Ruine d'Obermontenach
Herkunft des Namens Ruine d'Obermontenach
Obermonten, auch Obermontenach genannt, ist einer der Weiler der ehemaligen Gemeinde St. Antoni, neben Niedermonten, das lange das Zentrum der Gemeinde war. Der Hügel mit der Ruine heisst Chutz, berndeutsch für Hochwacht, den Signalposten, der hier stand.[1][3]
Gründung von Ruine d'Obermontenach
Der Chutz erhebt sich mit 886 m gleich nördlich von Obermonten, zwischen St. Antoni und Heitenried. Eine Hochwacht gehörte hier zum Signalnetz, das zum Aufbieten der Truppen diente, mit Verbindung zu Schwarzenburg, zum Guggershorn und nach Wydenfeld. Vom Hügel reicht der Blick zur Grasburg, nach St. Antoni, Maggenberg, Heitenried, Freiburg, Murten und zum Neuenburgersee. Das Baujahr des Turms ist nicht bekannt, doch sein Name bestätigt, dass es ein Wachtturm war.[3][4]
Geschichte von Ruine d'Obermontenach
1453. Eine Kapelle in Obermonten wird in diesem Jahr der heiligen Maria Magdalena geweiht. Später steht sie unter dem Patrozinium der Muttergottes.[2]
1667. Blasius Weber, ehemaliger Hauptmann in genuesischen Diensten und Mitglied des Freiburger Grossen Rats, kauft die Güter von Obermonten und lässt die Kapelle bauen.[2]
1670. Am 15. Juni weiht Bischof Johann Baptist Strambino die Kapelle.[2]
18. Jahrhundert. Die Kapelle geht an die Familie de Buman über. Ignace de Buman und seine Frau Elisabeth, geborene de Vevey, stiften 1777 das Ewige Licht.[2]
1832. Franz Küenlin beschreibt Obermonten als Dorf der Pfarrei Tafers mit 13 Häusern und erwähnt auf einem Hügel « les ruines d'un ancien signal ».[2]
1844. Am 4. Oktober brennt eine benachbarte Scheune und beschädigt die Kapelle. Statue und Altarbilder werden gerettet, der Altar wird 1845 neu gebaut.[2]
1846. Am 26. Mai weiht Bischof Stephan Marilley die Kapelle neu. Beim Wiederaufbau liess Oberst Louis de Buman das Familienwappen über dem Eingang anbringen.[2]
1920. Die Zeitschrift « Pionier » erwähnt die Hochwachten im Raum Obermontenach, die zum Aufbieten der Truppen dienten.[3]
1996. Die Familien de Weck, d'Espine-Frossard de Saugy und de Courten-de Weck schenken Kapelle und Ausstattung der Stiftung Kapelle Obermontenach. 1998 wird sie renoviert.[2]
2021. Am 1. Januar kommt Obermonten mit St. Antoni zur Gemeinde Tafers.[1][5]
Historische Orte in Ruine d'Obermontenach
Chutz. Der Hügel ist von Obermonten in einer Viertelstunde zu Fuss erreichbar. Die Sicht reicht von Südosten bis Nordwesten.[3][4]
Kapelle Unserer Lieben Frau von der Vorsehung. Im Weiler birgt die Kapelle eine Muttergottesstatue, die Jakob und Hans-Franz Reyff zugeschrieben wird (1645-1648), Altarbilder des heiligen Aloisius (1852), des Ignatius von Loyola und der Elisabeth von Thüringen sowie eine Kopie der Grablegung von Rubens. Ein Votivbild erinnert daran, dass die Familien de Buman und de Vuilleret am 25. August 1830 die Explosion eines Pulverturms in Gruyères überlebten. Am ersten Septembersonntag findet eine Wallfahrt statt.[2]
Überreste in Ruine d'Obermontenach
Signalturm. Auf dem Chutz sind noch Mauerreste zu sehen. Nach einem Augenzeugen, Direktor Schwaller, stand einige Jahrzehnte zuvor noch das ganze Erdgeschoss eines Turms.[2][4]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « St. Antoni » (Peter F. Kopp, version du 10.06.2021)
- Seelsorgeeinheit Sense Mitte, « Kapelle Obermonten » (2012)
- hochwacht.info, « Chutz bei Obermonten, St. Antoni »
- swisscastles.ch, « Freiburg : Schloss St Antoni »
- Commune de Tafers, « Geschichte der Gemeinde und der Ortsteile »
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