Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Herkunft des Namens Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Die Kapelle ist Mariä Heimsuchung geweiht. Weil sie mitten im Wald steht, heisst sie auch Waldkapelle.[1][3]
Gründung von Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Die Wallfahrtskapelle entsteht Mitte des 17. Jahrhunderts aus einer frommen Stiftung, im Wald etwa eine halbe Stunde oberhalb des Dorfes Visperterminen. Hinauf führt ein Weg mit zehn Stationenkapellen aus dem 17. Jahrhundert. Kapelle und Weg sind gemeinsam im Kulturgüterinventar verzeichnet.[1][2][5][6]
Geschichte von Waldkapelle Mariä Heimsuchung
1619. Datum der Orgel, welche die Kapelle bewahrt. Sie ist älter als der Bau selbst.[1][8][9]
1652. Stiftung der Waldkapelle, geweiht Mariä Heimsuchung. Die Jahreszahl steht am Sturz des Haupteingangs, zusammen mit dem Monogramm CR, wohl für den «Prismeller» Christian Ragutz aus Rima (Italien).[1][5][6][7]
1654. Das Gitter der rechten Seitenkapelle wird eingesetzt.[6]
1665. Der Hochaltar mit der Aufnahme Mariens in den Himmel ist vollendet. Er gilt als Meisterwerk der Spätrenaissance.[6]
17. Jahrhundert. Im späteren 17. Jahrhundert Bau der zehn Stationenkapellen am Wallfahrtsweg.[1][5][6][7]
1691. Johann Sigristen (1653-1710) aus Brig-Glis schnitzt den Altar der rechten Seitenkapelle.[6]
1730-1740. 200 m nordöstlich der Waldkapelle entsteht eine prachtvolle neue Kapelle.[5][6][7]
um 1749 oder 1818. Die Orgel, wohl zuerst der Pfarrkirche Visp gestiftet, kommt in die Waldkapelle.[8]
1756. Ein Erdbeben beschädigt die Kapelle und reisst bedrohliche Breschen in die Mauern der neuen Kapelle.[1][5][6][7]
1823. Wegen Einsturzgefahr wird der Altar der neuen Kapelle entfernt. Er steht heute als Hauptaltar in der Pfarrkirche von Visperterminen. Die alte Kapelle wird wieder alleinige Gnadenkapelle.[5][6][7]
1855. Erneutes Erdbeben. Das Gewölbe der alten Kapelle stürzt ein und begräbt zahlreiche Statuen, Gemälde und Exvotos.[1][5][6][7]
1965. Restaurierung der Kapelle. Im selben Jahr restauriert die Firma Kuhn aus Männedorf die Orgel.[1][8]
1985-1993. Erneute Renovation. Die Pfarrei gibt dazu eine Broschüre über die Wallfahrtsstätte heraus.[6]
Historische Orte in Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Kapellenweg. Zusammen mit der Kapelle als Kulturgut von regionaler Bedeutung (Kategorie B) eingestuft, reiht der Weg zehn historische Kapellen aneinander. Eine markierte Rundwanderung von 9,3 km beginnt und endet bei der Sesselbahn Giw (1'376 m), dauert etwa 2 Std. 45 Min. und folgt auch der Suone Bodmeri. In den Kapellen am Weg werden der freudenreiche und der schmerzhafte Rosenkranz dargestellt.[2][3][5][7]
Orgel von 1619. Das Instrument trägt die Jahreszahl 1619 unter einem Stifterwappen, wohl dem von Johann In Albon, Bannerherr des Zenden Visp. Der Orgelbauer ist unbekannt. Sie gilt als älteste im Originalzustand erhaltene Walliser Orgel. Ihr Werk soll sogar ins 16. Jahrhundert zurückreichen, vielleicht auf 1563.[1][5][6][8][9]
Altäre und Statuen. Der Hochaltar zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel, der Altar der linken Seitenkapelle die Marienkrönung. Das Gnadenbild ist eine kleine Muttergottesstatue mit Kind. Eine gekrönte Muttergottes steht in einer Nische über dem Eingang, eine Statue von Bruder Klaus in der rechten Seitenkapelle.[5][6]
Überreste in Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Ruine der neuen Kapelle. Von der grossen Kapelle aus dem 18. Jahrhundert ist nur eine Ruine erhalten, 200 m nordöstlich der Wallfahrtskapelle.[5][6][7]
Sagen von Waldkapelle Mariä Heimsuchung
Die hohle Tanne. Mündlich überliefert ist, dass einst ein Gnadenbild in einer gehöhlten Tanne verehrt wurde. Dorthin brachte man totgeborene Kinder, in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen, damit man sie taufen konnte.[6]
Quellen
- Historisches Lexikon der Schweiz (version allemande du Dictionnaire historique de la Suisse), « Visperterminen » (Alois Grichting, version du 27.12.2014)
- Office fédéral de la protection de la population (PBC), « Révision Inventaire PBC 2021 : liste cantonale Canton du VS » (état au 1.1.2026)
- Valais/Wallis Promotion (valais.ch), « Kapellenweg Visperterminen und Bodmeri Suone »
- geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (Waldkapelle, Visperterminen)
- Paroisse de Visperterminen (pfarreiheidadorf.ch), « Waldkapelle + Kapellenweg »
- Schweizerische Kirchenzeitung, Brigitte Burri, « Das Juwel des Kapellenwegs »
- Heidadorf Visperterminen (heidadorf.ch), « Kirchen und Kapellen »
- Orgelbau Th. Kuhn AG (orgelbau.ch), fiche de l'orgue de la Waldkapelle de Visperterminen (restauration de 1965)
- 1815.ch, « Visperterminen | Wallfahrtskapelle Mariae Heimsuchung »
Weitere Dörfer in der Nähe von Waldkapelle Mariä Heimsuchung
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