Concise
Herkunft des Namens Concise
Erste Erwähnung 1179 in der Form «Concisa». Die konsultierten Quellen erklären die Herkunft dieses Namens nicht (Etymologie hier nicht geklärt).
Gründung von Concise
Keine der konsultierten Quellen nennt einen Gründer des Dorfes. Das Gebiet ist seit der Jungsteinzeit bewohnt: Pfahlbaudörfer folgen am Seeufer von etwa 3850 bis 1050 v. Chr. aufeinander. Nach der Aufgabe der Pfahlbauten am Ende der Bronzezeit verlagert sich die Siedlung auf eine Terrasse am Jurafuss (Dorf Concise-Fin de Lance, um 800 v. Chr.). Schon die Römer beuten den Steinbruch Les Favarges aus, und eine antike Strasse durchquert das Gebiet. Im Mittelalter untersteht Concise der Herrschaft Vaumarcus, dann jener von Saint-Martin-du-Chêne und ab 1282 der Baronie Grandson. Von 1476 bis 1798 gehört das Dorf zur Gemeinen Herrschaft Grandson (Bern und Freiburg), wo es mit Corcelles-près-Concise eine Metralie bildet; die Gemeinde wird damals von einem Rat aus vierundzwanzig Mitgliedern geleitet und besitzt ein Gericht. Die Gemeinde reicht vom Nordufer des Neuenburgersees bis zum Mont Aubert und umfasst die Weiler La Lance und La Raisse. Die Einwohner tragen den Übernamen «Rebibes» (zu überprüfen).
Geschichte von Concise
um 3850 v. Chr.. Beginn der Besiedlung der Uferstationen in der Bucht von Concise, die bis um 1050 v. Chr. aufeinander folgen (Jungsteinzeit und Bronzezeit).
3868-1570 v. Chr.. In Sous-Colachoz 25 aufeinanderfolgende Dörfer bzw. Siedlungsphasen, dendrochronologisch datiert, vom klassischen Cortaillod (3868-3793 v. Chr.) bis zur Frühbronzezeit (1801-1570 v. Chr.).
um 800 v. Chr.. Nach der Aufgabe der Pfahlbaudörfer entsteht auf einer Terrasse am Jurafuss, in Concise-Fin de Lance, ein Dorf aus der Übergangszeit von der Bronze- zur Eisenzeit.
um 550 v. Chr.. Errichtung eines Grabhügels mit doppeltem Graben von über 15 m Durchmesser (Hallstattzeit), im 1. Jahrhundert v. Chr. umgestaltet.
Römerzeit. Ausbeutung des Steinbruchs Les Favarges (La Raisse); ein Abschnitt einer antiken Strasse belegt die römische Präsenz.
1179. Erste Erwähnung des Dorfes, «Concisa».
um 1180. Huon von Grandson schenkt die Domäne La Lance den Prämonstratensern von Fontaine-André.
1228. Erste Erwähnung der Johannes dem Täufer geweihten Pfarrkirche; das Präsentationsrecht gehört dem Prior von Grandson.
1282. Nachdem es den Herrschaften Vaumarcus und dann Saint-Martin-du-Chêne unterstanden hat, geht Concise an die Baronie Grandson über.
1317. Otto I. von Grandson errichtet in La Lance eine Kartause; der Bau beginnt 1318, und die Kirche wird 1328 vom Bischof von Lausanne geweiht.
1416. Das Dorf zählt 70 Feuerstätten (Haushalte).
1475. Die Kartause La Lance erleidet während der Burgunderkriege Zerstörungen.
1476. Am 2. März werden die Truppen Karls des Kühnen auf dem Gebiet von Concise, beim Wald von Seyte, von den Eidgenossen geschlagen (Schlacht bei Grandson). Danach gehört Concise bis 1798 zur Gemeinen Herrschaft Grandson.
1537. Die Pfarrei tritt durch die Abstimmung des «Plus» zur Reformation über.
1538. Aufhebung der Kartause La Lance; die Mönche werden vertrieben, und die Domäne geht an den Landvogt Jacques Tribolet über.
1676-1677. Umbau der Kirche Saint-Jean-Baptiste; das 1683 wieder aufgebaute Pfarrhaus wird 1738 vollständig neu errichtet.
1798. Concise wird dem Bezirk Grandson zugeteilt, bis zu seiner Eingliederung in den Bezirk Jura-Nord vaudois 2006; es zählt damals 560 Einwohner.
1859. Beim Bau der Eisenbahn Yverdon-Neuchâtel werden die ersten archäologischen Fundstellen entdeckt (eine andere Quelle nennt 1855 für die ersten Funde, zu überprüfen).
1995-2000. Rettungsgrabungen in Sous-Colachoz auf etwa 4'700 bis 5'000 m2 (Fläche zu überprüfen) im Zusammenhang mit der Baustelle von Bahn 2000 zwischen Onnens und Vaumarcus: Tausende von Pfählen und ein Dorf der Frühbronzezeit (1801-1774 v. Chr.) mit konzentrischen Palisaden.
2011. Das Ensemble «Corcelles-près-Concise, Stations de Concise» wird als Teil der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen in das Unesco-Welterbe aufgenommen.
Bevölkerung von Concise
| 1416 | 70 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1453 | 60 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1798 | 560 |
| 1850 | 746 |
| 1900 | 726 |
| 1950 | 702 |
| 1990 | 593 |
| 2000 | 684 |
| 2010 | 779 |
| 2025 | 1'035 |
Historische Orte in Concise
Kartause La Lance. Kartäuserkloster, 1317 von Otto I. von Grandson im Tal von La Lance nahe der Neuenburger Grenze errichtet; Kirche 1328 geweiht. Die vorgesehene Zahl von dreizehn Mönchen wurde nie erreicht. Bei der Reformation 1538 aufgehoben, wird es zu einem privaten Gut (Tribolet, dann Rochefort-Neuchâtel 1770 und ab 1794 Pourtalès), das namentlich 1816 umgebaut wird. Der gotische Kreuzgang ist der am besten erhaltene Teil und gilt als einziger intakter mittelalterlicher Kreuzgang des Kantons Waadt (zu überprüfen). Kulturgut von nationaler Bedeutung, privates Weingut, Besichtigung auf Anfrage.
Kirche Saint-Jean-Baptiste. 1228 erwähnte Pfarrkirche mit einem romanischen Turm (vielleicht vom Ende des 11. Jahrhunderts, unsichere Datierung) und einem spätgotischen Schiff; im 15. Jahrhundert und 1676-1677 umgebaut. Bis 1809 umfasste die Pfarrei auch die Neuenburger Dörfer Vernéaz und Vaumarcus, und bis 1846 Mutrux.
Schauplatz der Schlacht bei Grandson. Auf dem Gebiet von Concise, beim Wald von Seyte, besiegten die Eidgenossen am 2. März 1476 die Truppen Karls des Kühnen.
Dorf und Domäne La Lance. Das Dorf Concise und der Bereich La Lance sind im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet.
Überreste in Concise
Seeufersiedlungen der Bucht von Concise (Sous-Colachoz). Uferstationen (La Raisse, La Lance, Le Point, Gare, La Baie, Sous-Colachoz) haben Tausende von Objekten aus der Zeit von etwa 3850 bis 1050 v. Chr. geliefert. Bei den Arbeiten für Bahn 2000 legten die Grabungen von 1995 bis 2000 in Sous-Colachoz 25 aufeinanderfolgende prähistorische Dörfer frei, zwischen etwa 4300 und 1570 v. Chr. (Anfangsdatierung zu überprüfen), sowie über 7'900 Pfähle, geschäftete Beile, Reusen, Seile, Schachteln aus Birkenrinde und Wände aus Flechtwerk. Ein Dorf der Frühbronzezeit besass konzentrische Palisaden. Die Fundstelle, teilweise auf dem Gebiet von Corcelles-près-Concise, gehört seit 2011 zum Unesco-Welterbe.
Römischer Steinbruch von La Raisse (En Favarges). Steinbruch für gelblich-weissen Kalkstein, in römischer Zeit ausgebeutet; der Stein soll für die Bauten von Avenches verwendet worden sein (zu überprüfen). 1944 als historisches Denkmal eingestuft, 1997 ausgegraben: Man sieht die Rillen, welche die abzubauenden Blöcke begrenzen. Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Grabhügel der Eisenzeit. Grabhügel mit doppeltem Graben von über 15 m Durchmesser, um 550 v. Chr. errichtet (Hallstattzeit) und am Ende der keltischen Zeit, im 1. Jahrhundert v. Chr., umgestaltet.
Dorf Concise-Fin de Lance. Dorf aus der Übergangszeit zwischen Bronze- und Eisenzeit (um 800 v. Chr.), Zeugnis der Verlagerung der Siedlung vom Seeufer auf eine Terrasse am Jurafuss.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Concise »
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Lance, La »
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Corcelles-près-Concise, Stations de Concise »
- État de Vaud, Archéologie cantonale, « Sites fouillés et disparus, une sélection »
- État de Vaud, communiqué du 7 décembre 1999, « A Concise, Rail 2000 a traversé le Néolithique »
- Archeoplus, « Concise (VD) »
- Domaine de La Lance, « Histoire »
- Wikipédia, « Chartreuse de La Lance »
- Wikipédia, « Concise »
- Wikipedia (en), « Concise, Switzerland »
- Statistique Vaud, « Population résidante permanente au 31 décembre 2025 »
Weitere Dörfer in der Nähe von Concise
Fehlt eine Information oder gibt es eine Quelle? Schlagen Sie eine Korrektur oder Ergänzung vor, jeder Vorschlag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
Änderung vorschlagen