Château et grottes de Milandre
Herkunft des Namens Château et grottes de Milandre
Die Herkunft des Namens « Milandre » ist bisher nicht geklärt. Die Höhlen tragen den Namen der benachbarten Burg.[6]
Gründung von Château et grottes de Milandre
Die Burg Milandre wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Mömpelgard am Ende eines Felssporns errichtet, der die Allaine und den Eingang der Burgundischen Pforte beherrscht. Der Basler Bischof Heinrich von Isny gab sie ihnen 1280 zu Lehen, 1284 überliessen sie sie dem Fürstbischof. Die französischen Truppen Turennes zerstörten sie 1674. Nur der Turm ist erhalten. Am Fuss der Felswand hat der unterirdische Fluss Milandrine ein über 10 km langes Karstsystem ausgehöhlt: die Höhlen von Milandre, bekannt seit 1715, ab 1868 erforscht und 1889 für Besucher eröffnet. Die Stätte liegt in der Gemeinde Boncourt.[1][2][6]
Geschichte von Château et grottes de Milandre
13. Jahrhundert. Die Grafen von Mömpelgard errichten die Burg Milandre.[1][6]
1280. Am 20. Juni gibt der Basler Bischof Heinrich von Isny die Burg den Grafen von Mömpelgard zu Lehen.[2]
1282. Am 15. Mai tritt Dietrich III. von Mömpelgard seine Grafschaft an Rainald von Burgund ab und behält sich Porrentruy, Milandre, Blamont und Delle vor.[2]
1284. Am 3. April überlässt Rainald von Mömpelgard die Burg dem Fürstbischof Heinrich von Isny.[2]
1285. Am 7. Januar leistet Étienne de Gonzans, Herr von Milandre, dem Fürstbischof den Eid.[2]
1612. Am 7. Juni erlaubt der Erzbischof von Besançon die Weihe eines Oratoriums in der Burg.[2]
1674. Die französischen Truppen von Marschall Turenne zerstören die Burg. Nur der Turm bleibt stehen.[1][2][6]
1715. Entdeckung der Höhlen von Milandre.[2]
1833. Am 11. März wird die Domäne Milandre zum Verkauf ausgeschrieben.[2]
1868. Erste Erforschung der Höhlen.[2]
1889. Am 28. April Einweihung der für Besucher eingerichteten Höhlen.[2]
1949. Entdeckung eines unterirdischen Sees.[2]
1965. Am 16. Oktober schliesst ein plötzliches Hochwasser vier Höhlenforscher während 29 Stunden ein.[2]
1968. Am 21. April weiht der Spéléo-Club Jura einen künstlichen Stollen ein, um die Erkundungen sicherer zu machen.[2]
1988. Restaurierung des Turms, der am 24. Mai ins Verzeichnis der historischen Denkmäler des Kantons Jura aufgenommen und am 29. Oktober eingeweiht wird.[2]
2013. Am 5. und 6. Oktober werden die seit Anfang der 1980er Jahre geschlossenen Höhlen an den Nationalen Tagen der Höhlenforschung für das Publikum geöffnet.[2]
Historische Orte in Château et grottes de Milandre
Höhlen von Milandre. Über 10 km langes Karstsystem, von der Milandrine durchflossen; Ende des 19. Jahrhunderts für Besucher eingerichtet, sind sie nicht mehr öffentlich zugänglich und Höhlenforschern vorbehalten.[2][3][4][6]
La Bâme und Quelle des Saivu. La Bâme ist der Hochwasserausfluss der Milandrine, die Quelle des Saivu ihr ständiger Ausfluss.[4]
Pont Kilcher. Brücke der Mühle von Milandre, 1781 von Jean-Jacques Plomb unter der Aufsicht des Architekten Pierre-François Paris in Mauerwerk neu gebaut und 1832 vom Eigentümer J. Kilcher repariert.[3]
Überreste in Château et grottes de Milandre
Turm von Milandre. Einziger Rest der 1674 zerstörten Burg. Der rund 20 m hohe und fast 10 m breite Turm erhebt sich am Ende eines Felssporns; 1988 restauriert, steht er als historisches Denkmal unter Schutz.[2][5]
Sagen von Château et grottes de Milandre
Die Fee Arie, Dame von Milandre. Der Überlieferung nach wohnt die Fee Arie in den tiefen Höhlen von Milandre. An Sommerabenden soll sie in der Bâme baden, ihre Krone am Beckenrand liegen lassen und die Gestalt einer Vouivre annehmen, um Diebe fernzuhalten. Ihre eiserne Truhe soll Gold und Diamanten enthalten, bis ein mutiger junger Mann sie erlöst.[3]
Die Weisse Frau des Turms. Alle hundert Jahre soll auf der Spitze des Turms von Milandre eine Weisse Frau erscheinen, die nach einem Retter Ausschau hält, der nie gekommen ist.[3]
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Boncourt (JU) » (Bernard Prongué), version du 25.05.2020
- Denis Moine, Chronologie jurassienne, « Milandre Boncourt »
- Commune de Boncourt, « Lavoir et grottes de Milandre »
- Société jurassienne d'émulation, Cercle scientifique, excursion « La Milandrine » (2024)
- Jura Trois-Lacs, « Tour de Milandre »
- Showcaves.com, « Grotte de Milandre »
- geo.admin.ch (swisstopo), recherche de lieux « Milandre »
Weitere Dörfer in der Nähe von Château et grottes de Milandre
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