Gemmipass

Stätte Kanton Wallis · Bezirk: Leuk · Unbewohnte Stätte (Gemeinde Leukerbad)
Gehört zur Gemeinde Leukerbad

Herkunft des Namens Gemmipass

Der Name «Gemmi» erscheint erstmals auf der Karte der Eidgenossenschaft, die Konrad Türst 1495-1497 schuf. Für das Passplateau samt der heutigen Spittelmatte war die Bezeichnung «Curmiz» allgemein gebräuchlich. Die Bedeutung des Wortes Gemmi ist nicht geklärt.[1]

Gründung von Gemmipass

Der Gemmipass quert den nördlichen Hauptkamm der Alpen zwischen dem Daubenhorn und den Plattenhörnern. Er verbindet das Tal der Dala und Leukerbad am Fuss des Passes mit dem Kandertal, dem Berner Oberland und weiter mit der Eidgenossenschaft, deren Zugewandter Ort das Wallis bis 1798 war. Auf der Walliser Seite muss der Weg die Daubenwand überwinden, die 600 m hohe Felswand, die den Talkessel von Leukerbad abschliesst. Seit wann der Pass begangen wird, weiss man nicht. Der Übergang liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Leukerbad.[1][2][4]

Geschichte von Gemmipass

1318. Auf der Gemmi werden ein Spital sowie Wege und Strassen erwähnt.[1]

um 1329-1334. Fällung des Baums für einen Sturzbalken, der in einer Höhlenburg in der Felswand bei der «Schwiibalmu» gefunden wurde. Der Bau soll als Wachtposten gedient haben.[1]

1515. Vor dem Auszug nach Marignano beurteilt Bern den Weg über die Gemmi als drei Tage kürzer.[1]

1549. Die Jahreszahl wird an der in diesem Jahr erneuerten Wegpassage in den Fels gehauen.[1]

1686. In einem Lehensvertrag auf 25 Jahre verpflichtet sich Leukerbad gegenüber Leuk, den Gemmiweg in gutem Zustand zu halten.[1]

1739-1741. Der Gemmiweg wird unter Mitwirkung von Bergleuten aus dem Tirol ausgebaut (nach einer anderen Quelle 1739-1743). Die letzten Vermarchungen finden 1762 statt.[1][2]

1878. Auf der Daube entsteht das Hotel Wildstrubel.[1]

1957. Eine Seilbahn verbindet nun Leukerbad mit der Gemmi.[2]

Historische Orte in Gemmipass

Daubenwand. 600 m hohe Felswand zwischen dem Passhochtal und Leukerbad. Sie erschwerte den Übergang auf der Walliser Seite lange Zeit.[1][2]

Gemmi-Wägelchen. Vor 1914, in der Blütezeit des Tourismus, konnten Reisende von Kandersteg bis zur Daube in schmalen, nur für eine Person gebauten Wägelchen fahren.[1]

Überreste in Gemmipass

Höhlenburgen der Daubenwand. Mittelalterliche Ruinen von Höhlenburgen und Wehranlagen in der Felswand, im Kulturgüterschutz-Inventar in der Kategorie A verzeichnet.[1][3]

Quellen

  1. Office fédéral des routes (OFROU), Inventaire des voies de communication historiques de la Suisse (IVS), « VS 32 Leuk - Leukerbad - Kandersteg (- Thun), Gemmipass » (état novembre 2002)
  2. Dictionnaire historique de la Suisse (version allemande), « Leukerbad » (Philipp Kalbermatter, version du 17.01.2008)
  3. Office fédéral de la protection de la population (PBC), « Révision Inventaire PBC 2021 : liste cantonale Canton du VS » (état au 1.1.2026)
  4. geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (Gemmipass)

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