
Hermance
Herkunft des Namens Hermance
Belegt sind die Formen « intra Armentia » 1247 und « Eremencia » 1271. Die Herkunft des Namens ist nicht gesichert.[1]
Gründung von Hermance
Der Ort ist seit der Jungsteinzeit besiedelt: Gefunden wurden Reste einer Seeufersiedlung, neolithische Gräber, ein Kapitell und Münzen aus der Römerzeit sowie frühmittelalterliche Plattengräber. Um 1100 war Hermance ein blosses castrum, das einige Fischerhütten schützte. Zur selben Zeit entstanden nicht weit voneinander die Pfarreien Cusy und Villars. 1247 liess Aymon II de Faucigny eine Burg und einen befestigten Marktflecken errichten, dessen Kirche zur Pfarrkirche wurde. Die Pfarrei Villars verlor damit an Bedeutung. Die Lage am See, an einer Flussmündung und an der wichtigen Strasse nach Langin erklärt den Aufschwung des neuen Marktfleckens: Sie zog Zuzüger an, denen der Herr von Faucigny 1351 gewisse Rechte (franchises) verlieh. Nach der Niederlage Faucignys gegen Savoyen ergab sich Hermance 1355 und wurde Sitz einer savoyischen Kastlanei. Mit dem Vertrag von Turin kam es im März 1816 zum Kanton Genève.[1]
Geschichte von Hermance
um 1100. Hermance ist ein blosses castrum, das einige Fischerhütten schützt. In dieser Zeit entstehen die benachbarten Pfarreien Cusy und Villars.[1]
1247. Aymon II de Faucigny lässt eine Burg und einen befestigten Marktflecken errichten. Die Kirche der Neugründung wird Pfarrkirche, und die Pfarrei Villars verliert an Bedeutung. Der Name erscheint in der Form « intra Armentia ».[1]
1271. Erwähnung des Namens in der Form « Eremencia ».[1]
1351. Der Herr von Faucigny verleiht den durch die günstige Lage des Marktfleckens angezogenen Zuzügern gewisse Rechte (franchises).[1]
1355. Nach der Niederlage Faucignys gegen Savoyen ergibt sich Hermance und wird Sitz einer savoyischen Kastlanei.[1]
1373. Gründung eines Spitals (Hospiz).[1]
1536. Bern und seine französischen Verbündeten dringen ins Chablais ein. Die savoyischen Dörfer müssen die Reformation annehmen, und die Kirche von Genève ernennt einen Pfarrer für Hermance.[1]
1542. Das Spital wird wieder aufgebaut und die Schule erweitert.[1]
1589. Im Frühling wird der Marktflecken von der Armee des Nicolas Harlay de Sancy geplündert; am 4. August schlagen die Berner Truppen unter Johann von Wattenwyl den örtlichen Herrn François-Melchior de Saint-Jeoire. Wehrmauer und Burg werden mit Ausnahme des Turms geschleift.[1]
1598. Der Friede von Vervins (Mai) bringt den Frieden zurück. Der katholische Gottesdienst wird wieder eingeführt.[1]
um 1680. Die beschädigte Kirche wird endlich wieder aufgebaut.[1]
um 1740. Schliessung des Spitals.[1]
1743-1748. Wie das ganze Chablais erleidet Hermance die spanische Besetzung.[1]
1816. Im März kommt Hermance mit dem Vertrag von Turin zum Kanton Genève. Weniger als die Hälfte seines Umlandes bleibt sardinisch.[1]
1851. Beginn des Baus der Seestrasse, des Quais und der Landestelle.[1]
1873. Dampfschiffe laufen regelmässig den Hafen an.[1]
1902. Eine Tramlinie verbindet Hermance mit Genève. Sie wird 1958 durch einen Busbetrieb ersetzt.[1]
1992. Das Haus Boujon an der Rue du Nord aus dem 13. Jahrhundert wird als Baudenkmal unter Schutz gestellt.[2]
Bevölkerung von Hermance
Quellen und Referenzen: [1][5]
| 1444 | 80 Feuerstätten (Haushalte), etwa 400 Einwohner |
| 1801 | 307 |
| 1850 | 498 |
| 1900 | 362 |
| 1950 | 400 |
| 1980 | 594 |
| 2000 | 816 |
| 2025 | 1'236 |
Historische Orte in Hermance
Mittelalterlicher Marktflecken. Befestigter Marktflecken, 1247 von Aymon II de Faucigny am Seeufer, an einer Flussmündung und an der Strasse nach Langin gegründet. Seine 1589 geschleifte Ringmauer hat einige Mauerteile hinterlassen, die mit dem Turm erhalten sind.[1][3][4]
Turm von Hermance. Einziger Bauteil, der 1589 verschont blieb, als Wehrmauer und Burg des Aymon de Faucigny geschleift wurden. Runder Turm auf einer steilen Anhöhe über dem Bourg-dessous: Dieser runde Bergfried aus Molasse wurde 1337-1338 vom Baumeister Mermet de Jonzier, genannt Rosset, an die Burg angefügt. Seit 1921 denkmalgeschützt.[1][3]
Kirche. Kirche des neuen Marktfleckens, 1247 Pfarrkirche geworden, in den Kriegen des späten 16. Jahrhunderts beschädigt und um 1680 wieder aufgebaut. Die dem heiligen Georg geweihte Kirche ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS-Inventar des Bundes).[1][4]
Haus Boujon. Haus an der Rue du Nord, dessen Bau ins 13. Jahrhundert, in die Anfänge des Marktfleckens, zurückreicht. Nach einem Brand im 15. Jahrhundert teilweise wieder aufgebaut, im 19. Jahrhundert aufgestockt, 1979 ins Inventar aufgenommen und 1992 unter Schutz gestellt.[2]
Hafen und Quai. Quai und Landestelle ab 1851 gebaut. Ab 1873 laufen Dampfschiffe regelmässig den Hafen an.[1]
Überreste in Hermance
Seeufersiedlung und alte Gräber. Reste einer Seeufersiedlung, neolithische Gräber, Kapitell und Münzen aus der Römerzeit, frühmittelalterliche Plattengräber.[1]
Turm der ehemaligen Burg. Turm der Burg des Aymon de Faucigny, nach der Schleifung von 1589 als einziger erhalten. Um 1895 wurde von ihm aus der untere Teil des Marktfleckens fotografiert.[1]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Hermance » (Anne-Marie Piuz), version de 1998 remaniée le 09.04.2008 (version allemande lue)
- Office du patrimoine et des sites (Genève), recensement architectural, « Maison Boujon », rue du Nord 13, Hermance (fiche 2011-27057 ; inscription à l'inventaire 15.6.1979, classement 1.7.1992)
- Office du patrimoine et des sites (Genève), recensement architectural, « Tour d'Hermance » (fiche 2016-61116, générée le 24.09.2018 ; classement du 30.12.1921)
- Office fédéral de la protection de la population, Inventaire PBC, liste cantonale GE (état au 1.1.2026) : n° 2593, église Saint-Georges, et n° 2594, tour et restes de l'enceinte, objets B
- Office cantonal de la statistique (OCSTAT), Mémento statistique du canton de Genève 2026, tableau Population résidante par commune, en 2025
- geo.admin.ch, service de recherche de swisstopo (coordonnées)
Ortschaften der Gemeinde mit eigener Seite
Weitere Dörfer in der Nähe von Hermance
Fehlt eine Information oder gibt es eine Quelle? Schlagen Sie eine Korrektur oder Ergänzung vor, jeder Vorschlag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
Änderung vorschlagen