Chartreuse de la Valsainte

Stätte Kanton Freiburg · Bezirk: Gruyère · 7 Patres und 8 Brüder (2012, Gemeinschaft der Kartause)
Gehört zur Gemeinde Val-de-Charmey

Herkunft des Namens Chartreuse de la Valsainte

Die Valsainte hiess ursprünglich « Val de tous les Saints », lateinisch « Vallis sanctorum omnium » (Tal aller Heiligen). Seit dem Neubau ist das Kloster Notre-Dame-de-l'Assomption (Mariä Himmelfahrt) geweiht.[1]

Gründung von Chartreuse de la Valsainte

Girard I. und Girard II. von Corbières gründen die Kartause 1295. Sie statten sie mit Gütern und Herrschaftsrechten aus, vor allem im Tal des Javroz, wo die Mönche auch die Hochgerichtsbarkeit ausüben. Seit dem 16. Jahrhundert versucht Freiburg, das Kloster aufzuheben, das von Frankreich unterstützt wird und lange standhält. 1778 geschlossen und danach von Trappisten, Zisterziensern und Redemptoristen bewohnt, wird das Haus grösstenteils abgerissen, bevor die Kartäuser 1859 zurückkehren. Es ist die einzige noch bestehende Kartause der Schweiz.[1][2]

Geschichte von Chartreuse de la Valsainte

1295. Die Corbières gründen die Kartause.[1][2]

1369. Das Haus Savoyen bestätigt die Rechte des Klosters.[1]

1381. Ein Brand zerstört die Kartause vollständig.[1][2]

1454. Das Haus Gruyère kauft die Valsainte.[1]

1553. Die Valsainte geht an Freiburg über.[1]

1601. Feuer verwüstet das Kloster.[2]

1727-1729. Dom Amédée Nas lässt den Westflügel mit seiner Fassade zum Ehrenhof bauen.[2]

1732. Ein weiterer Brand trifft die Kartause, die 1732 bis 1737 instand gesetzt wird.[2]

1778. Mit Zustimmung des Papstes hebt Freiburg das Kloster auf. Seine Güter gehen an das Kollegium St. Michael, das Priesterseminar in Freiburg und den Bischof von Lausanne, die Mönche ziehen in die Part-Dieu.[1][2][3]

1791-1815. Aus Frankreich vertriebene Trappisten bewohnen das Kloster (laut einer anderen Quelle ab 1794). Papst Pius VI. anerkennt das Haus 1794 als Zisterzienserabtei, und Zisterzienser aus Soligny in der Normandie leben hier 1802-1812 und 1814-1815.[1][2]

1818-1824. Bayerische Redemptoristen wohnen hier und brechen die Zellen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ab. Danach wird die Anlage verkauft und abgerissen, bis auf den Mittelbau von 1729.[1][2]

1859. Die 1848 aus der Part-Dieu vertriebenen Kartäuser nehmen die Valsainte wieder in Besitz.[1][3]

1861. Der Freiburger Grosse Rat billigt mit einer Stimme Mehrheit die Wiederherstellung des Klosters.[1]

1863-1868. Die Kartäuser bauen das Kloster nach dem ursprünglichen Plan neu, mit vierzehn Zellen um den grossen Kreuzgang, einem Kapitelflügel und einem Refektorium beidseits der Kirche.[1][2]

1884-1904. Für aus Frankreich vertriebene Kartäuser erhält das Kloster eine zweite Zellenreihe im Süden und das Brüderhaus « les Obédiences » (1884 oder 1886), dann eine dritte Reihe, den Noviziatskreuzgang, mit der Erweiterung von Kirche und Refektorium (1903-1904 oder 1901).[1][2]

1956-1958. Antoine Claraz schafft das Wappen und die Statuen des heiligen Bruno und des heiligen Niklaus von Flüe am Eingang.[2]

1971. Die Kirche wird restauriert.[1]

2006. Nach einem Erdrutsch werden die um 1900 hinzugefügten Gebäude abgebrochen. Der Noviziatskreuzgang weicht einer Landschaftsgestaltung von Pascal Amphoux und Christoph Hüsler & Associés (2005-2008).[1][2]

2012. Die Gemeinschaft zählt sieben Patres und acht Brüder, fast die Hälfte stammt aus der Deutschschweiz.[1]

Bevölkerung von Chartreuse de la Valsainte

Quellen und Referenzen: [1]

Bevölkerung von Chartreuse de la Valsainte
20127 Patres und 8 Brüder

Historische Orte in Chartreuse de la Valsainte

Westflügel und Mittelbau. Der Westflügel von 1727-1729 und der vom Kirchenschiff gebildete Mittelbau sind die ältesten Teile. Mitte des 19. Jahrhunderts standen nur noch sie, mit den Eckpavillons des Priors und des Koadjutors und dem Gästehaus im Nordwesten.[1][2]

Grosser Kreuzgang. Die vierzehn Zellen des grossen Kreuzgangs, der Kapitelflügel und das Refektorium stammen aus dem Neubau von 1863-1868 nach dem ursprünglichen Plan.[2]

Eingang. Wappen und Statuen des heiligen Bruno, des Ordensgründers, und des heiligen Niklaus von Flüe, Werke von Antoine Claraz (1956-1958), empfangen den Besucher.[2]

Überreste in Chartreuse de la Valsainte

Zellen aus dem 16. Jahrhundert. Die Zellen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden zwischen 1818 und 1824 von den Redemptoristen abgebrochen.[2]

Noviziatskreuzgang. Der Anfang des 20. Jahrhunderts für die aus Frankreich gekommenen Kartäuser gebaute Noviziatskreuzgang wurde nach dem Erdrutsch von 2006 abgebaut.[1][2]

Quellen

  1. Dictionnaire historique de la Suisse, « Valsainte, La » (Peter F. Kopp, version du 11.11.2016)
  2. Inventaire suisse des biens culturels (PBC), fiche « Chartreuse de la Valsainte » (KGS 01973), texte du Guide artistique de la Suisse (SHAS)
  3. Dictionnaire historique de la Suisse, « Part-Dieu, La » (Ernst Tremp, version du 27.09.2010)

Weitere Dörfer in der Nähe von Chartreuse de la Valsainte

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