Delémont

Stadt Kanton Jura · Bezirk: Delémont · 12'991 Einwohner (31.12.2025)

Herkunft des Namens Delémont

Namensherkunft: Der Ort wird 736/737 als « in figo Delemonte » erwähnt, 1131 als « Telsperg »; der deutsche Name lautet « Delsberg ». Die Herkunft des Namens wird in den eingesehenen Quellen nicht erklärt.

Gründung von Delémont

Der Ort ist seit der mittleren Bronzezeit besiedelt, dann in der Eisenzeit und in römischer Zeit, in der ein gallorömisches Mausoleum und wahrscheinlich eine oder mehrere Villen auf einen Vicus schliessen lassen. Wann die natürliche Terrasse, die den Kern der Altstadt bildet, besiedelt wurde, ist unbekannt; dieser Kern ist Mitte des 13. Jahrhunderts bereits befestigt. Das Tal, seit dem 7. Jahrhundert im Besitz der Herzöge des Elsass, gehört ab dem 12. Jahrhundert zur Herrschaft Pfirt (Ferrette), die der Bischof von Basel 1271 kauft. Delémont umfasst damals einen befestigten Burgflecken und zwei Burgen über der Klus des Vorbourg, wo wahrscheinlich die Herren von Telsberg wohnten. Am 6. Januar 1289 gewährt Bischof Peter Reich von Reichenstein einen Freiheitsbrief, der Delémont das Stadtrecht verleiht und die Bedingungen für die Parzellierung des Bodens festlegt.

Geschichte von Delémont

Mittlere Bronzezeit. Rund fünfzehn Urnen, in der Schwemmebene entdeckt, sind die ersten Siedlungsspuren; spätbronzezeitliche Siedlungen sind im Westen, im Süden und in der Klus des Vorbourg nachgewiesen.

Römische Zeit. Überreste eines gallorömischen Mausoleums und ein kleiner Münzschatz in der Flur la Communance; eine oder mehrere römische Villen lassen auf einen Vicus schliessen.

736/737. Erste schriftliche Erwähnung: « in figo Delemonte ».

7. Jahrhundert. Das Tal gehört den Herzögen des Elsass; im 12. Jahrhundert kommt es an die Herrschaft Pfirt (Ferrette).

1255. Erste Erwähnung der Pfarrei Saint-Marcel.

1271. Der Bischof von Basel kauft die Herrschaft Pfirt; Delémont zählt einen befestigten Burgflecken und zwei Burgen am Vorbourg.

1289. Am 6. Januar gewährt Bischof Peter Reich von Reichenstein einen Freiheitsbrief: Delémont wird Stadt.

1338. Die Stadt erhält das Recht, das Angal (Umgeld) auf Wein und Waren zu erheben.

1416. Erste Erwähnung des Wochenmarkts.

1447. Gründung des Spitals.

1487. Am 16. November verwüstet ein Grossbrand einen grossen Teil der Stadt.

1534-1792. Die Pfarrkirche dient auch als Stiftskirche des durch die Reformation vertriebenen Kapitels von Moutier-Grandval.

1586. Wiederaufbau der Kapelle des Vorbourg, der Jungfrau Maria geweiht.

1716-1721. Bau des bischöflichen Schlosses durch Pierre Racine aus Tramelan.

1742-1745. Bau des Rathauses durch Giovanni Gaspare Bagnato.

1762-1767. Bau der Kirche Saint-Marcel nach Plänen von Pierre-François Paris.

1793. Delémont wird Hauptort eines der beiden Bezirke des französischen Departements Mont-Terrible.

1815. Vereinigung mit dem Kanton Bern: Hauptort einer Landvogtei, ab 1831 eines Amtsbezirks.

1875. Bau des Bahnhofs, der die Entwicklung der Stadt bestimmt; Delémont wird zum Eisenbahnknoten der Linien Basel-Biel und Bern-Paris.

1909. Gründung des Musée jurassien d'art et d'histoire.

1948. Erstes Fest des jurassischen Volkes (Fête du peuple jurassien), seither jedes Jahr in Delémont, dem Hauptquartier der Separatistenbewegung.

1979. Delémont wird Sitz von Parlament und Regierung der Republik und Kanton Jura.

Bevölkerung von Delémont

Bevölkerung von Delémont
1770921
17981'062
18501'650
18802'793
19106'161
19306'393
19507'504
197011'797
199011'548
200011'353
202512'991

Historische Orte in Delémont

Altstadt. Nach einem annähernd rechteckigen Plan gebaut, mit zwei Längsachsen, die drei Querstrassen kreuzen; sie war von Mauern umgeben und hatte vier Tore (porte Monsieur, porte au Loup, porte des Moulins, porte des Prés). Ihre Monumentalbrunnen stammen aus der Spätrenaissance.

Bischöfliches Schloss. Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Basel, 1716-1721 von Pierre Racine aus Tramelan erbaut. Es beherbergte lange die Schulen der Stadt.

Rathaus. 1742-1745 von Giovanni Gaspare Bagnato erbaut.

Kirche Saint-Marcel. 1255 erwähnte Pfarrkirche, 1762-1767 nach Plänen von Pierre-François Paris neu gebaut; der Turm stammt von 1850-1851.

Kapelle Notre-Dame-du-Vorbourg. Ehemaliges Oratorium der unteren Burg Telsberg auf einem Felssporn nördlich der Stadt, 1586 neu gebaut und der Jungfrau Maria geweiht, mehrmals erweitert (1669-1670, 1695-1697, 1719). Nach dem Kulturkampf wird der Vorbourg zum beliebtesten Wallfahrtsort des katholischen Jura; 1869 findet dort die Krönung Unserer Lieben Frau statt.

Musée jurassien d'art et d'histoire. 1909 gegründetes Museum.

Ehemalige Synagoge. 1911 für die jüdische Gemeinde errichtet, die vor allem aus Vieh- und Textilhändlern aus dem Elsass bestand; 1982 für den Gottesdienst geschlossen, 2000 restauriert und heute Kulturzentrum.

Überreste in Delémont

Bronzezeitliche Urnen. Rund fünfzehn Urnen aus der mittleren Bronzezeit, in der Schwemmebene entdeckt, sind die ältesten Siedlungsspuren.

Gallorömisches Mausoleum von la Communance. Überreste eines gallorömischen Mausoleums und eines kleinen Münzschatzes in der Flur la Communance.

Burgruine Vorbourg. Vom 11. bis zum 15. Jahrhundert stand auf dem Felssporn über der Birsschlucht zwischen Delémont und Soyhières eine Burg der Ritter von Telsperg. Erhalten sind die restaurierten Ruinen des Hauptturms, der viereckige Turm Sainte-Anne und die Kapelle Notre-Dame-du-Vorbourg.

Sagen von Delémont

Die Weihe des Vorbourg durch Papst Leo IX.. Der Überlieferung nach soll die ursprüngliche Burgkapelle des Vorbourg 1049 von Papst Leo IX., dem Bruder Gerhards I. von Egisheim, den Heiligen Imier und Othmar geweiht worden sein.

Quellen

Weitere Dörfer in der Nähe von Delémont

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