Steg-Hohtenn

Fusion 2009 Kanton Wallis · Bezirk: Westlich Raron · 1'768 Einwohner (31.12.2025, provisorische Zahl BFS)

Herkunft des Namens Steg-Hohtenn

Ende 2007 war der Name der künftigen Gemeinde noch nicht bestimmt: Die Bürger sollten im Frühjahr 2008 zwischen « Steg » und « Steg-Hohtenn » wählen. Das Wort « Steg » bezeichnet die Brücke über die Lonza, die das Wappen zeigt. Bis 1720 hiess Steg « Benken », ein Name, den die Gemeinde mit der Folterbank und dem Galgen in Verbindung bringt, die einst im Dorfzentrum standen. Hohtenn hiess früher « Gestillberg » oder « Then ».[1][2][3]

Gründung von Steg-Hohtenn

Steg-Hohtenn ist aus dem Zusammenschluss von Steg und Hohtenn entstanden. Die beiden Gemeinden zählten zusammen 1'496 Einwohner (1'528 am 31. Dezember 2005 laut einer anderen Quelle). Das Projekt sah eine Hauptkanzlei in Steg und ein Teilzeitbüro in Hohtenn vor. Das neue Wappen verbindet die Brücke von Steg über die Lonza, mit der Kapelle, die einst in ihrer Nähe stand, und einen Stadel auf Mausplatten. Der Turm der früheren Wappen, der an die Untertanenschaft unter Feudalherren erinnerte, wurde weggelassen. Das Gebiet liegt am rechten Rhoneufer, am Eingang des Lötschentals. Steg ist an der Lonza gewachsen, Hohtenn an den Sonnenhängen darüber, unterhalb des Lötschbergs, mit zeitweise bewohnten Weilern wie Bielti, Giesch, Laden oder Tatz. Lange gingen die beiden Dörfer getrennte Wege: Steg bildete mit Benken ein Freigericht, Hohtenn gehörte zum Priorat Niedergesteln. Später hielten die Arbeitsplätze der Talindustrie, bei Lonza und Alusuisse, auch die Bevölkerung von Hohtenn im Dorf.[1][2][3][5][6]

Geschichte von Steg-Hohtenn

6. Jahrhundert. An der Lonza, am Ort des heutigen Steg, entsteht eine Siedlung.[2]

1274. Eine Urkunde nennt eine wohlhabende Familie « de Steg ».[2]

1434. Am 9. Dezember befreit ein Vertrag die Leute von Benken-Steg von den Herren von Raron und begründet das Freigericht Benken. Die Burgerschaft hält ihre Versammlung bis heute am ersten Dezembersonntag ab.[2]

1564. Aus diesem Jahr stammen die ältesten bekannten Statuten der Bauernzunft Benken-Steg. Sie regeln Boden- und Waldnutzung, Holzverteilung, Suonen und Wuhren.[2]

1616. Nach einem Streit wegen eines Hochwassers wird die Grenze zwischen den Zenden Raron und Leuk festgelegt. Sie trennt auch Steg von Gampel.[2]

1714. In Hohtenn entsteht eine Bauernzunft, aus der die Gemeinde hervorgeht.[2]

1880. Die Lonzawerke werden gebaut. Mit der Aluminiumproduktion um 1960 setzen sie eine rasche Industrialisierung in Gang.[2]

1913. Hohtenn erhält eine BLS-Bahnstation und ein Postbüro. Vom Priorat Niedergesteln getrennt, bildet es seither mit Steg eine Pfarrei.[2]

1930. Eine Strasse verbindet nun Hohtenn mit Steg.[2]

2006. Im Frühjahr beschliessen die Gemeinderäte von Steg und Hohtenn, eine Fusion zu prüfen. Anfang Sommer wird die Erstellung des Grundlagenberichts öffentlich ausgeschrieben.[1]

2007. Am 17. Oktober beschliesst der Staatsrat Finanzhilfen von CHF 1'400'000, von denen CHF 300'000 noch vom Grossen Rat genehmigt werden müssen. Die Abstimmung über die Fusion ist auf den 15. und 16. Dezember angesetzt, und die Burgergemeinden stimmen zum selben Termin ab.[1]

2008. Das Projekt sieht ein Übergangsjahr vor, mit zehn Gemeinderäten an der Spitze der Gemeinde, danach einen im Herbst gewählten Gemeinderat von fünf Mitgliedern.[1]

2009. Am 1. Januar entsteht die Gemeinde Steg-Hohtenn.[2][4][5]

Bevölkerung von Steg-Hohtenn

Quellen und Referenzen: [7]

Bevölkerung von Steg-Hohtenn
19801'394 (heutiges Gebiet)
19901'456 (heutiges Gebiet)
20001'536 (heutiges Gebiet)
20101'595
20201'620
20251'768

Historische Orte in Steg-Hohtenn

Burgerhaus Steg. Das heutige Gebäude ist auf 1727 datiert, doch die Burgerschaft von Steg hatte es schon 1623 erworben.[2]

Burgerhaus Hohtenn. Es ist auf 1707 datiert, einige Jahre vor der Bauernzunft, aus der die Gemeinde hervorging.[2]

Kirche Hohtenn. Die 1963 mit integriertem Schulhaus erbaute Kirche fällt durch ihren dreieckigen Turm auf.[2]

Rebe am Borrihaus. Im Dorfzentrum von Steg wächst am Borrihaus eine 1743 gepflanzte Rebe. Sie gilt als älteste Rebe der Schweiz.[6]

Gemeindeverwaltung. Die Verwaltung der Gemeinde hat ihre Adresse in Steg, Kirchstrasse 37.[1][6]

Quellen

  1. Gemeinden Steg und Hohtenn, « weibil extra », numéro spécial sur la fusion (novembre 2007)
  2. Gemeinde Steg-Hohtenn, « Geschichte der Gemeinde Steg-Hohtenn »
  3. Gemeinde Steg-Hohtenn, « Das Wappen der Gemeinde Steg-Hohtenn »
  4. Office fédéral de la statistique (OFS), Répertoire officiel des communes, mutation 2759
  5. Canton du Valais, Service des affaires intérieures et communales, « Rapport sur les finances communales 2008 » (2010)
  6. Valais 4 you (Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis AG), « Steg-Hohtenn »
  7. Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de

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