Turtmanntal

Stätte Kanton Wallis · Bezirk: Leuk · Unbewohnte Stätte (Gemeinden Oberems und Turtmann-Unterems)
Gehört zur Gemeinde Turtmann

Herkunft des Namens Turtmanntal

Das Turtmanntal mündet bei Turtmann in die Rhoneebene. Die Walliser Karte von 1545 nennt « Turthman », lässt den Talfluss aber ohne Namen. Die ersten Orte im Tal, Tschavil, Gruben, Meiden, Plumatt und Grossenthum, erscheinen auf einer Karte von 1768.[1][3]

Gründung von Turtmanntal

Das Turtmanntal ist zuerst ein Alpgebiet. Turtmann, am Ausgang des Tals, betrieb dort bis weit ins 20. Jahrhundert Alpwirtschaft. Der Talweg, der von der Ebene zur Doppelsiedlung Gruben und Meiden führt, war auch ein Handelsweg für den Zenden Leuk und teilweise für den Zenden Raron. Vom Talende führten der Meidpass, die Forcletta (Furggilti) und der Augstbordpass in die Nachbartäler. Diese Pässe waren bis zur Kleinen Eiszeit für den Handel wichtig. Heute dienen sie dem Tourismus. Das Tal verteilt sich auf die Gemeinden Oberems und Turtmann-Unterems.[1][2][3]

Geschichte von Turtmanntal

vor 1500. Die Alpweiden sind in Privatweiden eingeteilt.[1]

16. Jahrhundert. Es entstehen Alp-Geteilschaften.[1]

1612. Beginn eines langen Grenzstreits: Oberems, das im Tal keine Alprechte besitzt, streitet mit Turtmann um die Oberhoheit über das Turtmanntal.[1]

1843-1891. Zwischen Zer Tänt und Pletschu wird der Weg auf die linke Talseite verlegt.[1]

1868. Die Walliser Regierung fällt einen Zwischenentscheid zugunsten von Ems. Danach lässt die Wegpflege durch die Nutzer nach.[1]

1920. Für das Kraftwerk wird eine Standseilbahn gebaut.[1]

1957. In der Talstufe unterhalb des Turtmanngletschers wird eine Strasse angelegt.[1]

1964. Die Strasse von Turtmann über Gruben und Meiden bis ins Sänntum unterhalb des Staubeckens wird für den Privatverkehr geöffnet.[1]

1966. Die Kraftwerkstrasse von Pletschu bis Gruben und Meiden wird vollendet. Sie überprägt den alten Talweg.[1]

um 1970. Die 17 unabhängigen Alpgenossenschaften werden im Rahmen einer Melioration zu einer einzigen zusammengelegt.[1]

2002. Der Walliser Staatsrat entscheidet den alten Streit und spricht das umstrittene Gebiet je zur Hälfte Oberems und Turtmann zu.[2]

Historische Orte in Turtmanntal

Gruben und Meiden. Doppelsiedlung am Ende der Strasse aus den Maiensässen der Alpen Gruben, auf der rechten Talseite, und Meiden, auf der linken. Auf der Grenze zwischen den beiden Alpen steht eine Kapelle der Heiligen Familie.[1]

Toibuwaldkapelle. Um 1770 nach einem Gelöbnis von Josef Kalbermatten gebaut, der an einem Engpass am Weitergehen gehindert worden war. Später wurde sie ein Wallfahrtsort für Kranke. Die Votivgaben verschwanden um 1950.[1]

Kapelle Tschafil. Kapelle des heiligen Antonius von Padua.[1]

Kapelle Follutschugge. Kapelle von 1925, gestiftet von Staatsarchivar Leo Meyer.[1]

Pässe am Talende. Der Meidpass (2'790 m), die Forcletta oder Furggilti (2'874 m), der Col de Tracuit und der Augstbordpass (2'894 m) führen von Meiden in die Nachbartäler.[1]

Quellen

  1. Inventaire des voies de communication historiques de la Suisse (IVS), objet VS 302 « Turtmann - Gruben/Meiden; Turtmanntal » (Office fédéral des routes, état 2001)
  2. Historisches Lexikon der Schweiz, « Oberems » (Bernard Truffer, version du 20.01.2009, version allemande)
  3. Historisches Lexikon der Schweiz, « Turtmann » (Alois Grichting, version du 05.01.2017, version allemande)
  4. geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)

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