Vorbourg
Herkunft des Namens Vorbourg
Die Stätte heisst Vorbourg (deutsch Vorburg). Die Kapelle wird Notre-Dame-du-Vorbourg genannt. Was der Name bedeutet, weiss man noch nicht.[2][3]
Gründung von Vorbourg
Der Vorbourg ist eine Stätte der Gemeinde Delémont auf einem Felsvorsprung, der die Klus der Birs zwischen Delémont und Soyhières beherrscht. Vom 11. bis zum 15. Jahrhundert stand auf diesem Vorsprung eine Feudalburg, die von den Rittern von Telsperg bewohnt wurde. Die Anfänge der Burg sind unklar. Sie soll bereits im 10. Jahrhundert erwähnt sein. Die Kapelle, das ehemalige Oratorium der Burg, wurde 1586 neu errichtet und wurde zu einem Marienwallfahrtsort.[2]
Geschichte von Vorbourg
11.-15. Jahrhundert. Eine Feudalburg, bewohnt von den Rittern von Telsperg, steht auf dem Felsvorsprung über der Birsschlucht.[2]
1150-1350. Bau der unteren Burg und ihrer Kapelle (Datum unsicher).
1356. Das Basler Erdbeben beschädigt die Burg. Die Kapelle bleibt weitgehend verschont.[3]
1499. Die Burg soll im Schwabenkrieg zerstört und im 16. Jahrhundert endgültig aufgegeben worden sein.
1586. Neubau der Kapelle, geweiht der Jungfrau Maria und den Heiligen Michael, Imier und Othmar.
1669-1670. Erste Umbau- und Erweiterungsarbeiten an der Kapelle, gefolgt von weiteren 1695-1697 und 1719, im Zuge des Aufschwungs der Marienverehrung im 17. Jahrhundert.
1671. Votivbild von André Boucon, das Delémont nach einem Brand darstellt.
1674. Hans Gerig Ziegler stiftet die Statue der Muttergottes mit Kind. Der linke Seitenaltar von Jost Franz Herrmann stammt von 1674-1675.
1720. Hochaltar von Hugues-Jean Monnot.
um 1876. Neugestaltung der mit Linden gesäumten Zufahrtsstrasse.
1948-1949. Bau der Kaplanswohnung durch Alban Gerster.
1969-1970. Restaurierung der Kapelle.
1995. Die Benediktiner der Abtei Saint-Benoît de Port-Valais in Le Bouveret übernehmen die Betreuung der Kapelle (Datum unsicher). Sie versehen den Dienst bis 2018, danach folgt ihnen ein Priester des Bistums.[3]
Historische Orte in Vorbourg
Kapelle Notre-Dame-du-Vorbourg. Ehemaliges Oratorium der Burg, an den Turm Sainte-Anne angebaut, 1586 neu errichtet und im 17. und 18. Jahrhundert erweitert. Sie bewahrt Votivbilder, darunter jenes von André Boucon (1671), eine Muttergottes mit Kind von 1674, Statuen von Leo IX. und zwei weiblichen Figuren von Johann Viktor Scharpf (um 1680), Seitenaltäre von Jost Franz Herrmann (1674-1675) und von Scharpf (1682-1684) sowie den Hochaltar von Hugues-Jean Monnot (1720). Die Kapelle mit ihren Votivbildern und dem Turm Sainte-Anne ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung (eidgenössisches KGS-Inventar).[4]
Kreuzweg und Zufahrtsstrasse. Ein steinerner Kreuzweg, dessen einer Teil die Jahreszahl 1819 trägt, und ein Aussenkreuz von 1866 säumen den Zugang. Die Strasse wurde um 1876 neu gestaltet und mit Linden gesäumt.
Überreste in Vorbourg
Ruinen der Burg Vorbourg. Erhalten sind die Ruinen des Hauptturms im oberen Teil der Stätte, kürzlich restauriert und gesichert, sowie der viereckige Turm Sainte-Anne, an den die Kapelle angebaut ist. Die Burgruinen sind im eidgenössischen KGS-Inventar als archäologische Fundstelle von regionaler Bedeutung verzeichnet.[2][4]
Sagen von Vorbourg
Die Weihe durch Papst Leo IX.. Der Überlieferung nach soll die alte Burgkapelle 1049 von Papst Leo IX. den Heiligen Imerius und Othmar geweiht worden sein. Der Papst stammte aus der Familie Eguisheim, der auch die Burg gehört haben soll; gesichert ist das nicht.
Quellen
- Inventaire suisse des biens culturels (PBC), fiche « Chapelle Notre-Dame-du-Vorbourg » (Guide artistique de la Suisse)
- Jura & Trois-Lacs, « Chapelle et ruines du Vorbourg »
- The Swiss Spectator, « Notre-Dame du Vorbourg »
- Office fédéral de la protection de la population (OFPP), Inventaire PBC, liste cantonale du canton du Jura (état au 1.1.2026)
- Office fédéral de topographie swisstopo, map.geo.admin.ch
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