Wappen von Orsières

Orsières

Kanton Wallis · Bezirk: Entremont · 3'339 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)
Ansicht von Orsières
Foto: Roland Zumbuehl, CC BY 3.0, Wikimedia Commons · Wappen: Gemeinfrei

Herkunft des Namens Orsières

Der Name erscheint 972 in der Form « Pons Ursarii », dann 990 bei Sigerich als « Ursiores ». Im Patois soll er « Orsâïre » lauten. Er soll von « Ursarias » abstammen, aus lateinisch « ursus », der Bär, wie Orcières (Frankreich) oder Urseren (Uri). Der Ort soll von Bären aufgesucht oder von Jägern oder Bärenführern bewohnt worden sein.[1]

Gründung von Orsières

Orsières liegt an der Strasse über den Grossen St. Bernhard, am Fuss des Mont-Blanc-Massivs, an der französischen und italienischen Grenze. Seine Brücke, lange die einzige über die Dranse, erscheint schon in der ersten Erwähnung des Ortes. Mitte des 11. Jahrhunderts überträgt der Bischof von Sitten das Dorf und seine Leibeigenen dem Domkapitel. Ab dem 12. Jahrhundert untersteht Orsières den Grafen von Savoyen und gehört bis 1798 zur Kastlanei Sembrancher. Die Gemeinschaft organisiert sich früh: Ab dem 13. Jahrhundert regelt eine Gerichtsversammlung die gemeinsamen Angelegenheiten, später leitet sie ein Syndic. Im Ancien Régime, und wahrscheinlich seit dem Mittelalter, ist sie in drei Drittel geteilt: Tiers de Ville, Tiers d'Issert und Tiers des Côtes. Sie lebt von Roggen, Viehzucht, Wald und Reben in Fully und Martigny, bevor Passtransport und Tourismus hinzukommen. Die Gemeinde umfasst heute das Val Ferret, das Tal von Champex, den Flecken an der Dranse d'Entremont und Weiler wie Champex, Ferret, Issert, La Fouly und Praz-de-Fort.[1]

Geschichte von Orsières

972. Erste Erwähnung, « Pons Ursarii »: Sarazenen nehmen den Abt Majolus von Cluny bei der Brücke von Orsières gefangen.[1]

990. Sigerich nennt « Ursiores » als Etappe der Via Francigena (Beleg nicht gesichert).

1052. Bischof Aymon von Sitten überträgt das Dorf und seine Leibeigenen dem Domkapitel.[1]

1150-1162. Der Bischof schenkt die Kirche Saint-Pantaléon den Chorherren des Mont-Joux. Die Schenkung wird 1163 vom Papst nicht anerkannt, dann 1177 bestätigt.[1]

1189. Der Graf von Savoyen schenkt den Wald von Ferret der Bruderschaft des Mont-Joux (Grosser St. Bernhard).[1]

1228. Die Kirche trägt spätestens ab diesem Datum das Patrozinium Saint-Nicolas.[1]

1352. Die Gemeinschaft wird von einem Syndic geleitet und einem Meier unterstellt.[1]

1376. Amadeus VI. von Savoyen gewährt Orsières einen Freiheitsbrief.[1]

1475. Nach der Niederlage Savoyens untersteht die Kastlanei Sembrancher, zu der Orsières gehört, bis 1798 der Landvogtei Saint-Maurice.[1]

1780er Jahre. Die Gemeinschaft erhält ein neues Pfarrhaus.[1]

1800. Die Italienarmee zieht durch Orsières.[1]

1810-1813. Unter französischer Herrschaft gehört Orsières zum Kanton Entremont im Arrondissement Saint-Maurice des Departements Simplon.[1]

1853. Die Bauern gründen eine Genossenschaft, um Touristen und Waren über den Grossen St. Bernhard zu transportieren.[1]

1893. Die Strasse wird bis zum Pass verlängert.[1]

1910. Inbetriebnahme der Bahn Martigny-Orsières.[1]

1925. Gründung eines alpinen botanischen Gartens.[1]

1935. Einweihung einer reformierten Kapelle in Champex.[1]

1974. Gründung einer Orientierungsschule.[1]

1990. Orsières beteiligt sich am Centre régional d'études des populations alpines.[1]

Bevölkerung von Orsières

Quellen und Referenzen: [1][2]

Bevölkerung von Orsières
1313304 Steuerpflichtige
1339402 Steuerpflichtige
1356259 Steuerpflichtige
1402122 Steuerpflichtige
17981'784
18502'305
19002'215
19502'286
20002'630
20253'339

Historische Orte in Orsières

Kirche Saint-Nicolas. Ehemalige Kirche Saint-Pantaléon, im 12. Jahrhundert den Chorherren des Mont-Joux geschenkt und spätestens 1228 dem heiligen Nikolaus geweiht. Auf eine erste romanische Kirche folgt ein Bau des 15. Jahrhunderts, dann jener der 1890er Jahre. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird die Pfarrei noch von der Propstei des Grossen St. Bernhard betreut.[1]

Brücke von Orsières. Lange die einzige Brücke über die Dranse, Ort der Gefangennahme des Abts Majolus von Cluny durch Sarazenen 972.[1]

Kapellen der Dörfer. Kapellen in Commeire, La Rosière, Praz-de-Fort, Ferret, Chez-les-Reuses und Champex, wo 1935 eine reformierte Kapelle eingeweiht wird.[1]

Champex und Val Ferret. Der Tourismus beginnt um 1850 in der Gegend von Champex, die seit 1925 einen alpinen botanischen Garten besitzt. Champex und La Fouly sind heute Skiorte.[1]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Orsières » (Albano Hugon, version allemande du 03.11.2009 ; version française non lue, erreur 429)
  2. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
  3. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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