Châtelvouhay

Stätte Kanton Jura · Bezirk: Porrentruy · Unbewohnte Stätte (Gemeinde Courchavon)
Gehört zur Gemeinde Courchavon

Herkunft des Namens Châtelvouhay

Der Name soll sich aus « castellum advocati », Burg des Vogts, erklären, was auch die deutsche Form Vogtsburg wiedergibt. Es gibt die Schreibweisen Châtelvouhay und Châtel-Vouhay.[3]

Gründung von Châtelvouhay

Die Burg Châtelvouhay wurde im 13. Jahrhundert auf einem Sporn über dem Tal der Allaine oberhalb des Dorfes Courchavon erbaut. Sie soll Ende des 13. Jahrhunderts vom Fürstbischof von Basel als Sitz seines Vogts errichtet worden sein. Im 13. und 14. Jahrhundert war sie Wohnsitz der Kastvögte der Ajoie, der Familie Châtelvouhay, die Courchavon und Mormont als Lehen des Bischofs von Basel hielt. Die Stätte liegt in der Gemeinde Courchavon.[1][3][5]

Geschichte von Châtelvouhay

13. Jahrhundert. Bau der Burg Châtelvouhay, von der Überreste erhalten sind.[1][3]

13.-14. Jahrhundert. Die Burg ist Wohnsitz der Kastvögte der Ajoie.[1]

1320. Erste Erwähnung von Ulrich (Hurry) von Châtelvouhay, der auch die Burg Pruntrut und die Vogtei Ajoie verwaltet haben soll.[3]

14. Jahrhundert. Die Familie Châtelvouhay hält Courchavon und Mormont als Lehen des Bischofs von Basel.[1]

1349. Am 10. Januar stiftet Othenin von Châtel-Vouhay eine Kapelle in der Kirche von Courchavon.[2]

1398. Gräfin Henriette von Mömpelgard soll Etienne von Châtel-Vouhay mit der Burg belehnt haben.[3]

Um 1470. Aussterben der Familie; der Bischof soll das Lehen eingezogen haben, die Burg soll aufgegeben worden sein.[3]

2014. Beim Bau eines Wegs sollen auf dem Gelände Metallobjekte geborgen worden sein.[3]

2017. Eine Prospektion der jurassischen Kantonsarchäologie und von Studierenden der Universität Basel soll eine topografische Aufnahme, Keramik und Metallobjekte ergeben haben.[3]

Historische Orte in Châtelvouhay

Ruinen von Châtelvouhay. Burgstelle auf einem Sporn über dem Tal der Allaine, auf 472 m ü. M., im 13. und 14. Jahrhundert Wohnsitz der Kastvögte der Ajoie. Die Ruine (Flurname Le gros jardin) ist als Kulturgut von regionaler Bedeutung eingetragen (eidgenössisches KGS-Inventar).[1][3][5]

Überreste in Châtelvouhay

Plattform und Gräben. Erhalten sein sollen nur wenige Mauerreste. Auffällig sind vor allem die Erdwerke: ein zentraler Hügel von etwas mehr als 40 m auf etwa 20 m, umgeben von einem Ringgraben, dessen gemauerte Kontereskarpe im Nordosten auf mehreren Metern freigelegt wurde, sowie ein Wall und äussere Gräben.[1][3]

Ringmauer. Im Süden soll noch ein Stück der Ringmauer sichtbar sein.[3]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Courchavon » (Dominique Prongué), version du 14.05.2020 (lu dans la version allemande)
  2. Denis Moine, Chronologie jurassienne, « Courchavon »
  3. Burgenwelt, « Châtel-Vouhay (Vogtsburg) »
  4. geo.admin.ch (swisstopo), recherche de lieux « Ruine de Châtelvouhay »
  5. Office fédéral de la protection de la population (OFPP), Inventaire PBC, liste cantonale du canton du Jura (état au 1.1.2026)

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