Chartreuse de la Part-Dieu

Stätte Kanton Freiburg · Bezirk: Gruyère · Ehemaliges Kloster, Privatbesitz (Gemeinde Gruyères)
Gehört zur Gemeinde Gruyères

Herkunft des Namens Chartreuse de la Part-Dieu

Der lateinische Name « Pars Dei », « Anteil Gottes », erinnert an die Stifterin, die einen Teil ihres Besitzes Gott vorbehielt. Das Haus war der Jungfrau Maria geweiht.[1][4]

Gründung von Chartreuse de la Part-Dieu

1307 stiften Guillemette de Grandson, Witwe von Graf Peter II., und ihr Sohn Peter III., Graf von Gruyère, die Kartause als Grablege ihres Hauses. Die Gräfin hatte ein abgelegenes Gut an der Trême gekauft, in einer Lichtung am Hang des Moléson auf etwa 960 Metern Höhe, und es den Kartäusern geschenkt, damit sie dort ein Kloster bauten. Schenkungen der Grafen und Käufe brachten Wälder und Reben hinzu, dazu ein Haus in Vevey. Die Höfe, Wälder und Weiden des Gutes, die bis auf den Gipfel des Moléson reichten, ernährten die Mönche. Die Part-Dieu war eine der sechs Kartausen der Westschweiz.[1][2][3][4]

Geschichte von Chartreuse de la Part-Dieu

1307. Die Kartäuser beziehen das von der Gräfin gestiftete Kloster.[1][2][3][4]

1555. Die Kartause kommt unter die Vormundschaft Freiburgs, das sie streng überwacht.[1][2]

1601. Ein Brand zerstört einen Teil der Gebäude. Die Freiburger Regierung versucht vergeblich, das Kloster aufzuheben, und erneut im 18. Jahrhundert.[1][2]

1773. Erneut verwüstet ein Feuer die Kartause.[2]

1778. Die Valsainte wird aufgehoben, ihre Mönche ziehen in die Part-Dieu.[1][5]

1790. Einundvierzig Mönche auf der Flucht vor der Französischen Revolution finden in der Part-Dieu Zuflucht.[3]

1798. Die Franzosen besetzen das Kloster.[1]

1800. Ein Brand verwüstet das Kloster, und die Mönche müssen es bis zur Wiederherstellung, die 1805 abgeschlossen ist, verlassen. Danach nimmt das Haus ausländische Kartäuser auf, die aus ihren Klöstern vertrieben wurden.[1][2]

1813. Prior Dom Romuald Moissonnier übernimmt die Leitung des Ordens und geht zur Wiederherstellung der Grande Chartreuse bei Grenoble.[3]

1817-1821. Dom Jean-Joseph Hermann, der « moine dormeur » (schlafende Mönch), ist Prokurator des Hauses. Als Erfinder und Astronom baut er Instrumente zur Entfernungsmessung und mehrere astronomische Uhren.[1][3]

1848. Das Kloster wird aufgehoben. Bibliothek und Archiv gehen an den Staat, die Gebäude stehen acht Jahre leer.[1][2][3]

1856. Güter und Klostergebäude werden verkauft. 1858 erwirbt die Gräfin de Rumine das Gut.[1][2]

1861. Der Grosse Rat beschliesst die Wiederherstellung der Kartause, doch die Eigentümerin lehnt ab, und das Vorhaben scheitert.[1]

1862. Der grosse Kreuzgang und die Mönchshäuschen werden fast vollständig abgerissen.[1]

1871. Die Part-Dieu wird dem Waadtländer Bankier François Clavel vermacht. Sein Sohn Auguste Clavel (1844-1933) setzt sich für die Rettung der Gebäude ein, und die Familie kümmert sich seither um die Anlage.[2][3]

1963. Die Nachkommen der Clavel beginnen mit der Restaurierung der Gebäude.[2]

Historische Orte in Chartreuse de la Part-Dieu

Mittelbau, Kirche und Pforte. Mittelbau und Kirche haben die Abbrüche von 1862 im Wesentlichen überstanden. Die ehemalige Kartause mit Pforte und Kapelle, dem ehemaligen Brüderhaus und den Mühlenruinen ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Die geschützte Anlage wird von der Familie Clavel unterhalten.[1][3][6]

Muttergottes mit Kind. An der Nordostecke der Umfassungsmauer steht eine Muttergottes mit Kind, die Jean-François Reyff zugeschrieben wird, um 1655.[2]

Überreste in Chartreuse de la Part-Dieu

Grosser Kreuzgang und Zellen. Der grosse Kreuzgang und die Häuschen, in denen die Mönche lebten, verschwanden 1862 fast vollständig. Von der Mühle sind nur Ruinen übrig.[1][6]

Uhr von Dom Hermann. Die von Dom Jean-Joseph Hermann gebaute Comtoise-Uhr, datiert 1798, zeigt Stunden, Minuten, Wochentage, Mondphasen und Tierkreiszeichen und hat zehn Weckwerke mit verschiedenen Klängen. Sie befindet sich im Musée gruérien in Bulle.[3]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Part-Dieu, La » (Ernst Tremp, version du 27.09.2010)
  2. Inventaire suisse des biens culturels (PBC), fiche « Ancienne chartreuse de la Part-Dieu » (KGS 02196), texte du Guide artistique de la Suisse (SHAS)
  3. La Part-Dieu, « History »
  4. Commune de Gruyères, « Chartreuse de la Part-Dieu »
  5. Dictionnaire historique de la Suisse, « Valsainte, La » (Peter F. Kopp, version du 11.11.2016)
  6. Office fédéral de la protection de la population, « Révision Inventaire PBC 2021 : Liste cantonale Canton de FR » (état au 1.1.2026)

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