721 Einwohner (nur Brig)
19002'182 Einwohner (nur Brig)
19503'854 Einwohner (nur Brig)
19705'191 Einwohner (nur Brig)
19809'608 Einwohner (Brig-Glis)
199010'602 Einwohner
200011'590 Einwohner
202514'192 Einwohner

Historische Orte in Brig-Glis

Stockalperschloss. Von 1658 bis 1678 für Kaspar Stockalper vom Thurm erbaut, mit drei Türmen, Arkadenhof und Park, prägt es die Silhouette von Brig. Es beherbergt die Kanzlei und die meisten Gemeindedienste sowie seit 1991 ein Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums und ein Institut für Mehrsprachigkeit. Kaspar Stockalper liess 1677 ausserhalb der Stadt auch das kleine Matteni-Schloss für Georg Christoph Mannhaft bauen.[2]

Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Glis (Glisacker). Seit dem 14. Jahrhundert Wallfahrtszentrum des Oberwallis. Die heutige Kirche verbindet Renaissance und Spätgotik: Peter und Christian Bodmer aus Prismell vollendeten Mitte des 17. Jahrhunderts die 1519 von Ulrich Ruffiner entworfenen Pläne.[3]

Jesuitenkollegium und Kollegiumskirche. Die Jesuiten leiten das Kollegium 1662-1773 und 1814-1847 (Gebäude 1663-1673, Kirche 1673-1687), die Piaristen 1773-1814. Seit 1848 ist das Gymnasium kantonal.[2]

Ursulinenkloster. 1661 gegründet; die Kirche stammt von 1732; 1853 wird ein Lehrerinnenseminar eröffnet.[2]

Patrizierhäuser und alte Wohnbauten von Brig. Turm von Kaspar Metzelten (1526), altes Stockalperhaus (um 1533), Wegenerhäuser (17. Jahrhundert), Häuser Mannhaft (1709) und Fernanda von Stockalper (1727).[2]

Kapellen von Brig. Sebastianskapelle, 1636-1637 von der Burgerschaft erbaut (1972-1973 restauriert). Antoniuskapelle mit einem 1494 datierten Gewölbeschlussstein.[2]

Bad Brigerbad. Die 1471 (wieder)entdeckten Thermalquellen blühen im 16. Jahrhundert unter Peter Owlig, verfallen ab dem 17. Jahrhundert, werden 1934-1935 wiederbelebt und ab 1956-1960 in grossem Stil ausgebaut. Eine auf 1721 datierte Kapelle von Brigerbad wird erwähnt.[4]

Überreste in Brig-Glis

Frühchristliche Kirche von Glis. Die Grabungen von 1984 in und um die Kirche brachten eine Saalkirche um 500 mit Baptisterium und Annexbauten sowie Teile von vier weiteren Kirchen zutage.[3]

Grabungen in Gamsen. Seit 1992 haben die Grabungen auf dem Autobahntrassee in Gamsen bedeutende Siedlungsspuren aus der Bronze- und Eisenzeit geliefert. In Gamsen lag auch das gallorömische Dorf Brig-Glis/Waldmatte, aus dem eine Fibel aus emailliertem Bronze des 2. Jahrhunderts stammt.[3]

Gamsenmauer (Landmauer). Anfang des 14. Jahrhunderts quer durch das Rhonetal errichtete Mauer, vermutlich gegen savoyische Einfälle; Teile davon sind erhalten.[3]

Turm der Junker von Baden und « Bischofsstadel » in Brigerbad. Der Turm der Junker von Baden (13. Jahrhundert ?) und der sogenannte Bischofsstadel (15. Jahrhundert ?) reichen vielleicht ins Mittelalter zurück (unsichere Datierung).[4]

Quellen

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, « Brig-Glis » (version de 1998, version allemande)
  2. Historisches Lexikon der Schweiz, « Brig (Stadt) » (Louis Carlen, version de 1998, version allemande)
  3. Historisches Lexikon der Schweiz, « Glis » (Bernard Truffer, version de 2004, version allemande)
  4. Historisches Lexikon der Schweiz, « Brigerbad » (Philipp Kalbermatter, version de 1998, version allemande)
  5. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  6. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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