Wappen von Steinhaus

Steinhaus

Kanton Wallis · Bezirk: Goms · 33 Einwohner (2000, ehemalige Gemeinde Steinhaus, letzte Zahl vor der Fusion)
Gehört zur Gemeinde Ernen
Ansicht von Steinhaus
Foto: Egon Schmidt, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Steinhaus

Das Dorf wird 1436 als « zem Steinhus » erwähnt. Der Name wird mit einem befestigten Turm in Verbindung gebracht, der dort gestanden haben soll und an den die Flurbezeichnung « uff em Turre » erinnert. Eine ältere Erwähnung von 1245 in der lateinischen Form « Domus lapidea » soll ebenfalls bestehen.

Gründung von Steinhaus

Steinhaus ist ein kleines Dorf am linken Rhoneufer im unteren Goms, zwischen Rufibach und Löüwibach an der alten Talstrasse gelegen. Dazu gehörten vier heute verlassene Weiler: Hofstette, Rufine, Rufibord und Richelsmatt. Bis zum Ende des Ancien Régime gehörte das Dorf zum Viertel Ernen im unteren Goms und zur Grosspfarrei Ernen, die auch die Seelsorge besorgte. Ein in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtetes Rektorat bestand nur kurze Zeit. Die Gemeinschaft gab sich 1417 Statuten, 1530 dann gemeinsame Statuten mit Richelsmatt, die das Burgerrecht und die Nutzung der Gemeingüter regelten und mehrmals revidiert wurden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählte das Dorf nur noch einen Vollerwerbslandwirt, und rund zehn Einwohner arbeiteten auswärts, vorwiegend im zweiten und dritten Sektor. Die ehemalige Gemeinde Steinhaus gehört seit dem 1. Oktober 2004 zusammen mit Ausserbinn und Mühlebach zur Gemeinde Ernen.

Geschichte von Steinhaus

1245. Der Ort soll in der lateinischen Form « Domus lapidea » erwähnt sein.

1361. Im Herbst sollen Einheimische bei Steinhaus den Bischof von Sitten Guichard Tavel gefangen genommen und elf Wochen festgehalten haben.

1417. Die Gemeinschaft gibt sich Statuten.

1436. Erste Erwähnung als « zem Steinhus ».

1530. Gemeinsame Statuten mit Richelsmatt, die das Burgerrecht und die Nutzung der Gemeingüter regeln.

1728-1729. Altar der Kapelle zur Heiligen Familie, wahrscheinlich vom Bildhauer Johann Joseph Bodmer aus Mühlebach.

1768. Ein Brand soll zwölf Gebäude zerstört haben.

18. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wird ein Rektorat errichtet, das jedoch nur kurz besteht.

1987-1988. Ein Tunnel am Löüwibach soll das Dorf im Winter erreichbar machen.

2004. Am 1. Oktober wird die Gemeinde Steinhaus aufgehoben und zusammen mit Ausserbinn und Mühlebach der Gemeinde Ernen angegliedert.[2]

Bevölkerung von Steinhaus

Bevölkerung von Steinhaus
182979
185097
190086
195087
200033

Historische Orte in Steinhaus

Kapelle zur Heiligen Familie. Die Dorfkapelle ist der Heiligen Familie geweiht. Ihr Altar von 1728-1729 stammt wahrscheinlich vom Bildhauer Johann Joseph Bodmer aus Mühlebach.

Ehemaliges Gemeindehaus. Gebäude, das von 1794 stammen soll.

Dorfplatz. Platz mit Brunnen, der von alten Häusern umgeben sein soll.

Überreste in Steinhaus

Verlassene Weiler. Hofstette, Rufine, Rufibord und Richelsmatt, vier zu Steinhaus gehörende Weiler, sind heute verlassen. Richelsmatt teilte mit Steinhaus die Statuten von 1530. Richelsmatt soll seit 1830 unbewohnt sein.

« Uff em Turre ». Die Flurbezeichnung erinnert an einen befestigten Turm, der dem Dorf den Namen gegeben haben soll.

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Steinhaus » (Bernard Truffer, trad. Annelise Rigo, version du 04.01.2017 ; résumé lu)
  2. Office fédéral de la statistique, Répertoire officiel des communes, mutation n° 2303 (01.10.2004)
  3. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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