
Grengiols
Herkunft des Namens Grengiols
Der Name erscheint als « Graneirolis » 1052, « Griniruel » 1228 und « Graniols » 1297. Er stammt vermutlich vom lateinischen « graneirolas », « kleine Kornspeicher ».[1][2]
Gründung von Grengiols
Grengiols liegt am Südhang des Rhonetals bei der Talstufe von Deisch, am Eingang ins Goms. Zur Gemeinde gehören auch Aussensiedlungen wie Hockmatte, Ze Hyschere und Bächerhyschere. Gefunden wurden Gegenstände aus der Bronzezeit, gallorömische Gräber und römische Münzen, und auf dem Schlosshubel sind Spuren eines Turms aus dem 12.-13. Jahrhundert erhalten. Ab dem 11. Jahrhundert unterstand Grengiols Savoyen und seinen Vasallen, den Herren von Gradetsch und später jenen von Mörel. Ende des 13. Jahrhunderts schuf der Bischof von Sitten hier ein Meiertum, das die Gemeinde später von Privaten zurückkaufte. Zwischen 1189 und 1203 wird eine Pfarrei unter dem Patronat der Gradetsch erwähnt. Danach gehörte das Dorf zur Pfarrei Mörel, bevor es ein Rektorat wurde, das faktisch eine Pfarrei war. An der alten Route ins Goms und zum Albrun gelegen, galt Grengiols als Kornkammer des Bezirks. Der Brand von 1799 und der Bau der Talstrasse im 19. Jahrhundert prägten seine Geschichte.[1]
Geschichte von Grengiols
Bronzezeit. Erste Spuren: Funde aus der Bronzezeit; später gallorömische Gräber und römische Münzen.[1]
11. Jahrhundert. Grengiols untersteht Savoyen und seinen Vasallen, den Herren von Gradetsch, später jenen von Mörel.[1]
1052. Erste Erwähnung als « Graneirolis ».[1][2]
1189-1203. Eine Pfarrei unter dem Patronat der Herren von Gradetsch wird erwähnt.[1]
12.-13. Jahrhundert. Auf dem Schlosshubel steht ein Turm; seine Spuren sind erhalten.[1]
1228. Der Name erscheint als « Griniruel ».[1]
1297. Form « Graniols ».[1]
Ende 13. Jahrhundert. Der Bischof von Sitten gründet ein Meiertum, das die Gemeinde im 16. und 17. Jahrhundert zurückkauft.[1]
um 1430. Zusammen mit Bister bildet Grengiols ein Drittel der Gemeinde Mörel-Grengiols (heute Östlich Raron).[1]
1634. Einrichtung eines Rektorats, das faktisch eine Pfarrei ist.[1]
1668. Bau des Pfarrhauses.[1]
1717-1718. Bau eines verzierten Holzhauses mit offenen Lauben am neuen Dorfplatz.[2]
1799. Flüchtende österreichische Truppen setzen Kirche und Dorf in Brand: 42 Wohnhäuser und 88 Ökonomiegebäude werden zerstört.[1][2]
1800-1803. Neubau der Pfarrkirche St. Peter unter Einbezug der Brandruine.[1]
um 1810. Der Wiederaufbau des Dorfes in Holz ist weitgehend abgeschlossen, meist durch Zimmerleute aus Niederwald.[2]
Mitte 19. Jahrhundert. Viele Familien wandern aus, vor allem nach Argentinien.[1]
1888. Eine Lawine zerstört Teile des Ortes.
1904. Im April zerstört eine Lawine den Weiler Milibach.[1]
1913-1915. Bau der heutigen neuromanischen Kirche nach Plänen von Adolf Gaudy.[1][2]
1914. Die Furka-Oberalp-Bahn erschliesst nun das Dorf. Das Datum ist nicht gesichert: 1914 (oder 1915).[1][2]
1945. Der Botaniker Eduard Thommen erkennt die Grengjer Tulpe als eigene Art.
1963-1964. Bau einer Zufahrtsstrasse.[1][2]
um 1970. Beginn eines massvollen Tourismus, unter anderem mit der Feriensiedlung Eggelti (ab 1976).[1][2]
1993. Pro Natura kauft drei Tulpenparzellen, die der Kanton im Jahr darauf unter Schutz stellt.
Bevölkerung von Grengiols
Quellen und Referenzen: [1][2][4]
| 1799 | 313 Einwohner |
| 1850 | 435 Einwohner |
| 1900 | 555 Einwohner |
| 1950 | 565 Einwohner |
| 2000 | 491 Einwohner |
| 2025 | 408 Einwohner |
Historische Orte in Grengiols
Pfarrkirche St. Peter. Eine Kirche mit Friedhof wird im 13. Jahrhundert erwähnt; vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts neu gebaut, 1799 abgebrannt und 1800-1803 wieder errichtet, wurde sie durch die heutige neuromanische Kirche ersetzt (1913-1915, Adolf Gaudy, 1915 geweiht). Der Turm stammt teilweise aus der Zeit vor dem Brand.[1][2]
Pfarrhaus. 1668 erbaut.[1]
Felder der Grengjer Tulpe. Die Grengjer Tulpe (Tulipa grengiolensis), leuchtend gelb, seltener rot gerandet oder ganz rot, wächst wild nur in Grengiols, in Winterroggenfeldern. Sie kam vermutlich im Mittelalter, vielleicht über den Handel am Albrunpass, und hiess im Ort « Römertulpe ». Ab den 1960er-Jahren bedroht, ist sie seit dem Kauf von Parzellen durch Pro Natura 1993 geschützt.
Haus von 1717-1718. Verziertes Holzhaus mit offenen Lauben am neuen Dorfplatz.[2]
Weiler Bächerhäusern. Aussensiedlung der Gemeinde, im ISOS als Weiler von regionaler Bedeutung verzeichnet.[2]
Überreste in Grengiols
Turmspuren auf dem Schlosshubel. Auf dem sogenannten Schlosshubel sind Spuren eines Turms aus dem 12.-13. Jahrhundert erhalten.[1]
Gallorömische Gräber und römische Münzen. Gallorömische Gräber und römische Münzen wurden gefunden, dazu Gegenstände aus der Bronzezeit.[1]
Bauten aus der Zeit vor dem Brand von 1799. Vier Wohnhäuser, ein Speicher und ein Teil des Kirchturms überstanden den Brand von 1799.[2]
Quellen
- Historisches Lexikon der Schweiz, « Grengiols » (Philipp Kalbermatter, version du 29.12.2008, version allemande)
- Inventaire fédéral des sites construits à protéger en Suisse (ISOS), « Grengiols », n° 4966, 2e version, mars 1998
- Beobachter, « Wallis: Die Kult-Tulpe » (Martin Müller, 27.04.2015)
- Office fédéral de la statistique (OFS), STATPOP, chiffres provisoires au 31.12.2025, via citypopulation.de
- geo.admin.ch, recherche de lieux (coordonnées)
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