Malapalud
Herkunft des Namens Malapalud
«Malapalud» ist erstmals 1429 belegt (überliefert durch eine beglaubigte Abschrift von 1776), bereits in dieser Form. Der Name setzt sich aus zwei in der westschweizerischen Ortsnamenkunde gut bekannten lateinischen Elementen zusammen: «mala», weibliche Form des lateinischen Adjektivs «malus» («schlecht»), und «palus, paludis» («Sumpf, Moor»), woraus im Altfranzösischen die Formen «palu» und «palud» entstanden. Die wörtliche Bedeutung ist also «schlechter Sumpf» oder «unwegsames Moor», wahrscheinlich in Bezug auf ein feuchtes und schwer nutzbares Gelände auf dem Plateau des Gros-de-Vaud, das vom Talent durchflossen wird. Dieses Bildungsmuster, bei dem das Adjektiv «mala» mit einem geografischen Begriff verbunden wird, um einen unwirtlichen Ort zu bezeichnen, ist in der mittelalterlichen Ortsnamengebung der Westschweiz verbreitet. Diese Etymologie ist jene des Historischen Lexikons der Schweiz; in den konsultierten Quellen wurde keine konkurrierende Deutung gefunden.
Gründung von Malapalud
Wie bei den meisten Weilern des Gros-de-Vaud ist keine Gründungsurkunde erhalten, und Malapalud hat keinen bestimmbaren Gründer: Der Ort entstand vermutlich allmählich zwischen dem Hochmittelalter und dem 15. Jahrhundert als landwirtschaftlicher Weiler der Herrschaft Bottens. Die Zisterzienserabtei Montheron besass dort Land, was auf eine landwirtschaftliche Nutzung teilweise im Zusammenhang mit regionalem Klosterbesitz hinweist; keine Quelle erlaubt jedoch die Aussage, dass die Abtei den Ort direkt gegründet hat (zu überprüfen). Der erste schriftliche Beleg des Ortsnamens stammt erst aus dem Jahr 1429.
Geschichte von Malapalud
Mittelalter. Der Ort gehört zur Herrschaft Bottens. Die Zisterzienserabtei Montheron besitzt dort Land.
1429. Erste bekannte schriftliche Erwähnung von «Malapalud», überliefert durch eine beglaubigte Abschrift von 1776 (das Original von 1429 ist in den konsultierten Quellen nicht direkt zugänglich; zu überprüfen).
1475-1476. Nach den Burgunderkriegen gerät die Region unter die gemeinsame Herrschaft von Bern und Freiburg; Malapalud wird Teil der Gemeinen Herrschaft Orbe-Echallens, die bis 1798 besteht.
1536. Bern führt im Waadtland die Reformation ein. Als Teil der Gemeinen Herrschaft Orbe-Echallens, die gemeinsam mit dem katholisch gebliebenen Freiburg verwaltet wird, bleibt Malapalud als Filiale der Pfarrei Assens katholisch.
1798. Ende des Ancien Régime und Gründung der Helvetischen Republik. Malapalud kommt zum neuen Bezirk Echallens (1798-2006).
1947. Gründung einer Dorfkäserei, welche die lokale Landwirtschaft über mehrere Jahrzehnte prägt.
2000. Auf dem Gemeindegebiet bestehen noch sieben Landwirtschaftsbetriebe; das Dorf bewahrt seinen ländlichen Charakter abseits der grossen Verkehrsachsen und der Bahnlinie.
31. August 2006. Auflösung des Bezirks Echallens; Malapalud kommt zum neuen Bezirk Gros-de-Vaud.
1. Januar 2009. Malapalud fusioniert mit der Gemeinde Assens und verliert seinen Status als eigenständige Gemeinde (letzte Gemeindezählung: 92 Einwohner im Jahr 2008).
2012. Liquidation der 1947 gegründeten Käserei.
2014. Schliessung der Sägerei und des Holzhandels des Dorfes.
1. Juli 2021. Die Gemeinde Assens (hervorgegangen aus der Fusion von 2009 mit Malapalud) fusioniert ihrerseits mit Bioley-Orjulaz zur heutigen Gemeinde Assens, welche seither die ehemaligen Dörfer Assens, Bioley-Orjulaz und Malapalud umfasst.
Bevölkerung von Malapalud
| 1764 | 11 Feuerstätten (Haushalte, nicht einzeln gezählte Einwohner) |
| 1803 | 49 |
| 1850 | 58 |
| 1900 | 58 |
| 1950 | 58 |
| 1980 | 51 |
| 2000 | 61 |
| 2004 | 68 |
| 2008 | 92 |
Historische Orte in Malapalud
Der ländliche Weiler Malapalud. Am linken Ufer des Talent zwischen Assens und Echallens gelegen, abseits der grossen Verkehrsachsen und der Bahnlinie, hat Malapalud bis zur Fusion von 2009 seinen Charakter als landwirtschaftlicher Weiler des Gros-de-Vaud bewahrt, mit traditionellen Bauernhöfen und geschlossener ländlicher Bebauung.
Die ehemalige Käserei. Eine Dorfkäserei wurde 1947 gegründet und war mehrere Jahrzehnte in Betrieb, bevor sie 2012 liquidiert wurde; sie zeugt von der auf Milchwirtschaft ausgerichteten lokalen Landwirtschaft, die im Jahr 2000 noch sieben aktive Betriebe zählte.
Die ehemalige Sägerei. Eine Sägerei und ein Holzhandel ergänzten die Wirtschaft des Dorfes bis zu ihrer Schliessung im Jahr 2014, womit die letzten eigenen handwerklichen Tätigkeiten der ehemaligen Gemeinde endeten.
Die Pfarrkirche von Assens. Malapalud hatte nie eine eigene Kirche: Das Dorf war als Filiale der Pfarrei Assens angeschlossen und teilte deren religiöses Leben, das trotz der (reformierten) Berner Herrschaft über die Region nach der Reformation von 1536 katholisch blieb.
Überreste in Malapalud
In den konsultierten Quellen keine archäologischen Überreste verzeichnet. Die verfügbaren Quellen verzeichnen bis heute keine archäologischen Überreste (prähistorisch, gallorömisch oder mittelalterliche Bauten) auf dem Gebiet von Malapalud. Die älteste bekannte Spur des Ortes bleibt seine erste schriftliche Erwähnung von 1429. Das Fehlen von Erwähnungen beweist nicht das Fehlen von Überresten im Gelände, sondern spiegelt den aktuellen Stand der zugänglichen Dokumentation wider (bei spezialisierteren kantonalen archäologischen Inventaren zu überprüfen).
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse (HLS/DHS) - Malapalud
- Dictionnaire historique de la Suisse (HLS/DHS) - Assens
- Wikipédia (français) - Malapalud
- Wikipedia (English) - Malapalud
- Wikipédia (français) - Assens (Vaud)
- Commune d'Assens - Historique
- Canton de Vaud - Décision du Conseil d'État, fusion Assens - Bioley-Orjulaz (entrée en vigueur le 1er juillet 2021)
- FAOVD - Alphabet des communes vaudoises - Assens
Weitere Dörfer in der Nähe von Malapalud
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