
Bellwald
Herkunft des Namens Bellwald
Der Name bezeichnete zuerst den Berg, in den Formen « Beliwalt » (1273) und « Belwalt » (1293), und ging dann auf das Hauptdorf über, das 1374 « Zblattun » hiess. Es soll sich um eine Zusammensetzung mit dem deutschen Wald handeln. Das erste Glied stammt entweder vom lateinischen bellum (« hübsch ») oder von einem germanischen Personennamen, Ballo oder Pallo.[1]
Gründung von Bellwald
Bellwald entstand aus dem Zusammenschluss von Weilern. Auf einer Anhöhe zwischen dem Rhonetal und dem Fieschertal geben sich das Dorf und die Weiler Ried, Eggen, Bodmen und Fürgangen 1384 eine Gemeindesatzung, die Bauernzunft. Es folgen Wasserordnungen (1371 und 1436), die Ordnung der Alpe Richinen (1499) und die Burgerstatuten (1555). Im 14. Jahrhundert gehört Bellwald den Raron, und Bauern entrichten dem Bischof von Sitten einen Zins. Bis 1798 bildet es mit dem Fieschertal eines der neun Viertel des Zenden Goms. Zuerst Teil der Pfarrei Ernen, wird es 1697 mit dem Bau der Kirche Unserer Lieben Frau von den sieben Freuden eigene Pfarrei. Lange bäuerlich, wendet sich die Gemeinde nach der Eröffnung des Bahnhofs Fürgangen (1915), der Luftseilbahn (1956) und der Strasse (1962) dem Tourismus zu. Die in der Volksabstimmung vom 15. Juni 2025 angenommene und vom Grossen Rat bestätigte Fusion von Bellwald, Fiesch und Lax zur Gemeinde Unnergoms tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.[1][2][3]
Geschichte von Bellwald
1273. Erwähnung des Berges als « Beliwalt ».[1]
1293. Erwähnung als « Belwalt ».[1]
14. Jahrhundert. Bellwald gehört den Raron; Bauern entrichten hier dem Bischof von Sitten einen Zins.[1]
1371. Erste Wasserordnung, 1436 gefolgt von einer weiteren.[1]
1374. Das Hauptdorf heisst « Zblattun ».[1]
1384. Die Weiler schliessen sich durch eine Gemeindesatzung (Bauernzunft) zusammen.[1]
1499. Ordnung der Alpe Richinen.[1]
1555. Burgerstatuten.[1]
1697. Bellwald löst sich von der Pfarrei Ernen und wird mit dem Bau der Kirche Unserer Lieben Frau von den sieben Freuden eigene Pfarrei.[1]
1798. Ende des mit dem Fieschertal gebildeten Viertels im Zenden Goms.[1][2]
1884. Ernen verliert das Kollaturrecht (Ernennung des Pfarrers) über die Pfarrei Bellwald.[1]
1915. Inbetriebnahme der Bahn mit einem Bahnhof in Fürgangen.[1]
1956. Eröffnung einer Luftseilbahn.[1]
1962. Eröffnung der Strasse.[1]
1963. Fürgangen kommt zur Pfarrei Bellwald.[1][6]
2002. Die Gemeinde zählt sechs Transportanlagen, 1'200 Ferienwohnungen und 4'300 Betten.[1]
2025. Am 15. Juni nehmen die Stimmberechtigten von Bellwald die Fusion mit Fiesch und Lax mit 79,1 % an; sie tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.[3]
Bevölkerung von Bellwald
Quellen und Referenzen: [1][4]
| 1850 | 266 Einwohner |
| 1900 | 285 Einwohner |
| 1950 | 265 Einwohner |
| 2000 | 427 Einwohner |
| 2025 | 364 Einwohner |
Historische Orte in Bellwald
Kirche Unserer Lieben Frau von den sieben Freuden. Die Kirche wird gebaut, als Bellwald eigene Pfarrei wird, 1697 (oder 1698). Sie wird am 10. September 1704 geweiht und 1976 renoviert.[1][6]
Beinhaus. 1733-1734 neben der Kirche erbautes Beinhaus.[6]
Apolloniakapelle. Die Kapelle wurde wohl 1666 erbaut, wie die im Medaillon des Chorgewölbes eingemeisselte Jahreszahl zeigt. Sie steht auf dem Gebiet der Gemeinde Niederwald. Sie soll in der Nesselschlucht liegen und im 18. Jahrhundert der heiligen Apollonia geweiht worden sein; beides ist nicht gesichert.[6]
Kapelle Maria zum Schnee auf Richinen. Der Türsturz der Kapelle der Alpe Richinen trägt die Jahreszahl 1694. Sie wird 1756 und 1885-1886 renoviert. Vor 1633 soll eine ältere Kapelle bestanden haben.[6]
Kapellen der Weiler. Die Weiler Bodmen und Eggen haben je eine der Muttergottes geweihte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert; oberhalb von Fürgangen stammt die barocke Annakapelle «Zmettjen» aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.[6]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Bellwald » (Philipp Kalbermatter, trad. Ursula Gaillard, version du 11.06.2004)
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Fieschertal » (Philipp Kalbermatter, version du 29.11.2005 ; quartier du dizain jusqu'en 1798)
- Radio Lac / ATS, « Le parlement entérine une fusion à trois dans le Haut-Valais » (4.5.2026)
- Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
- geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
- Bellwald Tourismus, « Kirchen und Kapellen » (églises et chapelles de Bellwald)
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